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Runter vom Gas auf der B 2: Ab Mitte Januar gilt nachts Tempo 30 in Wellaune

Runter vom Gas auf der B 2: Ab Mitte Januar gilt nachts Tempo 30 in Wellaune

Für den Bad Dübener Ortsteil Wellaune wird 2015 ein entscheidendes Jahr. Kommt das Vorhaben Ortsumgehung (OU) in den neuen Bundesverkehrswegeplan plus oder nicht? Gisela Jäschke und ihre Mitstreiter von der Bürgerinitiative (BI) haben längst deutlich gemacht, dass 13 Jahre Kampf genug sind.

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Kein seltenes Bild: Dichter Verkehr in Wellaune. Radfahrer haben hier schlechte Karten und müssen oft auf den Fußweg ausweichen.

Quelle: Wolfgang Sens

Wellaune. Sie wollen endlich Ergebnisse sehen. Kurz vor dem Jahresende können sie zumindest einen kleinen Teilerfolg verbuchen.

Und der betrifft den Kampf um Maßnahmen, die die derzeitige Lage entschärfen. Runter vom Gas heißt es ab Mitte Januar für Autofahrer, die zwischen 22 und 6 Uhr durch Wellaune fahren. Denn dann gilt: 30 km/h. Das Landratsamt Nordsachsen hat jetzt dem Antrag der Stadt Bad Düben stattgegeben und die verkehrsrechtliche Anordnung verabschiedet. Die ebenfalls beantragten Randmarkierungen für Radfahrer wurden dagegen abgelehnt. Dies sei in Absprache mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr erfolgt. Die Straßenbreite reiche für solch eine Maßnahme nicht aus, hieß es.

Für Gisela Jäschke und die BI ist es dennoch ein Hoffnungsschimmer. Das Tempolimit resultiert aus der Analyse des Dresdner Verkehrsplanungsbüros, dessen Ergebnis Tobias Schönefeld Ende August in Wellaune präsentierte. Er hatte weiterreichende Maßnahmen vorgeschlagen, die zur Entlastung führen können. Mit Blick auf die immensen Kosten und die laufende Planung für die Ortsumgehung hatte Landrat Michael Czupalla (CDU) allerdings eindringlich davor gewarnt, diese Intentionen weiter zu verfolgen. Tempolimit und Radweg- Markierungen wurden als Kompromiss in Erwägung gezogen. Ende Oktober reichte die Stadt den Antrag ein, weitere sechs Wochen später jetzt die Entscheidung. Trotz aller Freude aber legt die Wellaunerin sofort den Finger in die Wunde: "Das macht natürlich nur Sinn, wenn es auch regelmäßig kontrolliert wird. Und das muss es unbedingt."

Wo aber steht das Vorhaben Ortsumgehung derzeit überhaupt? Susanna Karawanski, Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, wandte sich bezüglich des Arbeitsstandes zur OU Wellaune und Hohenossig an das Bundesverkehrsministerium. Für keine der beiden Maßnahmen laufe derzeit ein Planfeststellungsverfahren, informierte Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin. Für die OU Wellaune soll es aber im kommenden Jahr beginnen. "Für die Maßnahme werden derzeit von der sächsischen Straßenbauverwaltung im Auftrag des Bundes für die Bundesfernstraßen die Unterlagen für das zur Baurechtsherstellung erforderliche Planfeststellungsverfahren erstellt." Mit der Planung für die Maßnahme B 2, Ortsumgehung Krostitz/Hohenossig konnte dagegen noch nicht begonnen werden, "da gemäß Fußnote des Bedarfsplanes für die Bundesfernstraßen, der Anlage zum Fernstraßenbaugesetz, zunächst für die B 87 n das Raumordnungsverfahren abgeschlossen werden muss."

Die Bürgerinitiative nimmt Aussagen wie diese interessiert zur Kenntnis. Gisela Jäschke verhehlt aber nicht, dass sie jetzt, zum Ende des Jahres 2014 hin, das Projekt schon viel weiter sehen wollteb. Umso wichtiger ist, dass die Wellauner gleich zu Beginn dieses wichtigen Jahres die Chance bekommen, die Dringlichkeit des Vorhabens dort zu untermauern, wo die Entscheidungsträger sitzen - im Ministerium in Berlin. Bundestagsabgeordneter Marian Wendt hat sein Versprechen vom August wahr gemacht und einen Termin bei der parlamentarischen Staatssekretärin Katherina Reiche für Februar vereinbart. Danach steht ein Treffen mit zwei Vertretern des Verkehrsausschusses an. Und auch Jörg Kiesewetter, neu gewählter Landtagsabgeordneter der CDU, will sich für ein Gespräch an kompetenter Stelle in Dresdner Ministeriums-Kreisen stark machen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.12.2014
Kathrin Kabelitz

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