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Schweinemast: BUND lehnt B-Plan ab

Schweinemast: BUND lehnt B-Plan ab

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Sachsen hat in einer Stellungnahme den Bebauungsplan für Flächen rund um die Schweinemastanlage in Wellaune, den die Stadt Bad Düben aufgestellt hat, abgelehnt.

Wellaune. Die Organisation sieht bereits den Betrieb der jetzigen Anlage kritisch. Intention des BUND: Mit der Ablehnung des B-Plans soll deren Bestandsschutz aufgehoben werden.

Dem Schweinemastkonzern Straathof weht zurzeit ein heftiger Wind um die Nase. Der zugehörige Mastbetrieb in Wellaune steht von verschiedenen Seiten im Kreuzfeuer der Kritik: Eine Bürgerinitiative im Dorf kämpft gegen eine geplante Biogasanlage und die Erweiterung der Stallanlagen samt Tierbestand, weiß die Grünen und Umweltverbände hinter sich. Und ebenso den Stadtrat, der zwar für die geplante Biogasanlage auf dem Betriebsgelände ist, aber über das Gebiet einen B-Plan legen will, um angrenzende Flächen vor weiterer landwirtschaftlicher Bebauung zu schützen. Kurios dabei: Der BUND lehnt ausgerechnet diesen B-Plan ab. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die dieser Zeitung vorliegt. Die Organisation beklagt darin "erhebliche Risiken für Mensch und Umwelt", da bei der "intensiven Sauenhaltung zunehmend Antibiotika und Hormone" eingesetzt würden. Weil sich dies alles in der Gülle wiederfindet und die auf umliegende Felder landet, bestehe die Gefahr einer Belastung des Trinkwassers und letztlich der Menschen. Aus dem B-Plan sei laut BUND nicht erkennbar, inwieweit das kontrolliert wird und welche Mengen letztlich anfallen. Der BUND zitiert zudem einschlägige Literatur, wonach das Krebsrisiko für die Menschen erhöht werde. Des Weiteren würden die Wellauner ohnehin belastet durch Immissionen und es fehle ein Gutachten zur Keimbelastung. Und weil in der Nähe sensible Naturschutzgebiete liegen, würden die durch die Auswirkungen des Mastbetriebes negativ beeinflusst. Für die Kurstadt und den Naturpark Dübener Heide als Gesundheitsregion "eine dürstere Zukunft". Ebenfalls hat sich der BUND gegen die geplante Biogasanlage auf dem Betriebsgelände in Stellung gebracht, will wissen, wo der Mais dafür angebaut wird. Befürchtet werden Monokulturen mit Folgen für den Boden und das Klima.

Doch wenn der BUND gegen den B-Plan ist, öffnet er dann nicht dem Investor Tor und Türen? Schließlich hat der B-Plan das Ziel, eine Erweiterung der Anlage zu stoppen. Auf Nachfrage sagte Roland Einsiedel, der inhaltlich für die BUND-Stellungnahme verantwortlich zeichnet, dass mit der Überplanung des Gebietes der Bestandsschutz für den Betrieb manifestiert werde. Und genau das will der BUND nicht, deshalb ist die Umweltorganisation gegen die Überplanung. Sie fährt damit schärfere Geschütze auf als die Stadtverwaltung. "Bürgermeisterin, Stadtrat und Bauamt haben nicht begriffen, was sie losgetreten haben", sagt Petra Würdig von den Grünen in Bad Düben. "Die Gesundheit der Menschen wird wissentlich aufs Spiel gesetzt. Meine Rede war immer: Sich im Vorfeld genau informieren und auch mal auf die Leute von BUND oder den Grünen hören und die nicht immer als nervig abtun."

Die Stadtverwaltung kann den Wirbel nicht nachvollziehen. Schließlich macht die Kommune alles, um eine Erweiterung der Anlage unmöglich zu machen. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) betonte aber auch immer wieder, dass die Stadt keine Verhinderungspolitik betreiben werde. Der Betrieb habe in seiner jetzigen Form Bestandsschutz, mehr Ställe und Tiere lehnt die Kommune dagegen strikt ab.

Welchen Einfluss die BUND-Stellungnahme jetzt im Rahmen des Verfahrens hat, ist unklar. Am Ende wird der Stadtrat sämtliche Stellungnahmen abwägen und entscheiden. Die Grünen befürchten jedoch, dass der Schweinemastkonzern seine Interessen durchboxen wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.02.2014
Von Nico Fliegner

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