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Sind Grunas Deiche immer noch kaputt?

Sind Grunas Deiche immer noch kaputt?

Die Kritik von Grunas Einwohnern wegen fehlender Reparaturarbeiten am Hochwasserdeich ist unüberhörbar. Kein Wunder, dass sie bei der Landestalsperrenverwaltung Sachsen auf offene Ohren, aber große Verwunderung stieß.

Gruna. Denn es ist nicht das erste Mal, dass Betriebsteilleiter Heinz Kaiser derartige Vorwürfe hört. "Es haben aber Deich-Reparaturarbeiten stattgefunden", betont er. Der Frust in dieser Schärfe sei für ihn und seine Mitarbeiter nicht nachzuvollziehen, zumal er bereits mehrfach darauf hingewiesen habe.

Der Deich zwischen Laußig und Mörtitz trenne ein tiefliegendes Gebiet von der Mulde ab, die Schutzhöhe zwischen HQ 25 und HQ 50 - Hochwasser, die statistisch gesehen alle 25 oder 50 Jahre vorkommen. 2002 und 2013 sei der Deich überströmt worden, was jeweils zu Brüchen an zwei Stellen geführt habe. Das Wasser laufe dann in den Polder, Gruna werde überschwemmt. "Deshalb ist es nachzuvollziehen, warum die Leute so sensibel sind." An einer anderen Stelle verschaffe sich das Wasser Platz, um zurück in die Mulde zu fließen. Insgesamt führte das zu drei Deichbrüchen.

Nach dem Juni-Hochwasser seien relativ schnell zunächst Spundwände geschlagen worden, von oben betrachtet in Form einer Sichel. "Entlang der Mulde haben wir die Wand um das Loch herum geführt. So war wenige Wochen später der provisorische Schutz wieder hergestellt." Noch im selben Jahr sei mit der Reparatur der Deiche begonnen worden, teilweise im Erdbau, teilweise mit Spundwänden, die Provisorien wurden zurückgebaut. Wegen des zu trockenen Wetters habe es anfangs Probleme mit der Begrünung gegeben, sagt Kaiser. Die aber sei wichtig, denn ein Deich schützt nur mit einer guten Grasnabe. Erde würde es wegspülen. Derzeit würden Pflegemaßnahmen im Bereich der einstigen Deichbrüche stattfinden. Zum Teil sogar mit Handrasenmähern - und das in guter Qualität. "Zwei Deichbrüche sind also ordentlich versorgt." Beim dritten - nahe Laußig - gibt es den provisorischen Schutz noch. "Dort prüfen wir, ob wir ein Auslaufbauwerk bauen." Ingenieurtechnisch sei dies eine Herausforderung, die über den Rahmen einer Reparatur hinauslaufe. Das kostet Geld und Zeit. Zeit, in der bei den Grunaern die Angst vor einem erneuten Überlaufen wachse, weil die Stelle, an der das Wasser zurück in die Mulde laufe, versperrt sei. Heinz Kaiser verweist darauf, dass es ausreichend Bereiche gibt, in denen sich das Wasser Platz verschaffen könnte. Aus Sicht der Experten ist die Sicherheit für den Ort gegeben, "genau so, wie es vorher war". Weil der Standard aber durchaus höher sein muss, "planen wir ja den Ringdeich". Heißt: Auf der einen Seite wird der Teil des alten Deiches ertüchtigt, auf der anderen der Ringschluss mit einem neuen Deich geschaffen. Beide Maßnahmen seien am 1. April bei der Landesdirektion Sachsen beantragt worden. "Das ist ein normales Verfahren, bürokratisch und langsam. Aber das muss so sein. Jeder hat die Chance, seine Belange vorzubringen."

Die LTV habe zudem vor, am Deich Laußig - Mörtitz Schwachstellen zu reparieren, die sich beim Hochwasser 2013 gezeigt hätten. "Das ist die Kür zu dem, was wir bisher gemacht haben", so Kaiser. Dass der Blick der Grunaer nach Glaucha gehe, sei nachzuvollziehen. "Dort läuft aber die Schadensbeseitung erst, Gruna ist einen Schritt weiter." Im Zscheppliner Ortsteil gebe es aber die Bürgerinitiative, die dies öffentlichkeitswirksam begleite. "Wir haben viele Projekte an der Mulde und da geht es Gruna gut, weil die Planung hier so weit vorangeschritten ist."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.07.2015
Kathrin Kabelitz

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