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Service-Wüste Laußig: Bald gibt es keinen Bankautomaten mehr

Ländliche Region Service-Wüste Laußig: Bald gibt es keinen Bankautomaten mehr

Für die 4000 Einwohner zählende Gemeinde Laußig ist das ein schwerer Schlag. Mit der Volksbank zieht sich die letzte Bank, die hier noch eine Selbstbedienungsstation betrieben hat, zurück. Mal schnell Geld und Auszüge holen – das geht nicht mehr im Ort.

Dieser Hinweis in Laußig an der Staatsstraße, die Eilenburg mit Bad Düben verbindet, wird nicht mehr lange stehen.

Quelle: Ilka Fischer

Laußig. Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) ist die Bestürzung noch immer anzumerken. Nach der Sparkasse zieht sich nun auch die Volksbank Delitzsch als einzige verbliebene Bank aus Laußig zurück. Im zweiten Halbjahr, wobei die Rede von „spätestens 7. Oktober“ ist, wird der Selbstbedienungsbereich im Ländlichen Bürgerzentrum in der Leipziger Straße 23 abgebaut. Dabei hatte die Kommune erst vor wenigen Wochen wegen brandschutzrechtlicher Auflagen in der ehemaligen Mittelschule eine Glaswand mit Tür durch eine Mauer ersetzt. Vergebens. Das Informationsschreiben der Volksbank, so der Bürgermeister auf Nachfrage der LVZ, „hat uns echt auf dem falschen Fuß erwischt“. Damit müssen dann alle Laußiger, die nur mal schnell Geld holen oder einen Auszug drucken möchten, bis nach Bad Düben oder Eilenburg fahren. „Das bedeutet für uns nach der Schließung der Grund- und Mittelschule einen weiteren herben Rückschlag in Sachen Infrastruktur“, bedauert der Bürgermeister.

Sparkasse kommt dienstags für 30 Minuten mit fahrbarer Geschäftsstelle

In Laußig gibt es ab Oktober jedenfalls keinen Bankautomaten mehr, geschweige denn eine Bankfiliale. Lediglich die Sparkasse Leipzig bietet mit ihrer fahrbaren Geschäftsstelle, die immer dienstags von 8.45 bis 9.15 Uhr in der Gemeinde Station macht, überhaupt noch Bankgeschäfte vor Ort an. „Wir haben natürlich versucht“, so Schneider, „die Volksbank mit ihrem Selbstbedienungsbereich im Ort zu halten.“ Dafür hätte die Gemeinde „auch Zugeständnisse bis zur Grenze dessen, was für eine Kommune zulässig ist“, gemacht. Doch die Kosten, die insbesondere aufgrund hoher Sicherheitsauflagen anfielen, seien zu hoch, sodass auch die Mietfreiheit die Volksband nicht von ihrem Vorhaben abbrachte, das sie zuerst auf ihrer Vertreterversammlung im Mai in Delitzsch öffentlich machte.

Volksbank verweist auf deutschlandweite Trends

Die Volksbank selbst hielt sich bei der LVZ-Anfrage bedeckt, verwies bei den Gründen lediglich auf einen Beitrag im Handelsblatt von Dezember 2015, der das deutschlandweite große Schrumpfen um 1000 Filialen thematisierte. „Die dort aufgeführten Gründe gelten auch weitgehend für unser Haus“, so Wolfgang Schuster, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Delitzsch. Diese Gründe sind demnach die Minizinsen, die auf die Erträge drücken, die strengere Regulierung und die Digitalisierung. So gehe nur noch die Hälfte der Kunden mehr als einmal im Jahr in die Filiale.

Den Laußigern nützt das aber nichts. Sie müssen, sollten sie kein Online-Konto haben, für ihre Bankgeschäfte nun immer weite Wege in Kauf nehmen oder diese immer auf Dienstagvormittag legen, wenn der Sparkassenbus für eine halbe Stunde kommt.

Derzeit keine weiteren Schließungsabsichten

Keine Schließungsabsichten, so bestätigte die Volksbank Delitzsch, gebe es dagegen bei ihren anderen Standorten. „Allerdings“, so fügte Schuster an, „hängt die Aufrechterhaltung der Landzweigstellen maßgeblich von der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank ab.“ Die Genossenschaft mit ihrer Hauptstelle in Delitzsch unterhält derzeit Zweigstellen in Bad Düben, Eilenburg, Hohenprießnitz, Krostitz, Mockrehna, Löbnitz und Zwochau. Eine Selbstbedienungsstelle gibt es zudem im PEP Markt Delitzsch und in der Puschkinstraße in Eilenburg.

Von Ilka Fischer

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