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Schönheits-Kur für Slawenhaus

Schönheits-Kur für Slawenhaus

Blauer Himmel, Sonne statt, schweißtreibende Arbeit. Den Slawen im 7. Jahrhundert mag es nicht anders ergangen sein, als sie an Elbe und Saale vordrangen, das Land bevölkerten und Häuser, ganze Siedlungen bauten wie den Leuten heute, die sich um ihre übriggebliebenen Bauten kümmern.

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Peter Kaiser (Zweiter von links) und freiwillige Helfer werkeln am Slawenhaus in Authausen.

Quelle: Nico Fliegner

Authausen. In Authausen steht so ein Gebäude, ein Slawenhaus. Mitten auf dem Feld. Es handelt sich zwar um keinen Originalbau, sondern um eine Kopie eines Hauses, das nahe der Stadt Taucha gefunden und 1999 nahe der Koppel des Mädchen-Pferdehofes Klepel errichtet wurde.

In den vergangenen Tagen waren Briten vor Ort, die bei hochsommerlichen Temperaturen kräftig Hand anlegten. "Uns geht es darum, das Slawenhaus zu erhalten", sagte Peter Kaiser aus Authausen, der den Arbeitseinsatz im Rahmen des EU-Projektes Vast-View organisiert hat. Eichenstämme tragen das Haus, das Dach ist mit Schilf eingedeckt und das Wandgeflecht besteht aus Birken-, Weiden- und Haselnusszweigen. Die Wände sind aus einem Lehm-Stroh-Gemisch. Das Slawenhaus sieht bei genauerem Hinsehen schon ziemlich verwittert aus, der Zahn der Zeit hat an dem imposanten Objekt genagt. Deshalb bestand Handlungsbedarf, wenn es auch die nächsten Jahre überstehen soll.

Die Briten sind handwerklich begabt, buddelten Pfosten frei, brachten große, extra neu angefertigte und mit Schnitzkunst verzierte Bretter an, die aus dem Sägewerk in Kossa stammen und von Peter Kaiser und anderen aufgearbeitet wurden. Die Arbeiten passen zu der Projektidee von Vast-View, das europaweit umgesetzt und von der EU finanziell unterstützt wird. Überall auf dem Kontinent gibt es Gruppen, die sich derzeit den denkmalgeschützten Objekten und deren Erhalt annehmen. Die Arbeit ist dabei die eine Sache, sich mit Natur- und Kulturdenkmälern der jeweiligen Region zu beschäftigen die andere. So lernten die freiwilligen Helfer auch Land und Leute kennen - für Peter Kaiser, der sich seit vielen Jahren mit solchen und anderen Austauschprogrammen der EU beschäftigt, Alltag. Er weiß aber: Gäbe es solche Projekte nicht, würden viele kleine Dinge, die eine Kulturlandschaft prägen, hinten runterfallen.

Das Slawenhaus in seinem Heimatdorf liegt ihm jedenfalls am Herzen. Und er überlegt derzeit, wie man es besser nutzen kann. Vorschulkinder konnte er erst kürzlich begrüßen und in die Welt den Slawen mitnehmen. Und die wunderten sich, dass das Haus weder über einen Fernseher noch Steckdosen verfügt. "Es würde mich freuen, wenn noch mehr Schulen Interesse haben und sich das Haus ansehen wollen."

In einem Monat wird er das Vast-View-Projekt in Dänemark vorstellen und ist schon gespannt, was andere Länder auf die Beine gestellt haben.

Schulklassen, die Interesse haben, können sich bei Peter Kaiser telefonisch unter 0172/9882833 melden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.2014
Von Nico Fliegner

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