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Schloss Schnaditz: Millionen-Sanierung gerät ins Stocken

Schloss Schnaditz: Millionen-Sanierung gerät ins Stocken

Mit dem Weihnachtsessen auf Schloss Schnaditz wird es in diesem Jahr wohl nichts mehr. Obwohl die Restaurant-Eröffnung Ende 2015 das ambitionierte Ziel war. Manfred Pawlik, der für die deutsch-amerikanische Eigentümergruppe nach eigener Aussage das "Mädchen für alles" ist, kann darüber seine Enttäuschung nicht verbergen und findet das ganze einfach nur traurig.

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Blick auf Schloss Schnaditz.

Quelle: Wolfgang Sens

Bad Düben/Schnaditz. "Wir haben schon zehn Schlösser saniert, doch so viele Nachweise mussten wir bisher nie erbringen", äußert er seinen Unmut. Dieser zielt auf das Landratsamt, das die Baugenehmigung erteilen muss, die bereits Ende 2014 beantragt wurde.

Eigentlich wollte die Investorengruppe zumindest die Teilbaugenehmigung für das Schlossrestaurant Ende Juni haben. Doch das scheiterte unter anderem daran, dass die Wasserbehörde beispielsweise eine Einleitungsgenehmigung für das Regenwasser haben wollte. "Dabei läuft das Regenwasser seit Menschengedenken in den Teich", so Pawlik. Auch die Existenz eines Schmutzwasserkanals, der mal gebaut worden war und auch funktioniere, solle er jetzt nachweisen. "Doch dafür gibt es nun mal keine Unterlagen." Zudem hätten sich die archäologischen Untersuchungen ewig hingezogen. Pawlik: "Grundsätzliche Probleme gibt es dabei nicht. Das wurde mir auch noch einmal bei einer Begehung vor wenigen Tagen bestätigt."

Er, der mit dem Investorenteam hoffnungsvoll startete und in der Stadt Bad Düben viel Unterstützung fand, hofft nun, dass die abschließende Stellungnahme der Unteren Denkmalschutzbehörde gerade geschrieben wird, die Investorengruppe nun wenigstens im August die Baugenehmigung bekommt.

Vom Landratsamt gibt es dazu aber nach wie vor keine verbindliche Zusage. "Bei laufenden Genehmigungsverfahren", so der zuständige Amtsleiter im Bauordnungs- und Planungsamt Holger Trauzettel, "können wir keine Auskunft zu Details geben." Er bestätigte jedoch, dass es bei dem auch von Manfred Pawlik erwähnten Ortstermin am 15. Juli "weitgehend Einigung über die geplanten Baumaßnahmen erzielt wurde".

Dass das Landratsamt in Sachen Baugenehmigung so umfassend prüft, begründet die Behörde damit, dass es sich um ein "Sonderbauvorhaben" handelt. "Für Bauvorhaben, die aufgrund ihrer Größe oder Art der Nutzung bestimmt und geeignet sind, von einer großen Anzahl von Personen genutzt zu werden oder die vergleichbare Auswirkungen haben, findet das volle Baugenehmigungsverfahren Anwendung."

Dagegen hat Manfred Pawlik nichts. "Doch das bedeutet ja nicht, dass es so lange dauern muss", sagt er. Mit dem Schloss Purschenstein im Erzgebirge und Schloss Triestewitz, zehn Autominuten von Torgau entfernt, habe er schließlich auch in Sachsen schnellere Erfahrungen gemacht.

Für den Umbau der alten Brennerei zum Restaurant dauert das Baugenehmigungsverfahren in Nordsachsen jedenfalls zu lange. Die Bauherren aus Übersee halten dennoch an ihren Plänen fest, wollen in das Schloss Schnaditz knapp vier Millionen Euro investieren. Zusätzlich zu dem Restaurant sollen in den nächsten Jahren 28 Ferienappartements geschaffen und der alte Rittersaal als Veranstaltungsraum hergerichtet werden. Insgesamt sieht die Investorengruppe damit ein Potenzial von 12 bis 13 Arbeitsplätzen. Die Investoren hatten das Schloss im August 2014 gekauft und beendeten damit die jahrelange vergebliche Suche der Stadt Bad Düben nach einem neuen Schlossherren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.07.2015
Ilka Fischer

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