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Seniorenhof - ein Projekt, das einst in Pressel scheiterte

Seniorenhof - ein Projekt, das einst in Pressel scheiterte

Heute hat es Modellcharakter für ganz Sachsen, das neue Projekt Senioren-Wohnhof in der Gemeinde Laußig. Aus einem Gehöft in einem Dorf der Gemeinde, das noch gefunden werden muss, soll ein Haus entstehen, in dem alte Menschen in der Gemeinschaft ihren Lebensabend verbringen.

Pressel. Doch die Idee ist nicht ganz neu, wie die LVZ jetzt herausfand. Denn so ein Projekt hat es bereits vor Jahren in der damaligen Gemeinde Pressel gegeben, worüber ein Flyer aus jener Zeit informiert. Realisiert wurde das Vorhaben jedoch nie.

Ruhiges, dörfliches Milieu. Leben in einem alten, modernisierten Gutshof als Alternative zum städtischen Altenheim. Medizinische und physiotherapeutische Betreuung vor Ort, dazu eine Haushaltshilfe, Vollverpflegung auf Wunsch und geschultes Fachpersonal. All das könnte es längst in Pressel geben. Denn all das war schon einmal geplant - vom Verein zur Förderung des ländliches Raumes, der erst seinen Sitz erst in Authausen, seit einiger Zeit aber schon in Pressel hat.

Der Verein, der sich die ländliche Entwicklung auf die Fahne geschrieben hat, sich für ein dörflich-attraktives Leben einsetzt, warb bereits Mitte der 1990er-Jahre für ein für damalige Verhältnisse völlig neuartiges Projekt, einen Seniorenhof. Ein Objekt gab es auch schon - den alten, heruntergekommenen Gutshof in Pressel, der wieder auf Vordermann gebracht werden sollte. Schließlich stand der ungenutzt herum - bis heute übrigens; er ist dem Verfall preisgegeben. Aus dem Objekt sollten Ein- und Zweiraumwohnungen entstehen, nicht größer als 55 Quadratmeter mit Küche, Bad, Dusche oder Wanne - insgesamt 48 Wohnungen waren angedacht. Doch zum Bau kam es nie.

"Der größte Teil des Gutshofes war damals Privateigentum", sagt Siegfried Törl vom Verein zur Förderung des ländlichen Raumes. Verein und Gemeinde wollten das Gut kaufen, doch der Eigentümer verlangte 140 000 Mark - zu teuer. 40 000 Mark seien drin gewesen. Die Verhandlungen platzten. Dabei hatte der Verein bereits eine Studie für knapp 39 000 Mark in Auftrag gegeben und vom Freistaat Fördermittel in Höhe von 80 Prozent in Aussicht gestellt bekommen, um die betreute Wohnanlage Realität werden zu lassen.

Siegfried Törl bedauert, dass es damals nicht geklappt hat. Denn es habe immerhin 100 Interessenten gegeben, die dort einziehen wollten. Allein 17 Presseler waren darunter. "Wir wollten unsere Gemeindeküche dort integrieren. Ich habe damals extra noch meinen Hygienefachmann gemacht. Der war erforderlich."

Letztlich landete das Gut bei der Treuhand-Nachfolgegesellschaft BVVG, heute gehört es einem Immobilienunternehmen, steht abermals zum Verkauf, doch ein Käufer findet sich nicht. "Um das Gut und das Projekt ist es schade. Das könnte heute noch klappen", sagt Siegfried Törl. Seine Idee: Gründung einer Aktiengesellschaft, 35 Leute finden, jeder zahlt 1000 Euro ein, dann würde der Gutshof gekauft und könnte das aktuelle Heidehof-Wohnprojekt, das Gemeinde und Heide Service Genossenschaft auf den Weg gebracht haben, realisiert werden.

Doch ob es dazu noch kommt, ist fraglich. Das Projekt von einst ist offenbar in Vergessenheit geraten. Das aktuelle befindet sich indes in der Planungsphase. Ein geeignetes Grundstück muss noch gefunden werden, ebenso potenzielle Mieter. Es gibt bereits Interessenten, aber weitaus weniger als dazumal. Mit ihnen, so die Idee, soll der Wohnhof dann geplant werden. Die Interessenten können so ihr Zuhause von Anfang an mitgestalten.

Grundstücke im Gemeindegebiet von Laußig, die sich eignen würden, sind bereits besichtigt worden. Ein Objekt sollte nach umfangreicher Sanierung dann für eine fünf bis zehn Leute umfassende Wohngruppe ausreichend Platz haben, sodass jeder eine separate Wohnung hat und es Räume für Gemeinschaftsaktivitäten gibt, schwebt den Architekten vor.

Mit dem neuen Projekt will die Gemeinde Laußig auf den anhaltenden Einwohnerverlust und die zunehmende Überalterung der Menschen reagieren und geeignete Maßnahmen ergreifen, die das Leben der Menschen in den acht Dörfern unbeschwert und im hohen Alter lebenswert machen. Die Landkommune hat mit der Erarbeitung des Konzeptes eine Vorreiterrolle in Sachsen eingenommen. Das Projekt hat modellhaften Charakter und wird vom Freistaat finanziell unterstützt. Es könnte nach erfolgreichem Abschluss auf andere Regionen in Sachsen übertragen werden.

Am Projekt Interessierte können sich wenden an: Carsten Liedtke, Heide-Service-Genossenschaft, Telefon 034243/52883, Winfried Haas, Telefon 0175/1562896.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2013
Nico Fliegner

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