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Bad Düben Schloss Schnaditz: Investoren verlieren viel Geld
Region Bad Düben Schloss Schnaditz: Investoren verlieren viel Geld
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00:23 06.07.2018
Mit dem Schloss in Schnaditz hat die Stadt Bad Düben bisher kein glückliches Händchen. Investoren erwiesen sich als nicht verlässlich. Quelle: Steffen Brost
Bad Düben

Der 30. Juni ist vorbei – der Notartermin absolviert. Die Rückabwicklung des Kaufvertrages zwischen der amerikanischen Investorengruppe und der Stadt Bad Düben zum Schloss Schnaditz ist vertraglich beendet. Das vielleicht noch positivste Ergebnis aus Sicht der Stadt: Den befürchteten Rechtsstreit wird es nicht geben. Bis zur Umschreibung im Grundbuch können allerdings noch ein paar Wochen vergehen. „Wir haben vereinbart, dass die Investoren bis spätestens 30. September im Schloss bleiben können und es dann räumen. Wenn sie am 1. Oktober nicht raus sind, haben sie sich zu Schadenersatz verpflichtet“, sagt Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG).

Um so viel Geld geht es

In den letzten Wochen hatte die Stadt intensiv auf dieses vom Stadtrat bestätigte Datum hingearbeitet. Lediglich bis 30. Juni war die Rückabwicklung möglich, bei der die Stadt den 2014 gezahlten Preis von rund 120 000 Euro für den Verkauf des dazugehörigen Grund und Bodens behalten darf. Auch die von den Schlossherren getätigten Investitions- und Unterhaltungskosten, die diese ihrerseits auf etwa eine Viertelmillion bezifferten, sind damit für diese verloren. Nach dem 30. Juni hätte die Kommune das Objekt zurückkaufen müssen.

Stadt hofft auf zuverlässigen Investor

Die Stadt hat bereits in den letzten Wochen wieder in ihre künftig eigene Immobilie investiert und die Dachschäden, die Orkantief „Friederike“ im Januar hinterlassen hatte, reparieren lassen. Priorität habe nun, das Schloss wieder einer Nutzung zuzuführen, die sowohl für den Stadtteil Schnaditz als auch die Stadt Bad Düben ist. „Wir haben derzeit erstmal keine Verwendung für das Gebäude, aber den Willen, dass wir das natürlich erhalten wollen und es als wichtiges Denkmal sehen.“ Auch deshalb sei die Hoffnung groß, dass es vielleicht doch jemanden gibt, der „als potenter, zuverlässiger Investor dort einsteigen könnte.“ Man werde aber dann sehr gründlich prüfen: „So einfach wird es nicht wieder sein, zu sagen, wir machen das.“ 2014 war die amerikanische Investorengruppe mit dem hehren Ziel angetreten, das Schloss zum Hotel- und Gastronomiebetrieb umzubauen. Mit dem Ausstieg von Architekt Manfred Pawlik 2016 sei das Projekt zum Scheitern verurteilt gewesen, „weil die Amerikaner unser Rechtssystem nicht begreifen“.

Grundbucheintrag steht noch aus

Die genaue Prüfung gelte auch für die wohl unwahrscheinliche Variante, dass der von der Gruppe um Helga von Horn angekündigte südafrikanische Investor tatsächlich noch auftaucht und eine Finanzierungsbestätigung vorlegt. Zuletzt jedenfalls saß die Amerikanerin, die für die Schloss Schnaditz GmbH verhandelt, bei einem extra anberaumten Termin Bürgermeisterin, Stadträten, Anwalt und Dolmetscher allein gegenüber. Bisher, so Münster, sei er nicht eingeflogen: „Die Rückabwicklung des Vertrages ist jetzt erfolgt, bis dies auch im Grundbuch vollzogen ist, dauert es aber vier bis acht Wochen.“

Von Kathrin Kabelitz

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