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Bad Düben Schock für Wellaune: Tempo-30-Zone kommt doch nicht
Region Bad Düben Schock für Wellaune: Tempo-30-Zone kommt doch nicht
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14:11 19.05.2015
Das Foto entstand Ende Dezember in Wellaune, fünf Minuten zuvor war die Mauer noch sauber. Diesen Zustand erreicht man nur, wenn man schnell genug fährt und nicht immer gelingt es den Fußgängern, solchen Fahrattacken unbeschadet zu entkommen, sagen Anwohner. Quelle: Privat

Jetzt aber sorgt eine Mitteilung aus dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) für Wirbel, wonach die Behörde die Zustimmung für die Geschwindigkeits-Reduzierung, die den lärmgeplagten Anwohnern bis zum Bau der Ortsumgehung etwas Entlastung bringen soll, nicht erteilt. Warum, erklärt Pressesprecherin Isabel Siebert: "Die Zustimmung der höheren Verkehrsbehörde des Freistaates, die seit der Behördenreform 2012 ebenfalls unter dem Dach des Landesamtes angesiedelt ist, stand bislang aus und war leider nicht möglich", so Siebert, die hinzufügt, dass auch die Straßenbaubehörde bereits bei der Anhörung starke Vorbehalte geäußert habe. Tempo 30 stelle einen schwerwiegenden Eingriff in die Flüssigkeit des Straßenverkehrs auf einer Bundesstraße dar, heißt es in der Begründung. "Nur wenn möglichst wenige Beschränkungen vorhanden sind, kann das Straßennetz aber seiner Funktion, dichten Verkehr über längere Strecken zügig zu ermöglichen und das übrige Straßennetz und Wohngebiete zu entlasten, erfüllen. Voraussetzungen für Tempo 30 liegen in Wellaune nicht vor." Die B 2 in der Ortslage befinde sich in einem guten Zustand, zudem hätten unter Kostenbeteiligung der Straßenbauverwaltung bereits in den 90er-Jahren die anliegenden Häuser Schallschutzfenster der höchsten Schallschutzklassen erhalten.

Im Landratsamt liegt die offizielle Mitteilung mittlerweile vor und stößt auf Widerstand: "Wir werden der Aufforderung zur Zurücknahme der verkehrsrechtlichen Anordnung nicht nachkommen und in Widerspruch gehen. Wir werden darüber hinaus das ganze weiter bearbeiten und nochmal ein Lärmschutzgutachten einfordern", so Sprecher Rayk Bergner. Sein Amt sei der Meinung, dass die 30-km/h-Zone nachts kommen soll: "Wir werden das mit Nachdruck betreiben und wollen eine Lösung im Sinne der Bürger hinbekommen."

Die Bürgerinitiative um Gisela Jäschke indes bleibt skeptisch: "Nach all den Jahren unseres Kampfes für eine Ortsumgehung geht mir allmählich der Glaube verloren, dass Entscheidungen zum Wohle und der Sicherheit für die Wellauner erfolgen. Auch Versprechungen auf Unterstützung helfen da nicht. Wie sollen das die Bürger verstehen, die aus der Zeitung von diesem Hickhack erfahren? Mit Bürgernähe hat das nichts zu tun. Ich wünsche mir eine beiderseits bessere Kommunikation, um solche unschönen Überraschungen zu vermeiden!"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.01.2015
Kathrin Kabelitz

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