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Bad Düben Schweinemastanlage Wellaune: Jetzt sind die Bürger gefragt
Region Bad Düben Schweinemastanlage Wellaune: Jetzt sind die Bürger gefragt
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15:30 19.05.2015
Blick auf die Schweinemastanlage in Wellaune. Der Eigentümer will sie erweitern, die Stadt will das nicht. Quelle: Nico Fliegner

Die Stadtverwaltung hat deshalb für den 7. November einen sogenannten Erörterungstermin angesetzt. Ab 17 Uhr können Einwohner, Anlieger und Betroffene zum Vorentwurf des Bebauungsplans Stellung nehmen.

So einig waren sich die Stadträte selten: Ende Juni fiel - wohlgemerkt einstimmig - der Aufstellungbeschluss für den Bebauungsplan namens "Oberer Steinäcker Wellaune/Waldsiedlung". Seither arbeitet die Kommune mit Experten am Entwurf unter der Maßgabe, die Flächen rund um die umstrittene Schweinemastanlage im Dorf vor weiterer Bebauung zu schützen. Es sollen reine Landwirtschaftsflächen, also Felder wie seit eh und je, bleiben (wir berichteten). "Die Stadt strebt dies an, um angrenzende Siedlungsbereiche, insbesondere Wellaune und die Waldsiedlung vor Geruchs- und Lärmbelästigungen zu schützen", teilte die Stadtverwaltung mit. Weiterhin sollen "potenzielle Umweltgefahren vermieden werden". Es gehe um eine "frühzeitige Bürgerbeteiligung", so das Ansinnen des Termins.

Hintergrund des B-Plan-Verfahrens sind die massiven Proteste der Einwohner, die gegen die Aufstockung der Sauenanlage sind. Als dies bekannt wurde, sind über 300 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt worden. Zudem hat sich eine Bürgerinitiative im Dorf gegründet. Denn die Leute befürchten mehr Geruchsbelästigung und einen Wertverlust ihrer Grundstücke mit der geplanten Standort-Ausdehnung. Die Unternehmensgruppe Straathof, zu der die Sauenanlage Wellaune gehört, will nämlich den Mastbetrieb von derzeit 6000 auf 37 000 Schweine erhöhen und die Stallanlagen dementsprechend erweitern. Dazu wird Platz im Umfeld benötigt. Ein Antragsverfahren dazu läuft und ist im Bad Dübener Stadtrat durchgefallen, was allerdings nicht bedeutet, dass Straathof chancenlos ist. Die Kurstadt muss sich jetzt erst einmal mit ihrer Strategie durchsetzen, sprich das B-Plan-Verfahren abschließen. Dann muss der Plan noch genehmigt werden. Und selbst dann kann das Unternehmen dagegen vorgehen.

Der nunmehr angesetzte Erörterungstermin reiht sich damit in die Kette der bürokratischen Abläufe ein, hat aber durchaus bedeutsamen Charakter. Denn es geht Positionierungen, sowohl der Bürger, die für die Überplanung und damit gegen die Erweiterung der Mastanlage sind als auch solchen, die gegen die Überplanung und für die Erweiterung sind - in diesem Fall der Investor. Eine gründliche, schlüssige Argumentation ist gefragt.

Wellaunes Ortsvorsteherin Cornelia Beer kündigte an, den Termin "auf jeden Fall" wahrzunehmen. Sie und Vertreter des Ortschaftsrates sowie der Bürgerinitiative "KESS - Keine Erweiterung der Sauenanlage Straathof" wollen dann ihre Positionen vertreten. Die Stadtverwaltung ermutigt die Einwohner dazu: "Wir laden alle interessierten Bürger ein. Es wird ihnen Gelegenheit zur Äußerung gegeben", hieß es aus dem Rathaus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.10.2013
Nico Fliegner

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