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Rudolf Mack aus Bad Düben: „Ich werde Musik machen, so lange ich das kann“

Seit 50 Jahren im Geschäft Rudolf Mack aus Bad Düben: „Ich werde Musik machen, so lange ich das kann“

Hochzeiten, Junggesellenabschiede, Kindergeburtstage, Disko – das sind die Schlachtfelder, auf denen Alleinunterhalter und Musiker zur Höchstform auflaufen. So auch Rudolf Mack (65) aus Bad Düben, der seit 50 Jahren im Geschäft ist.

Rudi Mack aus Bad Düben lebt für seine Musik. Er spielt heute noch regelmäßig und unterrichtet Schüler in Theorie und Praxis.
 

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben.  Hochzeiten, Junggesellenabschiede, Kindergeburtstage, Disko – das sind die Schlachtfelder, auf denen Alleinunterhalter und Musiker zur Höchstform auflaufen. Wenn der Saal tobt, dann haben sie gewonnen. Egal, ob sie mit dem Koffer voller Schlagerplatten unterwegs sind oder einen schlüpfrigen Witz erzählen können, ob sie sich als perfektes Stardouble verkaufen oder nackt aus Torten steigen – sie leben davon, ihr Publikum zu begeistern.

Rudolf Mack ist einer von ihnen. Er ist zwar noch nicht aus Torten gesprungen, aber der Bad Dübener ist bis heute als Musiker regelmäßig unterwegs. Und das schon seit 50 Jahren. Angefangen hat der 65-Jährige in der Jugend in der Schulband. Gitarre war sein Lieblingsinstrument. „Meine Mutter war immer der Meinung, die Schule geht vor, aber verboten hat sie es mir in der Freizeit nicht“, erzählt Mack.

Mit dem Tremolos fing alles an

Er lernte Zerspaner in der Wema Bad Düben und arbeitete später als Wohnwagenbauer bei Würdig in Bad Düben. Musik war damals sein ständiger Begleiter. Die Band Tremolos aus Gräfenhainichen war dabei ein erster Wegweiser. Eine professionelle Gruppe. „Wir spielten regelmäßig in der Woche und an den Wochenenden, hatten feste Auftrittsorte und tingelten zusätzlich übers Land.“

Glück hatte der Bad Dübener auch während seiner Zeit bei der Nationalen Volksarmee (NVA). „Ich wurde am ersten Tag gefragt, was ich sonst so kann und mache. Ich erzählte denen von meiner Musik. Die NVA-Band suchte damals gerade jemanden, der Bass-Gitarre spielen kann. Ich konnte. Ruckzuck hatte ich diese Stelle. Andere haben mit der Zahnbürste das Klo geschrubbt und sind über die Sturmbahn gekrabbelt. Ich durfte Musik machen. Wir haben alles gespielt. Bevorzugt Westschlager. Denn das wollten die Offiziere hören“, so Mack weiter.

Mitglied im Wema-Sextett

Nach dem Grundwehrdienst ging es nahtlos weiter. Noch am gleichen Tag nach seiner Rückkehr von der Armee schaute sich der Bad Dübener um, wo Bands in der Region auftraten. Er fand seine alten Musiker und spielte gleich wieder mit. Egal ob mit dem Wema-Sextett, der Gruppe Melodia und später die Magneten. Rudi Mack hatte alle Hände voll zu tun. Und das zeigte sich auch an der eigenen Brieftasche. 6,50 Mark bekamen die Musiker damals pro Stunde. Viel Geld für damalige Verhältnisse. „Wir mussten aber alle vier Jahre vor einem Gremium vorspielen und wurden eingestuft. Dafür erhielt jeder Musiker die sogenannten Pappe. Das war die offizielle Spielerlaubnis für nebenberuflich tätige Amateurmusiker. Darauf stand auch, was wir für Geld bekommen durften.“

Auftritt im Kohlhaasenkrug und Dübener Hof

1984 gab Rudi Mack seinen Job als Wohnwagenbauer auf und bestritt seinen Lebensunterhalt fortan nur noch mit Musik. Regelmäßige Auftritte im Kohlhaasenkrug in Wellaune, im Bad Dübener Volkshaus, Dübener Hof, Kurhaus und anderen Stätten standen auf der Tagesordnung. Aber er spielte nicht nur bei Veranstaltungen, sondern brachte das Musizieren auch anderen bei. Er bildete in der Leipziger Musikschule Schüler in Theorie und Praxis als Gitarristen aus. Das funktionierte bis zur Wende reibungslos. Danach löste sich vieles auf. „Es war schnell Ruhe. Nur ganz schleppend liefen die Auftritte wieder an. Nur meine Arbeit als Musiklehrer ging ganz gut weiter“, erinnert er sich.

Heute spielt er in der Band Voyage und unterrichtet kleine und große Hobbymusiker, die auch erst im Alter ihre Liebe zur Musik entdecken. „Ich werde Musik machen, so lange ich das kann“, sagt der Bad Dübener.

Von Steffen Brost

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