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Bad Düben Sanierung der Ölmühle in Bad Düben wird teurer
Region Bad Düben Sanierung der Ölmühle in Bad Düben wird teurer
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00:21 16.09.2017
Sichtbar weiter gehen soll es an der Obermühle ab Ende des Monats. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

. Bei dem Umbau der Obermühle zu Schauwerkstätten holpert es. Denn inzwischen hat sich herausgestellt, dass die veranschlagten 1,5 Millionen Euro nicht reichen. „Bei einer Beratung Anfang diese Woche“, so Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) „haben wir deshalb mit Vertretern des Vereins Museumsdorf über Leistungsreduzierungen beraten.“

Einsparen, aber nicht auf Teufel komm raus

Prämisse war dabei, dass diese das Projekt als Ganzes nicht gefährden und zudem später nachholbar seien. Werner Wartenburger als Vorsitzender des Vereins formuliert es so: „Wir müssen die Schauwerkstätten erfolgreich betreiben können.“ Positiv sieht er den straffen Zeitplan. Noch im September wird es nun mit dem Fachwerk des Obergeschosses sowie dem Dachstuhl weiter gehen, im Dezember dann das Dach drauf sein. Die Eröffnung sollte damit dann im Mai 2018 möglich sein, auch wenn es bis dahin bei einigen Details noch Abstimmungsbedarf gibt.

Verständigt haben sich Stadt und Verein, dass der für eine Seilerei vorgesehene Ausbau im Dachgeschoss, speziell geht es um den Fußbodenaufbau, verschoben wird.

Sparen bei der Heizung?

Optionen ergaben sich auch aus der Überlegung, dass die Schauwerkstätten samt Ölmühle in der Regel nur von Ostern bis Oktober genutzt werden sollen. „Daher wird nun in den Schauwerkstätten, in denen es mehrere Öfen gibt, zunächst die Innendämmung weggelassen“, so die Bürgermeisterin. Eine Heizungsanlage wird es aber dennoch und schon wegen der Hausmeister-Wohnung geben. Die Stadt möchte daher zwar die Steigleitung einbauen, doch auf eine auch später nachrüstbare Fußbodenleistenheizung erst einmal verzichten. „Hier“, so Werner Wartenburger, „sehen wir aber noch Diskussionsbedarf.“

Obwohl die Stadt bei Verzicht aller drei genannten Dinge rund 100 000 Euro spart, landet sie derzeit dennoch bei rund 1,7 Millionen Euro. Denn es wird nach dem durch den Tod des Architekten Roland Papert bedingten Planerwechsel zu der Leipziger Firma Stelzel an anderer Stelle auch draufgepackt.

Barrierefreiheit und zweiter Rettungsweg

So sollen die Schauwerkstätten samt Ölmühle nun doch mit einem Fahrstuhl barrierefrei werden. Auch ein zweites Mühlrad, mit der die Mühle wie früher funktioniert, ist im Gespräch. Werner Wartenburger: „Unser Schwerpunkt ist dabei aber ganz klar das vorhandene Mühlrad und der Wasserzulauf an dem alten Mühlgebäude. Das sehen wir als Herzstück und das soll im Mai 2018 wieder laufen.“ Das zweite Mühlrad an den Schauwerkstätten wäre aus Vereinssicht zwar wünschenswert, aber erst einmal nicht so zwingend und auch später noch machbar.

Hinzu kommen bei dem Gesamtprojekt zudem so nicht berücksichtigte Brandschutzauflagen. So wird es am Nordgiebel der Schauwerkstätten eine Stahltreppe als zweiten Rettungsweg geben, außerdem muss beim Schallschutz zwischen der Hausmeisterwohnung und den Werkstätten nachgearbeitet werden.

Nachbesserungen beim Denkmalschutz

Auch beim Denkmalschutz gab es zwischenzeitlich Nachbesserungen. So kommen nun Fledermausgauben und teuere Ziegel aufs Dach. Den Mehrhausgaben von 38 000 Euro hatte der Stadtrat im August zähneknirschend unter der Maßgabe zugestimmt, dass nach Einsparungen gesucht wird. Das ist nun geschehen. Am morgigen Freitag wird der Verein Museumsdorf in einer Mitgliedervollversammlung die jetzt auf den Tisch liegende Vorschläge abschließend beraten. Denn letztendlich sind es die 70 Vereinsmitglieder, die die Schauwerkstätten samt Ölmühle sowie die alte Mühle mit Leben erfüllen.

Von Ilka Fischer

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