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Schweinemast: Der Horror auf der Leinwand

Schweinemast: Der Horror auf der Leinwand

Auf einem Bürgerforum haben Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen am Mittwoch Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich die Stadt Bad Düben und betroffene Wellauner gegen die geplante Erweiterung der Schweinemastanlage im Dorf wehren können.

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Volles Bürgerhaus: Das Thema Schweinemastanlage und wie weiter beschäftigt Wellauner und Glauchaer gleichermaßen.

Quelle: Nico Fliegner

Wellaune. Über 40 Bürger, darunter auch etliche Glauchaer und Vertreter des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), folgten der Einladung. Jetzt soll eine Bürgerinitiative gegründet werden.

Da kann einem durchaus der Appetit vergehen: Schweine, die eingesperrt in viel zu kleinen Buchten auf viel zu großen Spaltenböden stehen. Die Verletzungen haben, bluten und sich teilweise kaum noch fortbewegen können. Die, kurz gesagt, dahinvegetieren, bis es zum Schlachter geht.

Keine schönen Bilder, die der sächsische Grünen-Politiker Michael Weichert, der seit 2004 im Landtag sitzt, in Wellaune zeigte. Die Bündnisgrünen stimmten mit einem Film der Tierschutzorganisation Peta, kommentiert von Rapper Thomas D (Die Fantastischen Vier) und aufgenommen in einem Stall in Siegen in Nordrhein-Westfalen, auf den Abend ein. Stille, bisweilen Entsetzen. Dazu Zahlen und Fakten, welche Auswüchse es in der deutschen Massentierhaltung gibt.

Es waren gewiss die schauderhaftesten aller Beispiele, die abschrecken und wachrütteln, was das eigene Konsumverhalte angeht, und die vor allem zum Protest aufrufen sollten. Einstieg gelungen, doch wie weiter mit der Anlage in Wellaune, die von 6000 auf über 37 000 Schweinen aufgestockt und baulich erweitert werden soll?

Holger Seidemann ist Anwalt in Leipzig und hat schon etliche Bürger und Initiativen im Kampf gegen industrielle Tiermast vor Gericht vertreten - zuletzt die Krippehnaer, und das mit Erfolg. Die geplante Schweinemastanlage dort wird erstmal nicht gebaut. Was Wellaune angeht, so sieht er "gute Chancen", die Erweiterung zu verhindern, weil der Standort in Nähe von besonders schützenswerten Gebieten (Muldeaue) liege. Damit sei auch Krippehna gestoppt worden. Jeder Bürger könne aber seine Betroffenheit in Stellungnahmen gegenüber den Behörden äußern - und da sei es wichtig, so detailliert wie möglich Angaben zu machen, erklärte er.

Doch bis zu Stellungnahmen und einem möglichen Erörterungstermin dürfe es im Fall Wellaune gar nicht erst kommen, sagte Martina Schneider vom BUND in Eilenburg. "So ein Erörterungstermin ist reines Kasperle-Theater, die Behörden unterstützen eher den Investor", berichtete die Umweltschützerin aus ihren Erfahrungen.

Stellungnahmen und Erörterungstermin, die ganze Tippel-Tappel-Tour mit den Behörden - das wird den Wellaunern, die mehr Gülle-Gestank, Verkehrslärm und eine Wertminderung ihrer Grundstücke befürchten, gut möglich tatsächlich erspart bleiben, denn Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG), am Mittwoch ebenfalls vor Ort, und der Stadtrat haben sich eine ausgeklügelte Strategie überlegt - und zwar ebenso mit anwaltlicher Hilfe. Sie wollen das gesamte Gebiet an der Schweinemastanlage überplanen, um die Landwirtschaftsflächen frei von weiteren Bauten zu halten. Der Stadtrat habe sich bereits in einer Probeabstimmung einstimmig dazu positioniert, so Münster. Gestern Abend stand der Beschluss auf der Tagesordnung.

Petra Würdig vom Grünen-Ortsverein in Bad Düben regte am Mittwoch zudem die Gründung einer Bürgerinitiative an, damit "der Protest öffentlichkeitswirksam sichtbar" werde. Dazu kam es am Mittwoch jedoch nicht, weil zu wenige Bürger mitmachen wollten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.06.2013

Nico Fliegner

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