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S-Bahn-Anbindung für Bad Düben: Zweckverband sieht wenig Chancen

S-Bahn-Anbindung für Bad Düben: Zweckverband sieht wenig Chancen

Der Vorstoß von Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG), sich für eine S-Bahn-Anbindung nach Leipzig im Zuge der City-Tunnel-Eröffnung stark zu machen (wir berichteten), spielt in den Planungen des Zwecksverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig keine Rolle, die Chancen werden gar als "derzeit sehr gering eingeschätzt", teilte der Verband auf Anfrage mit.

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Geht es nach der Stadt Bad Düben, würde am Bahnhof in Zukunft die S-Bahn nach Leipzig Halt machen.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Dabei würde die Anbindung den öffentlichen Personennahverkehr deutlich verbessern.

Mit dem Bus von Bad Düben nach Leipzig - das geht freilich. Doch die Stadt Bad Düben sieht für ihre weitere Entwicklung, und das sowohl im touristischen Bereich als auch was die Attraktivität als Wohnstandort für junge Familien angeht, erhebliches Potenzial, würde die Kommune wie Eilenburg an das neue S-Bahn-Netz kommen. Bürgermeisterin Münster hatte sich zuletzt deutlich positioniert: "Es kann nicht sein, dass der City-Tunnel in Leipzig bis Torgau Wirkung zeigt und im 25 Kilometer entfernten Bad Düben kommt nichts an. Eine Anbindung ist enorm wichtig." Täglich würden 1100 Dübener zur Arbeit aus- und 700 Auswärtige einpendeln. Münster will dazu mit dem zuständigen Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig sprechen, denn immerhin verfügt Bad Düben über einen Bahnanschluss, auch wenn der stillgelegt ist. Dessen Reaktivierung wolle sie angehen.

Doch das scheint alles andere als einfach zu werden. Denn die Planspiele der Bürgermeisterin, die auch vom zuständigen Naturparkträgerverein wohlwollend zur Kenntnis genommen werden, weil Gäste aus Leipzig und Halle stets eine schlechte Anbindung kritisieren, sieht man beim Leipziger Zweckverband eher skeptisch. Dort "gibt es bisher keine Überlegungen, die Strecke wieder aufzunehmen. Grundsätzlich ist es allerdings erst einmal möglich, jedoch werden die Chancen derzeit sehr gering eingeschätzt. Dies würde zu sehr hohen Sprungkosten führen, die in keinem Verhältnis zu den derzeit erwartenden Reisezahlen stehen", sagt Verbandssprecherin Nadine Knoch. Denn die Bahnstrecke nach Eilenburg sei seinerzeit nicht stillgelegt, sondern aufgrund der geringen Nachfrage nicht mehr bestellt worden, stellt sie vielmehr klar.

Das hatte allerdings schon damals, in den 1990er-Jahren zu einer Protestbewegung in der Stadt geführt. Die konnte sich aber nicht durchsetzen - das Aus für die Trasse kam, der Bahnhof wurde verkauft. Er gehört heute dem Dübener Landschaftsbauer Michael Kühn.

Der Zweckverband verweist vielmehr auf "eine sehr gute Busanbindung". Und laut Knoch werde ab 15. Dezember der PlusBus der Linie 196 von Leipzig nach Bad Düben fahren. Dadurch soll die Anbindung an die Stadt "deutlich aufgewertet" werden. Und "da der Bahnhof auch am Rand der Stadt liegt, ist somit die Busanbindung eine viel bessere Alternative".

Münster will trotzdem nicht locker lassen, wenngleich sie davon ausgeht, dass es mindestens fünf Jahre dauere, um die Trasse zu beleben. Das Thema habe sie zudem mit dem Vize-Präsidenten der Landesdirektion Leipzig, Michael Feist, kürzlich am Rande seines Besuchs in der Kurstadt besprochen und sei auf offene Ohren gestoßen. Mit dem Landkreis und anderen Partnern wolle sie am Ball bleiben. "Wir müssen es versuchen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.11.2013
Nico Fliegner

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