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Bad Düben Saisonauftakt an der Fähre in Gruna
Region Bad Düben Saisonauftakt an der Fähre in Gruna
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10:06 16.03.2018
Fährmann Helmut Reiche ist schon als Kind mit der Fähre nach Hohenprießnitz gefahren. Jetzt steht er selber am Ruder. Quelle: Steffen Brost
Gruna

Ein richtiger Fährmann hat keine Winterpause. Auch Helmut Reiche, erster Fährmann an der Grunaer Muldefähre, hat den ganzen Winter gut zu tun. Denn Reiche hat auch noch einen Zweitjob. „Im Winter fahren wir nur auf Vorbestellung und an den Wochenenden. In der Regel von 10 bis 18 Uhr und wenn es das Wetter zulässt. Ansonsten sind wir mit der Fährhauscrew auf Festen und Märkten in der Region unterwegs oder machen das Catering für Veranstaltungen“, so Reiche.

Am 24. März geht es los

Doch bald ist die Winterpause beendet. Auch wenn die Bauarbeiten am neuen Ringdeich ums Fährhaus noch nicht ganz beendet sind, feiern Antje Bieligk und ihre Mannschaft am 24. März Saisonauftakt. „Wir liegen am Mulderadweg und am Heidesteig. Fähre und Fährhaus sind wichtig für den Tourismus. Darauf haben wir uns wieder eingestellt. Wir sind gut vorbereitet und freuen uns, wenn es endlich losgeht“, so Bieligk.

Auch in diesem Jahr hat das beliebte Gasthaus am Ufer der Mulde zahlreiche Höhepunkte geplant. Schon eine Woche nach dem Auftakt wird das Osterfest gefeiert und vier Wochen später das 20-jährige Betriebsjubiläum mit Freibier und Showprogramm. „Es gibt im Laufe des Jahres unsere Traditionsveranstaltungen wie am 1. Mai das Frühlingsfest und am 10. Mai Himmelfahrt. Es gibt am 13. Mai einen Muttertagsbrunch und am 20./21. Mai unsere große Pfingstparty. Bis zum Saisonende im Oktober warten dann noch kleine Feste. Und dann ist schon wieder Weihnachten, wo wir unser Luther Tafeley, Martinsgansessen und Weihnachtsfeiern anbieten“, zählt Fährhauswirtin Antje Bieligk auf. Und immer zu diesen Anlässen ist auch die Fähre nach Hohenprießnitz im Betrieb. Denn mit dem Kauf des Fährhauses 1996 erwarb die Wirtin das Fährrecht und die Fährverpflichtung von der Gemeinde.

1806 gab es die erste Fähre

Schon 1806 wurde hier die erste Fähre in Betrieb genommen. Vorher verband Gruna und Hohenprießnitz eine Brücke, die bei Hochwasser öfters Schaden genommen hatte. „Ich selbst bin als kleiner Junge oft mit der Fähre gefahren. Dass ich irgendwann selber mal der Fährmann sein werde, hatte ich mir damals ja nicht zu träumen gewagt“, sagt Helmut Reiche. Jetzt ist Reiche 61 Jahre und Chef der Fährmänner im Ort. Immerhin gibt es zwei, drei Leute, die das Handwerk gelernt haben. „Jeder, der die Fähre führt, muss auch ein sogenanntes Schifffahrtsbuch führen, wo drin steht, wer wann gefahren ist und ob es irgendwelche Vorfälle gab. Das wird genauso kontrolliert wie die Fähre selbst. Die muss regelmäßig zum Tüv und wird genau unter die Lupe genommen“, so Bieligk weiter.

Fährmann Reiche kennt seine kleine Muldefähre, ausgelegt für zwölf Personen samt Fahrrad, bis ins kleinste Detail. „Das ist eine sogenannte Girfähre. Die sind mittlerweile sehr selten. Einen Motor hat sie nicht. Allein durch die Strömung bewegt sie sich von A nach B. Nur durch die Schrägstellung des Ruderblattes und die Muldeströmung“, erklärt Reiche. Immer wenn die Hupe am Fähraus dröhnt, flitzt er zu seinem Fahrrad und fährt die 200 Meter bis zum Anleger. Ab dem 24.März bis Ende Oktober wieder täglich von 10 bis 18 Uhr.

Von Steffen Brost

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