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Bad Düben Schloss Schnaditz ist verkauft
Region Bad Düben Schloss Schnaditz ist verkauft
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19:58 22.03.2018
Sie gehören auch zur Investorengruppe, die Schloss Schnaditz gekauft hat: Helga van Horn und ihr Sohn Nick sowie Donald Gardner und James Hengels (von links). Quelle: Heike Nyari
Schnaditz

Auch Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) reagierte erleichtert. Sie wünsche den Investoren Durchhaltevermögen sowie Unterstützung von Behörden und Bürgern. Seitens der Stadt sagte sie diese schon zu: "Die Rekonstruktionspläne, die mir bekannt sind, sind durchdacht. Sie wären für Schnaditz, Bad Düben und die Region ein Riesengewinn."

"Hinter uns liegt eine anstrengende Woche", erzählt Helga van Horn aus Reno/Nevada. Sie ist eine der Partnerinnen der Schloss Schnaditz Group, die das Anwesen erworben hat. Mit dem Architekten Michael Pawlik aus Triestewitz besichtigten sie das Schloss mehrmals und gingen die erarbeiteten Pläne durch, um weitere Details zu beraten.

So war zu erfahren, dass als Erstes das Restaurant in der ehemaligen Brennerei entstehen soll. Darüber befindet sich der ehemalige Rittersaal, der zukünftig als Raum für Veranstaltungen und private Feiern zur Verfügung stehen soll. "Den Bereich mit der alten Säule im Erdgeschoss könnte ich mir als gemütliches Bierstübchen vorstellen", erklärt Helga van Horn. Beim Rundgang durch die Kellergewölbe fiel die spontane Entscheidung für eine rustikale Weinstube. Anschließend werden die Privatwohnungen und Appartements der Investoren gebaut. Zudem sind einige Hotelzimmer geplant.

"Ich kenne viele Schlösser", erzählt van Horn, die mit ihrem privaten Reiseunternehmen oft in Europa und Asien weilt. Dass der Zahn der Zeit am Schlossgemäuer nagte und dass sehr viel Arbeit auf die Investoren zukommt, sei nicht zu übersehen. "Aber ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass wir es schaffen werden", ist sich die Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen aufwuchs, sicher.

"Kälte und Feuchtigkeit sind Gift für die Wände", weiß Michael Pawlik. Deshalb sollen so schnell wie möglich Heizungen und neue Fenster eingebaut werden. Außen wird der noch vorhandene Putz entfernt und durch neuen ersetzt. Die klassizistischen Ornamente am Ostflügel sollen erhalten bleiben.

"Ich habe schon vor Wochen im Internet nach Kohlhase gegoogelt", verrät Helga van Horn, die sich von der Historie um den Berliner Kaufmann begeistert zeigt. Diese Geschichte müsse man weiterverfolgen und in die Öffentlichkeit tragen. In diesem Zusammenhang hofft die Investorengruppe auf eine gute Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Verein Kohlhaas-Club Schloss Schnaditz und der Stadt. Für ein zukünftiges Museum, dass sich mit der Geschichte des Schlosses beschäftigt, habe man vier Räume eingeplant. "Toll sind natürlich auch die herrlichen Gewänder der Vereinsmitglieder", fügt Donald Gardner hinzu.

Interessant für die neuen Schlossbesitzer ist auch das Thema Hans Oster. Im Internet lasen sie von der Gedenkveranstaltung, die kürzlich in der Schnaditzer Kirche stattfand. "Wir werden uns mit der Versöhnungskirche Leipzig in Verbindung setzen, um mehr über den deutschen Offizier zu erfahren, der am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt war."

Wie kommt ausgerechnet eine Gruppe Amerikaner auf die Idee, das Schloss Schnaditz zu kaufen? "Ich interessiere mich für Schlösser und alte Herrenhäuser", erklärt die Investorin, die vor 15 Jahren Schlossbesitzer Manfred Pawlik aus Triestewitz kennenlernte. Sie sei mit Partnern seit 2008 auf der Suche nach einem Anwesen in ähnlicher Art. Dann wollte es der Zufall, dass sie auf einer ihrer Europareisen den Busfahrer Eberhard Krahnefeld aus Schnaditz kennenlernte, der von einem Schloss in seinem Ort schwärmte. "Ich habe mir das ehemalige Rittergut im November 2012 gemeinsam mit meinem Sohn angesehen und musste eingestehen, dass es sehr groß ist", erinnert sich Helga van Horn. Doch mit Hans Ramp, der Schloss Wendischbora ausbaut, sowie ihren weiteren Partnern Donald Gardner, James Hengels und Jason Gage gebe es ein starkes Team, das das Projekt Schloss Schnaditz stemmen wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.08.2014
Heike Nyari

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