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Bad Düben Schüler testen: Ist Bad Dübens Heide-Grundschule behindertentauglich?
Region Bad Düben Schüler testen: Ist Bad Dübens Heide-Grundschule behindertentauglich?
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00:35 11.05.2018
Die Bad Dübener Heidegrundschule besitzt einen Fahrstuhl Den dürfen aber nur die Schüler benutzen, die körperbehindert oder vorübergehende körperlich Einschränkungen haben. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Wie behindertengerecht ist die Heide-Grundschule Bad Düben? Das hat Maxi Herrmann mit Drittklässlern im Rahmen eines Projektes untersucht. Die 19-Jährige absolviert bis Ende Juni ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) mit Richtung Pädagogik in der Einrichtung. „Meine Aufgaben reichen von Lehrerbegleitung in der 1. Klasse, Betreuung des Schwimmunterrichtes über die Arbeitsgemeinschaft Nadel und Faden bis hin zur Hausaufgabenbetreuung“, erzählte die junge Frau.

Im Rollstuhl durchs Schulhaus der Heidegrundschule. FSJ-lerin Maxi Herrmann (Mitte) testet mit einer dritten Klassen die Behindertentauglichkeit der Grundschule. Quelle: Steffen Brost

Die Bad Dübenerin machte 2017 ihr Abitur am Eilenburger Martin-Rinckart-Gymnasium und will ab Herbst Lehramt für Grundschule studieren. „Ich wollte diese Zeit sinnvoll überbrücken und habe mich deshalb für ein FSJ entschieden. Ich glaube, hier kann ich viel für das Studium und meinen späteren Job mitnehmen“, so Herrmann. Da jeder FSJ-ler ein eigenes Projekt während des Schuljahres durchführen muss, entschied sich die 19-Jährige für ein soziales Projekt „Das heißt ‚Ich, Du, Wir’. Drei Tage lang habe ich mich mit den 3. Klassen an der Schule mit verschiedenen Thematiken wie Behinderung, Nationalitäten und Integration sowie der Gemeinschaft beschäftigt“, erzählte die Bad Dübenerin. Auf die Idee des Projektes kam sie, weil an der Bad Dübener Grundschule aktuell 229 Schüler aus 14 Nationalitäten lernen, untere anderem aus Syrien, Rumänien, Albanien, Russland, Irak, Thailand und Italien.

Mit dem Rollstuhl durchs Schulhaus

Am ersten Tag stand die Überprüfung der Behindertentauglichkeit auf der Tagesordnung. Gemeinsam mit den Schülern diskutierte Maxi Herrmann über die Art und Schwere von Behinderungen. „Wir haben vor allem über Menschen im Rollstuhl und Blindheit gesprochen und dass diese viel Hilfe benötigen“, so Herrmann. Beim praktischen Test ging es mit einem Rollstuhl durchs Haus. Der neunjährige Ben Harnisch durfte im Rollstuhl Platz nehmen und sich nur mit den Armen bewegen. „Ganz schön komisch. Da bin ich viel langsamer als die anderen und oft auf Hilfe angewiesen“, erzählte der Drittklässler. Doch die Schule ist gut mit dem Rollstuhl zu meistern, weil es einen Fahrstuhl gibt und die Türen sehr breit sind. „Den Fahrstuhl dürfen aber nur diejenigen benutzen, die behindert sind oder vorübergehend körperliche Einschränkungen haben wie beispielsweise an Krücken laufen“, klärte Herrmann auf.

Tag zwei gilt der Integration

Am zweiten Tag stand die Integration im Vordergrund. Die Kinder aus den DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) kommen alle aus unterschiedlichen Ländern und müssen schnell Deutsch lernen, um dem Unterricht zu folgen. Im Projekt erzählten sie ihren Mitschülern über ihre Heimat, das sie aus unterschiedlichen Gründen verlassen mussten und wie es ihnen seit ihrem ersten Tag in Deutschland so ergangen ist. Beim großen Projektfinale mussten alle mit anpacken. Denn nur gemeinsam schafft man viel. „Ich wollte den Kindern zeigen, das es viel schöner ist, in der Gemeinschaft etwas zu machen, und man sich gegenseitig hilft. Das kann beim Spielen sein, in der Schule oder auch zu Hause. Als Zeichen dieser Möglichkeiten habe wir dann unsere Handabdrücke auf ein großes Blatt Papier, wo ein Baum drauf abgebildet war verewigt. Das soll unsere starke Gemeinschaft zeigen“, sagte Herrmann.

Auch der Schulleitung gefällt die Art ihrer jungen FSJ-lerin, „Maxi ist eine echte Bereicherung für unser Haus. Sie ist eine echte Hilfe für uns. Ich hoffe, Maxi wird schnell Lehrerin und kommt vielleicht irgendwann an unsere Schule zurück“, wünschte sich die stellvertretende Schulleiterin Romana Latschinske.

Von Steffen Brost

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