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Bad Düben Sicherheitswächter unterstützen Polizei in Eilenburg und Bad Düben
Region Bad Düben Sicherheitswächter unterstützen Polizei in Eilenburg und Bad Düben
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06:00 22.08.2016
Die Bürgerpolizisten Polizeioberkommissar Tom Kallenbach und Polizeihauptkommissar Mario Golle besprechen mit Dorothea Purschwitz (von links) von der Sächsischen Sicherheitswacht die nächsten Einsatztermine. Quelle: Steffen Brost
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Bad düben

Sie sind dort, wo die Polizei normalerweise selten hinkommt. In Kleingartenanlagen, auf Parkplätzen, in Parks und Geschäften. Die Helfer der Polizei gibt es seit Mitte der 1990er-Jahre. Sie dienen als verlängerter Arm der Polizei, unterstützten die Beamten bei Einsätzen, sperren Bereiche ab und sind in der Regel bei Stadtfesten und anderen Events in der Region vor Ort.

„Zur Zeit gibt es in Revierbereich Eilenburg und Bad Düben insgesamt elf Mitarbeiter der Sächsischen Sicherheitswacht. Das ist ein Ehrenamt, zweimal die Woche, 40 Stunden im Monat. In der Regel haben sie jede Woche zwei Tage Dienst. Sie sind zwischen Eilenburg und Bad Düben im Einsatz und fahren auch mal in Bussen mit“, sagte Polizeihauptkommissar Mario Golle, der als Bürgerpolizist den Dienst der Mitarbeiter koordiniert. Dorothea Purschwitz aus Bad Düben gehört schon seit 2003 zum Team dazu. „Mir macht das Spaß. Ich bin Rentnerin und fühle mich für so etwas noch nicht zu alt. Man ist unter Menschen und hat noch eine Aufgabe“, sagte die 63-Jährige. Eine der wichtigsten Aufgaben der SäSiWa ist – Präsenz im Stadtbild zu zeigen. „Wir streifen durch die ganze Stadt, kontrollieren auch mal die Steuermarke der Hunde und weisen bei Notwendigkeit Jugendliche zurecht, die ihren Müll einfach so auf der Wiese entsorgen“, weiß Purschwitz.

Eine Waffe tragen die Sicherheitsleute während ihre Aufgabe nicht. Ihre Befugnisse beschränken sich auf das Aussprechen vom Platzverweisen, Identitätsfeststellung – mehr nicht. Scheu kann man ihnen dennoch nicht nachsagen. Wer das Häufchen seines Hundes auf dem Bürgersteig liegen lässt, bekommt genauso freundlich, aber nachdrückliche eine Ansage wie jene, die unter Alkohol im Wohngebiet krakeelen. „Wenn es kritisch wird, dann können wir jederzeit unsere Kollegen aus dem Revier um Unterstützung bitten“, so Purschwitz.

In den vergangenen Tagen war die Mitarbeiter der SäSiWa verstärkt bei der Absicherung der Schulwege im Einsatz. „Es ist im Vergleich zu den Vorjahren besser geworden. Uneinsichtige gibt es zwar immer wieder, aber in diesem Jahr gab es nur vereinzelte Problemfälle. Ohne die Kontrollen zu Beginn eines Schuljahres würde so manche Zufahrt einer Schule im Verkehrschaos enden. Bis jetzt haben wir lediglich Ermahnungen ausgesprochen. Demnächst wird es unangemeldete Nachkontrollen mit den Polizeikollegen geben und dann werden bei Fehlverhalten Verwarngelder ausgesprochen“, kündigte Purschwitz an.

Noch bis zu ihrem 67. Lebensjahr darf die Bad Dübenerin den ehrenamtlichen Job machen. Kritische Situationen hat sie bis heute nicht erlebt. „Sicherheit geht immer vor. Niemals den Helden spielen und lieber mal einen Schritt zurück machen und Unterstützung anfordern“, rät Purschwitz. Erst kürzlich musste die 63-Jährige bei einer Laufveranstaltung in Eilenburg eine ganz besondere Erfahrung machen. Die Laufstrecke war abgesperrt und die Mitarbeiter der SäSiWa sicherten an verschiedenen Punkten ab. „Plötzliche tauchte eine Autofahrerin auf, die das alles nicht für voll nahm. Obwohl Läufer auf der Strecke waren, hielt sie nicht an. Dadurch kam es zu einer gefährlichen Situation, die die Autofahrerin mit einem Stinkefinger quittierte. Wir haben Anzeige erstattet und nächste Woche wird dieser Fall dann vorm Eilenburger Amtsgericht verhandelt“, erzählt Purschwitz.

Auch in Zukunft sollen die ehrenamtlichen Helfer das Bild in den Städten mit prägen. Dafür sucht die Polizei ständig nach neuen Mitarbeitern. Bewerber für die Sächsische Sicherheitswacht müssen mindestens 18 Jahre alt sein, der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig sein und einen guten Leumund haben. Außerdem ist ein Führungszeugnis notwendig. Für ihren Dienst absolvieren sie eine 60-stündige Ausbildung. Pro Monat dürfen sie danach maximal 40 Stunden arbeiten.

Von Steffen Brost

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