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Bad Düben Sanierung stockt: Droht das Schnaditzer Schloss-Projekt zu platzen?
Region Bad Düben Sanierung stockt: Droht das Schnaditzer Schloss-Projekt zu platzen?
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09:12 14.02.2017
Das Schnaditzer Schloss. Quelle: Steffen Brost
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Schnaditz

Es knirscht mächtig im Gebälk des Schnaditzer Schlosses. Und das liegt nicht an dessen Alter. Die hohen Erwartungen, die sich 2014 mit dem Verkauf des Schlosses an eine amerikanische Investorengruppe um Helga van Horn verbanden, sind Frust und Ernüchterung gewichen. Denn obwohl die Investorengruppe nach eigenen Angaben 2016 rund 200 000 Euro investiert hat, wirklich nennenswert ging es nicht voran.

Zwei Mal verlängerte Frist ist verstrichen

Damit steckt die Stadt Bad Düben nun in einem Dilemma. Vor allem deshalb, weil am 31. Januar die bereits zweimal verlängerte Frist für die von den Investoren geforderte Finanzierungsbestätigung nicht vorlag. Das Prozedere darum zeigt zugleich, dass deutsche und amerikanische Vorstellungen nicht immer kompatibel sind.

Helga van Horn äußerte gegenüber der LVZ per Mail, dass die Stadt dieses Papier bekommen habe, also „alles in Ordnung ist“. Doch Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) konnte das so nicht bestätigen. „In der Stadt“, so informierte sie, „liegt nur eine Mitteilung ohne Belege vor, dass die Investorengruppe 2016 rund 200 000 Euro investiert hat und im nächsten Jahr 300 000 Euro ausgeben will.“

Die 3,2 Millionen Euro sind weit entfernt

Das entspräche bei Weitem nicht der Investitionsverpflichtung. Im Kaufvertrag steht nämlich, dass die Investoren innerhalb von sechs Jahren 3,2 Millionen Euro, unter anderem für Ferienappartements und Restaurant, in das Schloss stecken. Dass sie das auch können, hätte die nach zwischenzeitlichem Gesellschafterwechsel aus vier Amerikanern bestehende Schnaditz GmbH spätestens zum 31. Januar mit einer Bankenbestätigung beweisen müssen. Hat sie aber eben nicht. Gleichwohl bestätigt Münster den Schlossbesitzern prinzipiell Investitionswillen. Was die Entscheidung, den Schlossverkauf rückabzuwickeln oder nicht, nicht einfacher macht.

Eigentümer haben Investitionswillen

„Wenn wir als Stadt etwas für Nichts weggeben, dann nur, weil sich derjenige verpflichtet hat, in etwas zu investieren, was der Allgemeinheit zugute kommt.“ Dies sei der Maßstab, an dem die Stadt nun das Ganze messen müsste“, so Münster weiter. Ihr Vorschlag, Ende Februar, wenn Helga van Horn erneut in Schnaditz weilt, mit den Mitgliedern des Bau- und Kurortentwicklungsausschusses vor Ort anschauen, was bisher konkret gemacht wurde, den Bauzeitplan über die 300 000 Euro für 2017 prüfen und zudem die Meinung des Ortschaftsrates einholen. „Auf jeden Fall“, so schätzt sie ein, „wäre die Rückabwicklung eine harte Entscheidung, da die Investoren ja nicht nur den Kaufpreis, sondern auch alles Geld verlieren, das sie bisher in das Schloss gesteckt haben.“ Sie lässt damit zugleich anklingen, dass sie auf einen Kompromiss, der in einem modifizierten Kaufvertrag mit längeren Fristen liegen könnte, hofft.

Auf eine Lösung setzt auch der Schnaditzer Ortsvorsteher Gerhard Griehl: „Wir als Schnaditzer wünschen uns natürlich, dass das Ganze klappt, gerade die Gaststätte wäre gut.“

Für die Stadt, die für den Grund und Boden immerhin 120 000 Euro bekam und dieses Geld laut Vertrag auch bei einer Rückabwicklung behalten könnte, bleibt es aber keine einfache Entscheidung. Denn neben der bisher mit deutschem Baurecht nicht immer zu vereinbarenden Bauweise spielt auch Vertrauen eine Rolle. Und dies scheint zumindest im Zusammenspiel mit dem Kohlhaas-Club Schloss Schnaditz beeinträchtigt.

Vertrauen zum Teil beeinträchtigt

Ärger gibt es dabei vor allem um die drei Räume, die sich der Club im Erdgeschoss hergerichtet hat und für die auch nach dem Eigentümerwechsel ein Nutzungsrecht besteht. Inwieweit hier Nick van Horn, der im Gegensatz zu seiner Mutter inzwischen immer vor Ort weilt, sich hier mit wie viel Zustimmung des Clubs dessen Räume in Beschlag genommen hat, darüber gibt es Gesprächsbedarf. Christian Popp, Vorsitzender des 20 Mitglieder zählenden Vereins: „Die Familie van Horn hat sich ja oben inzwischen zwei Wohnungen hergerichtet, allerdings ohne Küche.“ Der Verein habe deshalb Entgegenkommen gezeigt. „Allerdings“, so der Vereinsvorsitzende ,sei „das Zusammenwirken auch wegen fehlender Sprachkenntnisse von Nick van Horn mitunter schwierig“. Aber er hoffe gleichwohl auf eine gute Zusammenarbeit mit den Schlosseigentümern.

Von Ilka Fischer

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