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Bad Düben Sachsens Agrarminister Schmidt auf Stippvisite in Bad Düben und Krostitz
Region Bad Düben Sachsens Agrarminister Schmidt auf Stippvisite in Bad Düben und Krostitz
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00:20 04.08.2017
Ilka und Steffen Bunge mit Sohn Alexander (15) aus Kupsal in einer ihrer sieben Ferienwohnungen, die die Familie in einem ehemaligen Stallgebäude errichtet hat. Eine Wohnung davon wurde mit Leader-Mitteln gefördert. Quelle: Wolfgang Sens
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Nordsachsen

Der sächsische Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) hat sich bei seinem Besuch in den Leader-Gebieten Dübener Heide und Delitzscher Land zufrieden über die Umsetzung der EU-Förderung in Nordsachsen ausgesprochen. „Ich habe tolle Projekte gesehen und Menschen getroffen, die für ihre Ideen brennen“, so der Minister. „Genau das wollen wir mit dem Programm Leader.“

Imker Danilo Grüneberg (links) und Axel Mitzka, Vorsitzender des Vereins Dübener Heide, zeigen Staatsminister Thomas Schmidt (rechts) den Bienenturm Bee-Pass. Der Bee-Pass ist ein Bienenhaus zum Anfassen. Quelle: Wolfgang Sens

In der aktuellen Förderperiode, die von 2014 bis 2020 läuft, haben die beiden Regionen ein Budget in Höhe von rund 17 Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes zur Verfügung. Sachsenweit sind es rund 427 Millionen Euro. Fast 1000 konkrete Projekte sind inzwischen entstanden oder in Arbeit.

Generationsübergreifendes Wohnen im Gutshaus

In der Leader-Region Dübener Heide inspizierte Schmidt unter anderem das Projekt von Harald Prätzsch. Er will im Dorf Roitzsch (Gemeinde Trossin) das 1848 gebaute, ehemalige Gutshaus für generationsübergreifendes Wohnen mit integrierten Praxisräumen umnutzen. Das Gebäude steht seit 2004 leer. Geplant sind fünf barrierefreie Wohnungen, die vermietet werden sollen. Zudem werden Räume für eine Physio- beziehungsweise Ergotherapie-Praxis bereitgestellt. Im Keller des Objektes ist der örtliche Jugendclub untergebracht. Er soll laut Prätzsch auch während der Bauphase weiter betrieben werden. 2010 hat Harald Prätzsch die Immobilie, zu der noch ein älteres Haus gehört, erworben. Sein jetziges Projekt, in das der 62-Jährige fast 600 000 Euro investieren will, beschränkt sich zunächst nur auf das jüngere der beiden Gebäude. Mit 150 000 Euro erhält er die höchste im Leader-Gebiet Dübener Heide mögliche Förderung. „Seit 2013 arbeiten wir an dem Projekt“, sagt sein Planer Jan Hess. Genehmigungstechnisch sei alles klar. Jetzt warte man nur noch auf den Förderbescheid vom Landratsamt, dann könne es losgehen.

Planer Jan Hess (links) und Bauherr Harald Prätzsch (Zweiter von links) nebst Familie vor dem ehemaligen Gutshaus im Dorf Roitzsch in der Gemeinde Trossin mit dem Plan, wie sie das Gebäude zu einem Wohnhaus mit Barrierefreiheit umgestalten wollen. Quelle: Wolfgang Sens

Im Delitzscher Land wurden seit 2015 109 Projektideen eingereicht. 72 davon konnten befürwortet und mit Budget untersetzt werden. Somit sind mehr als drei Millionen Euro der bis 2020 zur Verfügung stehenden 10,8 Millionen Euro an Leader-Geldern bereits gebunden. Eine Tatsache, die der Minister mit Freude hörte, denn sie widerlege die Befürchtung, dass das Budget nicht ausgeschöpft werden könnte. „Das Gegenteil ist der Fall“, so Schmidt.

Moderne Technik für Hofladen

Im Krostitzer Ortsteil Kupsal informierte er sich über drei Projekte, wobei zwei bereits realisiert worden sind. So haben Heidrun und Rudolf Bischoff in die Technik ihres Hofladens investiert. In diesem vermarkten sie eigene Fleischprodukte und Wild von Jägern aus der Region. „Wichtig war für uns, dass wir die EU-Zertifizierung und somit das Qualitätssiegel für den Laden bekommen“, erklärte Rudolf Bischoff. Dieses Qualitätsmanagement wurde zu 30 Prozent gefördert und so gab es einen Zuschuss in Höhe von rund 6200 Euro für zwei programmierbare, eichfähige Thekenwagen mit Kasse und PC sowie einen Kühltransporthänger.

Sonja und Reinhard Jänicke mit Architektin Peggy Giersdorf (links) und Hauptauftragnehmer Ingolf Schmidt von der Firma Schmidtbau (Zweiter von rechts) im Hof ihres Hauses, in dem derzeit eine zweite Wohnung entsteht. Quelle: Wolfgang Sens

Ilka und Steffen Bunge haben indes einen ehemaligen Stalls umgebaut. „1997 haben wir mit einer Ferienwohnung begonnen, aber bald gemerkt, dass es so nicht recht funktioniert“, erzählt Steffen Bunge. So wurden es sukzessive mehr. Heute kann die Familie auf ihrem Hof sieben Ferienwohnungen vermieten. Für eine davon hat sie Leadermittel beantragt und eine 50-prozentige Förderung genehmigt bekommen. Seit Frühjahr 2011 wird sie als 4-Sterne-Ferienwohnung vermietet. Zu dem, was die Bunges geschaffen haben, gratulierte ihnen der Minister und betonte, dass das Geld das eine sei, aber es benötige immer auch Menschen, die solche Projekte angehen. So wie Sonja und Reinhard Jänicke, die in ihrem Haus eine neue Wohnung im Ober- und Dachgeschoss für Tochter Nadine und Lebenspartner Heiko Pankewitz schaffen.

Von Thomas Steingen

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