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Schloss Schnaditz: Investor will Brennerei zur Gaststätte umbauen

Schloss Schnaditz: Investor will Brennerei zur Gaststätte umbauen

Die Sanierung des Schlosses Schnaditz ist vorangekommen. Auch wenn der Betrachter zuletzt höchstens die archäologischen und denkmalschutzrechtlichen Untersuchungen bemerken konnte.

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Helga van Horn und Sohn Nick waren dieser Tage vor Ort. In der Brennerei, in der das Restaurant entstehen soll, waren sie mit Messarbeiten beschäftigt.

Quelle: Heike Nyari

Schnaditz. Wichtiger ist, dass "jetzt der privatwirtschaftliche Teil der Finanzierung gesichert" ist. Darüber informierte Manfred Pawlik aus Triestewitz bei Torgau, der zur sechsköpfigen amerikanisch-deutschen Schloss Schnaditz Group gehört. Die Finanzierung umfasst 70 Prozent der Investitionssumme in Höhe von 3,9 Millionen Euro. Auch für die restlichen 30 Prozent, bei der die Investoren auf die Infrastruktur-Förderung des Freistaates setzen, ist er optimistisch. Obwohl die Sächsische Aufbaubank vor Bewilligung die Baugenehmigung braucht, habe es Mut machende Vorgespräche gegeben, so Pawlik.

Die archäologischen und denkmalschutzrechtlichen Untersuchungen vor Ort würden derzeit ausgewertet. "In etwa zwei Wochen", so hofft der Experte, der beim Umbau des Schlosses Triestewitz zum Hotel einschlägige Erfahrungen sammeln konnte, "sollte alles bei der Unteren Denkmalbehörde und beim Bauordnungsamt des Landratsamtes vorliegen." Zumindest eine Teilbaugenehmigung für die Gastronomie sei für Juni in Aussicht gestellt worden, erzählt Pawlik, der fast begeistert von der Zusammenarbeit mit den hiesigen Behörden spricht. Sowohl vonseiten der Stadt als auch vom Landratsamt habe es in dem nicht immer unkomplizierten Bewilligungsverfahren bisher viel Verständnis und Unterstützung gegeben. Diese Freude kann Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) durchaus teilen. Sie habe das Gefühl, "dass das Schloss in guten Händen ist. Die Investoren sind mit Herz und Seele dabei."

Im Blick ist damit das Ziel, die ehemalige Brennerei bis Weihnachten zum Restaurant umzubauen. Für das gesamte Bauprojekt werde aber ein weiteres Jahr benötigt. Dazu gehören 28 Ferienapartments und das Herrichten des alten Rittersaales als Veranstaltungsraum. "Insgesamt", so Manfred Pawlik, "sehen wir ein Potenzial von 12 bis 13 Arbeitsplätzen." Außerdem sei in Zusammenarbeit mit dem Kohlhaas Club Schloss Schnaditz in vier Räumen ein Museum geplant, das sich unter anderem den Namen und den Geschichten um Kohlhase, Oster und von Steuben widmen soll. Dazu werde es im Zusammenwirken mit dem Landschaftsmuseum in Bad Düben Gespräche geben, signalisierte Münster. Die Stadt hat zudem angekündigt, dass hier standesamtliche Trauungen angeboten werden könnten.

Das Schloss, das jahrelang dem Verfall preisgegeben war, fand 2014 nach langer Suche einen Käufer. Am Ende spielte der Zufall mit. Denn die Initiatorin für den Kauf, die Amerikanerin Helga van Horn, interessiert sich zwar für Schlösser und Herrenhäuser, wollte aber ein kleineres Anwesen erwerben. Bei einer ihrer Europareisen lernte sie den Schnaditzer Eberhard Krahnefeld kennen, der vom Schloss in seinem Ort schwärmte. Offensichtlich überzeugend. Denn im November 2012 sah sich van Horn, die in Garmisch-Partenkirchen aufwuchs, das ehemalige Rittergut an und fand mit Hans Ramp, der das Schloss Wendischbora ausbaut, Donald Gardner, James Hengels, Jason Gage und eben Manfred Pawlik ein Team, das nun das Sanierungs-Vorhaben Schloss Schnaditz stemmen will.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.05.2015
ift/ka

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