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Bad Düben Schmuddelhaus im Dübener Postweg: Stadtverwaltung droht jetzt Strafen an
Region Bad Düben Schmuddelhaus im Dübener Postweg: Stadtverwaltung droht jetzt Strafen an
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10:17 31.08.2016
Das Gebäude im Postweg 15 ist im Dornröschenschlaf. Unkraut und kleine Bäume wuchern bereits rings um den Mehrgeschosser. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Im Postweg 15 in Bad Düben droht ein Relikt aus Zeiten der Nationalen Volksarmee immer mehr zu verkommen. Hier waren in einer Zeit, als Bad Düben noch Garnisonsstadt war, Soldaten außerhalb ihrer Kaserne untergebracht. Nach der Wende wurde der graue Fünfgeschosser dann für die Unterbringung von Spätaussiedlern genutzt. Auch eine Rettungswache war hier in der unteren Etage zeitweise stationiert. Doch von einer neuen Nutzung ist das Haus weit entfernt. Stattdessen verfällt es immer mehr.

Nach Angaben von Bad Dübens Hauptamtsleiter Silvio Grahle von der Stadtverwaltung ging das Objekt zunächst an eine Puppenwerkstatt. Deren Insolvenz brachte das Haus in den Besitz der C.P.L. Grundbesitz GmbH Leipzig. Laut Internet ist das Unternehmen für die Verwaltung von fremden Immobilien, Grundstücken und Wohnungen zuständig. Nach dem Verkauf des Gebäudes hat sich aber nicht mehr viel getan. Der neue Besitzer ließ dann vor einigen Jahren eine Fotovoltaik-Anlage auf das Dach montieren. Zumindest ein Zeichen dafür, dass das Gebäude noch mindestens 15 Jahre lang stehen wird. Denn die garantierte Einspeisevergütung für Strom beträgt ganze 20 Jahre.

Das Erscheinungsbild des Hauses ist einer Kurstadt mittlerweile längst nicht mehr angemessen, kritisieren die Bad Dübener immer wieder und fragen bei jeder sich bietenden Gelegenheit nach, was aus dem Objekt werden soll. Offenstehende Fenster und zum Teil eingeworfene Scheiben, heraushängende Gardinen sind das eine, ringsherum wuchert zudem das Unkraut meterhoch. Zuständig dafür fühlt sich allerdings augenscheinlich niemand. „Wir haben das Unternehmen vor einiger Zeit angeschrieben und es aufgefordert, das Umfeld sauberzumachen. Darauf gab es bis heute keine Reaktion“, sagte Gabriele Leibnitz vom städtischen Ordnungsamt.

Doch lange will die Stadt Bad Düben dieses Spielchen nicht mehr mitmachen und erwägt jetzt den Schritt einer Ersatzvornahme. „Dieser gehen allerdings erst die Androhung sowie ein Bußgeld und danach ein Zwangsgeld voraus. Erst danach können wir als Stadt aktiv werden, die Arbeiten in Auftrag geben und sie dem Besitzer in Rechnung stellen. Das ist allerdings ein recht langer Verwaltungsprozess. Aber da bislang niemand reagiert, wohl der einzige richtige Weg“, so Leibnitz.

Eine Nachfrage im Leipziger Büro der Firma brachte keine neuen Information. Dort wollte sich niemand zu diesem Objekt äußern.

Von Steffen Brost

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