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Bad Düben Schweinemastanlage in Wellaune soll im großen Stil erweitert werden
Region Bad Düben Schweinemastanlage in Wellaune soll im großen Stil erweitert werden
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17:00 19.05.2015
Schwein sein im Zuchtstall - in Wellaune sollen die Kapazitäten deutlich erweitert werden, geht es nach den Plänen des Eigentümers der bestehenden Anlage. Quelle: Patrick Pleul

Stadt und Ortschaftsrat stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber.

Ein Lieblingskind war sie noch nie, die Schweinemastanlage in Wellaune. Seit Jahren sehen die Einwohner des kleinen Dorfes an der Bundesstraße 2 nahe der Kurstadt Bad Düben das Unternehmen mit Argwohn, weil es nicht selten stinkt im Dorf. Zuletzt sorgten Erweiterungspläne im Jahr 2011 für Wirbel. Der Voreigentümer hatte damals Umbaumaßnahmen beantragt, um Platz für zusätzlich rund 1400 Tiere zu schaffen. Der Bestand umfasste damals etwa 4000 Schweine, so Firmenangaben. Die Stadt war dagegen. Doch aus baurechtlicher Sicht sprach nichts dagegen. Was jetzt kommt, übertrifft die Pläne von 2011 jedoch um ein Vielfaches. Wie das Landratsamt in Torgau der LVZ bestätigte, habe das Unternehmen Sauenhaltung Wellaune GmbH am 23. April eine Genehmigung "zur wesentlichen Änderung der Sauenzuchtanlage am Standort Wellaune" beantragt. Demnach sei der Abriss vorhandener Stallgebäude, deren Ersatzneubau und eine damit verbundene Erhöhung der Tierplatzzahlen auf 37470 geplant, so Landkreis-Sprecher Rayk Bergner. Nach LVZ-Informationen bedeutet das im Detail, dass zusätzlicher Platz für etwa 6000 Sauen, 550 Zuchtläufer, sechs Eber und knapp 31000 Ferkel geschaffen werden soll.

"Die Wellauner lehnen das strikt ab", erklärt Ortsvorsteherin Cornelia Beer. Der Ortschaftsrat befürchtet noch mehr Gestank und Fahrzeugverkehr in Form von Tiertransporten. "Woanders dürfen die Unternehmen nicht mehr bauen, deshalb kommen sie in unsere Region. Dafür besteht aus unserer Sicht keine Notwendigkeit. Wir wollen diese Anlage nicht."

Auch die Stadt Bad Düben sieht das Vorhaben skeptisch. "Wir haben uns innerhalb der Verwaltung verständigt und sind nicht glücklich", sagt Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Das Vorhaben stehe im "krassen Gegensatz zum Stadtentwicklungkonzept", das auf Kur und Naherholung setzt.Außerdem sei Bad Düben ökologische Kurstadt, "da passt industrielle Massentierhaltung nicht dazu". Sie werde jetzt den Stadtrat über die Pläne informieren.

Laut Landratsamt sei der Antrag des Unternehmens an alle zu beteiligenden Behörden verteilt worden. Derzeit erfolge die Prüfung der Antragsunterlagen auf Vollständigkeit. Liegt alles ordnungsgemäß vor, werde das Vorhaben öffentlich bekannt gemacht. "Die Öffentlichkeit hat dann die Möglichkeit, schriftlich Einwendungen zu erheben", erklärt Landkreis-Sprecher Bergner das weitere Verfahren. Zu einem Erörterungstermin werde es jedoch nur kommen, wenn letztlich auch Einwände vorliegen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2013

Nico Fliegner

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