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Bad Düben Sehnsucht nach dem Landleben
Region Bad Düben Sehnsucht nach dem Landleben
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19:56 31.08.2011
Blick auf die Dorfkirche in Bergwitz Quelle: Nico Fliegner
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Bad Düben

Ein Trend, den sie auch in Mitteldeutschland beobachtet.

Am Sonnabend ging sie im Rahmen eines Workshops der "Denkfabrik Dübener Heide" dem Thema auf den Grund. Im Naturparkhaus in Bad Düben erörterte eine kleine Gruppe Interessierter, was das Dorf im Gegensatz zur Stadt zu bieten hat, was nicht und wie man Dinge, die vermisst werden, aufs Land bekommen könnte.

Prädestiniert für dieses Thema erschien den Mitwirkenden dabei die Dübener Heide zu sein. Sie steht für eine ländliche Region, für Wald, Seen, Ruhe und Beschaulichkeit, für Denkmale und altes Handwerk. Begriffe, die nicht nur in diversen Tourismusbroschüren auftauchen, sondern in den Köpfen der dort lebenden Menschen tief verankert sind. Das hat zumindest eine Untersuchung des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt ergeben, dessen Ergebnisse Geschäftsführerin Annette Schneider präsentierte. Dafür waren über 430 Erwachsene und Jugendliche aus Krina, Uthausen, Bergwitz, Schwemsal und Bad Schmiedeberg befragt worden.

Müssten jene die Region verlassen, vermissten sie besonders die ruhige Lage ihres Ortes, die netten Leute, Freunde, die schöne Luft, die Natur und die Menschen an sich, so der überwiegende Teil der Antworten. Ein Schüler gab beispielsweise an, er findet am Landleben gut, "einfach mal allein auf meine Lieblingswiese zu gehen". Ist das Heimat? Durchaus, wobei Erwachsene in erster Linie als Heimat bezeichnen, wo sie geboren sind. Für Jugendliche ist es eher der Wohnort, "aber im nächsten Jahr kann auch Berlin meine Heimat sein", gab einer an.

Dass das Wohnen die eine, der Arbeitsplatz und gutes Einkommen die andere Seite der Medaille ist, scheint sich dabei wie ein roter Faden zu ziehen. Viele würden bleiben, wenn sie Arbeit in ihrem Heimatort oder in der Nähe hätten. Das Waldviertel in Österreich, zu dem während des Workshops eine Live-Schaltung erfolgte, setzt dabei bewusst auf die Nähe zu Wien. 44 Gemeinden werben seit zwei Jahren offensiv um neue Einwohner, die der Stadt den Rücken kehren wollen. Mit Erfolg, wie Josef Pruckner, Amtsleiter der Gemeinde Großdietmanns sagte. Mittlerweile gebe es mehr Zuzug von Wien als umgekehrt. Das Waldviertel hat dafür eine große Image-Kampagne und zahlreiche weitere Marketing-Aktivitäten aufgelegt. Ähnliches ließe sich folglich auch auf Nordsachsen übertragen. Das Waldviertel wäre hier die Dübener Heide und Wien Leipzig. Zaghaft versucht man bereits hier, die Bevölkerungszahlen zu halten. Mit EU-Mitteln sollen junge Leute ermuntert werden, sich alte, leer stehende Häuser auszubauen.

nf

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