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Bad Düben Schlossumbau in Pressel verzögert sich
Region Bad Düben Schlossumbau in Pressel verzögert sich
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19:57 25.09.2018
Das Schloss in Pressel. Quelle: Nico Fliegner
Pressel

Der mit 1,2 Millionen Euro veranschlagte Umbau des Schlosses Pressel zieht sich weiter hin. Aufwändige Untersuchungen in Sachen Denkmalschutz, erhöhte Brandschutzauflagen, komplizierte Abstimmungen sowie Kapazitätsengpässe im Bau- und speziell im Planungsbereich, aber auch Überraschungen wie die eines fundamentlosen Anbaus zeigen Auswirkungen. Zuletzt gab es Änderungen in Sachen Fahrstuhl. So ist man vom Innenfahrstuhl abgekommen und setzt nun komplett auf einen äußeren und damit kostengünstigeren barrierefreien Weg ins Schloss.

Büro mit Erfahrung am Start

„Wegen all dieser Faktoren“, so Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) „ergab sich die Notwendigkeit, ein weiteres Ingenieurbüro hinzuziehen.“ Mit dem Büro Giersdorff Architekten GbR aus Eilenburg, das die Planungen in Sachen Hochbau-, Tragwerksplanung und Brandschutzkonzept auf Basis der bisher erbrachten Leistungen vollenden wird, hat man es gefunden. „Damit“, so deutete Bürgermeister Schneider nach der Auftragserteilung im jüngsten Gemeinderat die Probleme indirekt an, „haben wir jetzt ein Büro, das auch in Sachen Denkmalschutz Erfahrung hat.“

Am gleichen Abend vergaben die Räte zudem auch noch die Fachplanungen im Bereich Elektro sowie die für Heizung und Sanitär an die HTA-Planungsgesellschaft in Laußig beziehungsweise an das Ingenieurbüro Kern aus Eilenburg.

Innenausbau in den Wintermonaten

Am Schloss selbst tut sich derzeit nichts. Die Tiefbauarbeiten im Außenbereich sind abgeschlossen. Die Außenbepflanzung samt Rasensaat wurde wegen der anhaltenden Trockenheit ausgesetzt und soll nun bis November erfolgen.

Die Arbeiten im Inneren werden bis dahin ausgeschrieben, sodass über den Winter ausgebaut werden kann. Wann das Schloss, für dessen Sanierung die Gemeinde eine 75-prozentige Förderung erhält, komplett im neuen Glanz erstrahlt, dazu wollte Lothar Schneider aber keine Prognose mehr wagen.

Anfang September wurde im Landgasthof Pressel ein Stammtisch gegründet, um das Dorf- und Vereinsleben in Dorf zukünftig besser zu koordinieren. Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Vereinen und Institutionen von Pressel. Zum einen geht es darum, dörfliche Höhepunkte und Feste zu kommunizieren und zum anderen sind auch Ideen gefragt, um das Schloss, das gerade saniert wird, zukünftig mit Leben zu füllen.

Pflegepatenschaften für Außenbereich

Im mittleren Turmzimmer könnte die "Landratsstube" von Dr. Dr. Gerecke untergebracht werden. Quelle: Heike Nyari

Die Außenanlagen werden witterungsbedingt im Herbst und im kommenden Frühjahr gestaltet und bepflanzt, und wie von Christine Schiemann vom gleichnamigen Planungsbüro in Sausedlitz zu erfahren war, wolle man im Dorf Vereine oder Einzelpersonen gewinnen, die sich an der zukünftigen Pflege beteiligen könnten. Letzteres Anliegen hat schon mal gute Chancen, denn es wurden bereits drei Pflegepatenschaften angeboten.

Ideen für Schloss-Nutzung

Zum Innenleben des Schlosses sprudelten auch schon eine ganze Menge Ideen. Auf alle Fälle soll die „Begegnungsstätte der Dübener Heide“ zahlreichen Gästen sowie Kunst- und Kulturschaffenden der Region offen stehen. Man könne sich neben wechselnden Ausstellungen, Lesungen und Feiern auch Dauerausstellungen zu den Themen „Altes Handwerk“, „Presseler Heidewald- und Moorgebiet“, „Weltumwanderer Gustav Kögel“ oder „Landrat Dr. Dr. Gerecke“ gut vorstellen. Seminare und Wanderungen mit Heidemönch und Kräuterfrauen sind ebenso denkbar wie Kaffeekränzchen mit der evangelischen Gemeinde. Ganz konkret haben Sportverein und Karnevalsverein auch die persönlich Nutzung von Räumen angesprochen.

Von Ilka Fischer und Heike Nyari

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