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Schloss Schnaditz: Finanzierung steht noch immer nicht

Aufschub Schloss Schnaditz: Finanzierung steht noch immer nicht

In Sachen Schnaditzer Schloss hat Bad Düben einen gehörigen Dämpfer erlitten. Es musste jetzt die Frist für das Vorlegen eines Gesamtfinanzierungsnachweises erneut verlängern. Gleichwohl halten die Investoren daran fest, hier im Juli das erste kleine Restaurant zu eröffnen.

So sah das Schloss vor gut einem Jahrhundert aus.

Quelle: Lutz Fritzsche

Schnaditz. . In Sachen Schnaditzer Schloss hat die Kurstadt einen gehörigen Dämpfer erlitten. Das gilt, auch wenn die amerikanische Investorengruppe an ihrem Plan festhält, hier ab Juli ein Restaurant zu eröffnen. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) sagte am Donnerstagabend im Stadtrat: „So gut wie es sich anließ und trotz des ernsthaften Willens zur Investition“, auch sie müsse zur Kenntnis nehmen, dass amerikanische Investoren mit der deutschen Bürokratie schon so ihre Probleme haben. Inzwischen gebe es zwar die Baugenehmigung, aber eben immer noch keine Bankenfinanzierung.

Stadtrat verlängert Frist

Auf seiner jüngsten Sitzung lag dem Stadtrat deshalb zum zweiten Mal ein Antrag der Schnaditz GmbH vor, die Frist für den Gesamtfinanzierungsnachweis nun bis zum 31. Januar 2017 zu verlängern. Die Stadträte gingen einmütig mit, wohl wissend, dass die Alternative dazu, den 2014 getätigten Verkauf des Schlosses rückgängig zu machen, keine wirkliche ist. Dennoch kam von den Stadträten Emil Gaber (Bündnis) und Uwe Kulawinski (FWG) die Bitte oder auch die Aufforderung an die Stadt, dafür zu sorgen, dass der Denkmalschutz den Bau im Blick hat.

Investoren wollen Restaurant im Sommer eröffnen

Astrid Münster informierte, dass Helga van Horn, sie war die treibende Kraft beim Schlosskauf, im Juni nach Schnaditz kommen werde. Ihr Ziel sei es nach wie vor, das derzeit im Umbau befindliche Restaurant im Juli zu eröffnen. Das bekräftigte auch Helga van Horn noch einmal gegenüber der LVZ per Mail. Sie informierte, dass sie mit ihrem Sohn Nick van Horn, der zugleich Gesellschafter der Schnaditz GmbH ist, kommen wird. Sie schrieb konkret: „Für das erste kleine Restaurant ist die Innensanierung abgeschlossen. Jetzt kommt die Ausstattung dran, eine Küche und die Barbecue-Anlage.“ Das Barbecue, so erklärte sie weiter, sei kein BBQ wie man es sich in Deutschland vorstellt. Es handelt sich hier um ganz langsam geräuchertes Fleisch, so wie man es in Texas mache. „Derzeit“, so führte Helga van Horn weiter aus, „werde mit einer Mikrobrauerei aus San Diego verhandelt, die in Berlin eine Brauerei aufmachen möchte.“ Ihr schwebt ein familienfreundlicher Betrieb vor, wo man zu normalen Preisen essen und trinken kann. Auch einen kleinen Biergarten soll es im Juli geben. Sie informierte zudem, dass ihr Sohn Nick dieses leiten wird, der damit vor Ort bleibt.

Stadt besteht auf Bauleiter vor Ort

Ob dies alles so aufgeht, bleibt nun abzuwarten. Zumal Manfred Pawlik, der bisher von Triestewitz aus die Belange der Schnaditz GmbH koordinierte, diese Aufgabe nicht mehr wahrnimmt. Über die Gründe wollte er sich gestern gegenüber der LVZ nicht äußern. Er bestätigte aber, dass sein Sohn, der bisher Gesellschafter der Schnaditz GmbH war, an dieser nicht mehr beteiligt ist. Mit dieser Neuigkeit konfrontiert, sagte die Bürgermeisterin Astrid Münster: „Wir werden auf jeden Fall darauf bestehen, dass uns ein Bauleiter vor Ort benannt wird.“

Das Schloss auf der Webseite

Helga van Horn, die ihr Geld übrigens mit dem Verkauf exklusiver Reisen verdient, schreibt auf ihrer Homepage www.poshjourneys.com: Nach dem Kauf des Schlosses in Schnaditz im Herbst 2014 hat jetzt die Restaurierung endlich begonnen. Die Inspektionen des Denkmalschutzes, die auch sieben Monate nach dem Erwerb noch nicht beginnen konnten, haben uns lange aufgehalten. Das Problem war der Papierkram, welcher vor der Inspektion komplett vorliegen musste. Das war eine teuere Verzögerung, zumal der Winter vor der Tür stand und das Projekt in den Frühjahr schob.

Die Finanzierung, welche auf dem Weg war, fiel durch. Die Bank in Leipzig, die kein Problem mit der Finanzierung sah, bekam am Ende kalte Füße. Das bedeutete, weiter zu schauen. Aber es scheint, dass, wenn man ein Schloss zum Restaurieren kauft - die meisten sind total zerstört- die Banken, der Denkmalschutz und jeder sonst einem so viele Hindernisse wie nur möglich in den Weg legen. Dass die Schlösser von großem Wert und bedeutend sind, interessiert keinen, besonders die Banken nicht. Traurig, aber wahr. Am Ende entschieden wir uns einfach dafür, die Restaurierung Stück für Stück zu machen und klein anzufangen. Danach werden wir jeglichen gemachten Gewinn in die weitere Restaurierung stecken.

(unautorisierte Übersetzung der Autorin / Originaltext auf oben genannter Homepage unter dem Punkt Restorin a Castle,)

Von Ilka Fischer

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