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S-Bahn-Anschluss: Bürgermeisterin will entscheidende Weichen stellen

S-Bahn-Anschluss: Bürgermeisterin will entscheidende Weichen stellen

Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) hat jetzt ihre Pläne bezüglich einer Anbindung der Kurstadt an das S-Bahn-Netz präzisiert. Gegenüber der LVZ sagte sie gestern, dass sie in den nächsten Wochen entscheidende Weichen in der Sache stellen will.

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Still ruht das Gleis in Bad Düben. Geht es nach Bürgermeisterin Astrid Münster, sollen dort wieder Züge rollen.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Politik hat immer auch mit Visionen zu tun. Meistens bleiben die aber im Alltagsgeschäft auf der Strecke. Im November machte Bürgermeisterin Astrid Münster eine ihrer Visionen zum ersten Mal öffentlich, forderte im Zuge der damals kurz bevorstehenden City-Tunnel-Eröffnung in Leipzig eine S-Bahn-Anbindung für Bad Düben. An dieser Vision arbeitet sie seither energisch, und vertritt sie vor allem nach außen hin, obwohl es bereits ersten verbalen Gegenwind vom zuständigen Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig gegeben hatte. Der teilte mit, dass es bisher keine Überlegungen gebe, die Bahn-Strecke von Bad Düben nach Eilenburg wieder aufzunehmen, begründete dies mit zu hohen Kosten, die in keinem Verhältnis zu den Reisezahlen stehen.

Bürgermeisterin Astrid Münster will es dennoch versuchen, zumal es bereits im vorigen Jahr seitens SPD im Stadtrat den Vorstoß gegeben hatte, sich mit diesem Thema zu befassen; Werner Wartenburger warb dafür.

Münster will, dass Bad Düben als Kurstadt und Grundzentrum besser an die Städte Eilenburg, Delitzsch und letztlich Leipzig angebunden wird. "Ich weiß, dass dieses Vorhaben über mehrere Jahre vorbereitet werden muss, aber für die Stadt und damit auch für die Region um Bad Düben wäre dies ein echter Gewinn und die Chance, von der Milliarden-Investition City-Tunnel Leipzig wirklich zu partizipieren", sagte sie auf dem Neujahrsempfang der Stadt.

Wie die Stadtchefin das Thema angehen will, hat sie bereits deutlich vor Augen: "Als erstes gilt es, den Stadtrat zu überzeugen. Dort müssen wir eine Grundsatzentscheidung herbeiführen." Das soll in den nächsten Wochen geschehen. Der nächste Schritt sei die Erstellung einer Bedarfsanalyse. Die Stadt braucht fundierte Zahlen und Fakten für die weiteren Planungen. Und letztlich müssten Gespräche mit dem Zweckverband und politischen Entscheidern erfolgen. "Auch der Landkreis dürfte mit seinem Berufsschulzentrum auf der Roten Jahne großes Interesse daran haben", so Münster weiter. Ihr gehe es vornehmlich um die Verbindung nach Eilenburg. Die Stadt Bad Düben benötige einen Zubringer dorthin.

Ihr Diezer Amtskollege Gerhard Maxeiner ist da ganz bei ihr, sieht mit einer Anbindung Bad Dübens an das S-Bahn-Netz "große Chancen" für die Stadt. "Hier müssen der Stadtrat, die Verwaltung und der Landkreis Nordsachsen alle Hebel in Bewegung setzen", um Bad Düben an das Leipziger S-Bahn-Netz anzuschließen. Damit entstünde vor allem mehr Lebensqualität, weil Leipzig kulturell und sportlich viel zu bieten hat. Und Bad Düben als Kurstadt mit ihren medizinischen Einrichtungen profitiere ebenfalls, letztlich auch der Einzelhandel vor Ort, so Maxeiner. Für ihn "eine der wichtigsten Aufgaben der städtischen Körperschaften, hier einstimmig dahinter zu stehen".

Münster ist sich indes bewusst, dass der Weg kein einfacher werden wird. Und offen ist ohnehin, ob es tatsächlich klappt. Nicht umsonst hatte die Bahn die Zugstrecke Bad Düben-Eilenburg 1998 eingestellt: Es gab immer weniger Reisende. Aber das ist mittlerweile auch schon 16 Jahre her.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.01.2014
Nico Fliegner

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