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Sanierung von Amtshaus und Burgberg: Dübens Museum schließt für mehrere Monate

Ab März 2017 Sanierung von Amtshaus und Burgberg: Dübens Museum schließt für mehrere Monate

Eigentlich ist es eine positive Nachricht – die Finanzierung steht, die Planung läuft, die Sicherungsarbeiten an Amtshaus und Burgturm in Bad Düben können starten. Doch die Sache hat einen Haken: Das Landschaftsmuseum Dübener Heide muss ab 1. März 2017 für die gesamte Dauer der Maßnahmen schließen.

Die Sanierungsarbeiten auf dem Bad Dübener Burggeländ beginnen im kommenden Jahr, die am Burgturm bereits dieses.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Eigentlich ist es eine positive Nachricht – die Finanzierung steht, die Planung läuft, die Sicherungsarbeiten an Amtshaus und Burgturm in Bad Düben können starten. Doch die Sache hat einen Haken: Das Landschaftsmuseum Dübener Heide muss ab 1. März 2017 für die gesamte Dauer der Maßnahmen schließen. Dies sei unumgänglich, sagt Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG): „Wir haben alles abgewogen, die Lärm- und Dreckbelastung ist so hoch, dass diese weder den Mitarbeitern noch den Besuchern zuzumuten ist.“ Burgwächterhäuschen, Burggelände und nach Abschluss der Arbeiten auch der Burgturm sollen dagegen begehbar bleiben. Derzeit laufen Gespräche, wohin die Gegenstände und Exponate ausgelagert werden.

Die Probleme auf dem Burgberg halten Stadt und Experten schon eine Weile in Atem. Während der Bauarbeiten für den zweiten Rettungsweg am Museum im Herbst 2014 war festgestellt worden, dass der Giebel des Gebäudes nach außen fällt. Experten führten das damals auf die Statik des Burgberges zurück. Der Hang wies nach dem Muldehochwasser 2013 Risse auf, Sedimente wurden ausgespült. Notsicherungsmaßnahmen mussten getroffen, ein Raum zur Waldarbeit gesperrt werden. Zunächst war von Kosten zwischen 70 000 und 100 000 Euro die Rede, später wurde klar, dass die Schäden drastischer ausfielen. Düben meldete dies als hydrologischen Spätschaden des Hochwassers 2013 an. Ende 2015 entdeckten Experten bei Reparaturarbeiten an der Westseite des Burgturms Schäden am Fachwerk. Die Folge: Auch der Turm musste notgesichert und gesperrt werden. Auf die eingeschränkten Bedingungen für die Besucher reagierte die Stadt im März 2015 und senkte die Eintrittspreise.

Im Zuge der Arbeiten soll auch der Burghang stabilisiert werden. Am Fuße des Berges wird dafür eine sogenannte Gabionen-Stützwand errichtet. Die mit Steinen befüllte Drahtgitterkörbe sollen verhindern, dass die übertretende Mulde den Burgberg weiter ausspült. Zusätzlich soll der Bereich mit Gehölzen wiederbepflanzt werden – die die Ansicht nicht beeinträchtigen, deren Wurzeln aber den Burghang verfestigen.

Seit Anfang März steht fest, dass die Hochwasserschäden an Burg und Amtshaus zu 100 Prozent vom Bund übernommen werden. 720 000 Euro wurden für die Sanierung veranschlagt. Der Burgturm wird mit Mitteln aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ finanziert.

Begonnen werden soll ab Oktober mit der Instandsetzung des Fachwerkgeschosses am Burgturm. Die Arbeiten sind bis etwa Januar avisiert. Ab September werden die Hochwasser-Spätschäden am Amtshaus beseitigt. Die Planungsphase dafür beginnt im September, ab März soll dann der Innenbereich des Museums geräumt werden, im April starten die Gründungs-Stabilisierungen, im Juni die Sicherungsarbeiten im Innenbereich. Fertigstellung: etwa Januar 2018. Von Juli bis November 2017 soll dann der Burghang stabilisiert werden.

Bis die Eingangstüren geschlossen bleiben, ist noch einiges geplant. Für den 18. September ist ein öffentlicher Rundgang durch die Dauerausstellung vorgesehen. Ab 25. November heißt es: „Wa(h)re Weihnacht.“ Nach langer Zeit ist wieder eine Weihnachtsausstellung geplant. Gezeigt werden soll den Bad Dübenern und ihren Gästen, wie früher das Fest gefeiert wurde, welche Geschenke es gab, wie das Konsum-Verhalten einst war. Altes Spielzeug ist ebenso zu sehen. Wenn die Sonderausstellung am 28. Februar schließt, endet vorerst auch der Museums-Betrieb. „Die konzeptionelle Arbeit geht weiter", so Münster. Yvette Steuer und ihre Mitarbeiter werden im Burgwächterhäuschen ihr Domizil haben. Schließlich geht es perspektivisch auch um die inhaltliche Orientierung und künftigen Themen-Schwerpunkte mit Blick auf Ausstellungen im Naturparkhaus und in den Schauwerkstätten der Obermühle. Ziel sei zudem, die Barrierefreiheit zu erreichen. So ist das zweite Stockwerk für sie derzeit nicht erreichbar. Eine Schau zum 30-jährigen Krieg sei trotz Schließung, dann aber in den Räumen des Naturparkhauses, geplant.

Von Kathrin Kabelitz

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