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Bad Düben Singen, Kochen, Fasching – Bad Dübens Senioren im Veranstaltungsstress
Region Bad Düben Singen, Kochen, Fasching – Bad Dübens Senioren im Veranstaltungsstress
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06:20 08.12.2016
Neugierig wird bei der Lesung der Lutherin in die Kochtöpfe geschaut. Die Veranstaltung in der Seniorenbegegnungsstätte ist nur eine von vielen in diesem Jahr. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Die Senioren sind ein feierlustiges Völkchen. Das kann Betreuerin Bärbel Heyer nur bestätigen. Die 60-Jährige leitet seit drei Jahren die Seniorenbegegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Neuhofstraße in Bad Düben. Regelmäßig organisiert sie seniorengerechte Veranstaltungen wie Vorträge, Liedernachmittage oder Spieletage. Der Wochenplan in der Begegnungsstätte ist reich gefüllt. Da geht es einmal mit dem Kleinbus zum Einkaufen in den örtlichen Supermarkt, mal wird ein Spielenachmittag organisiert oder es gibt Veranstaltungen nach Ankündigung. „Wir hatten 2016 viel anzubieten. Allein im Rahmen von 20 Jahre Awo-Chor, Modenschauen und vieles mehr“, so Heyer weiter.

Erinnerungen an Heinz Quermann

Auch für die vorweihnachtliche Zeit hat sich die Betreuerin einiges ausgedacht. Neben einer Patientenweihnachtsfeier werden an einem Nachmittag Erinnerungen an Heinz Quermann wach, der Awo-Chor singt, es gibt ein lustiges Weihnachtsprogramm mit den Singvögeln aus der Kita Spatzenhaus und einen Spaziergang durch das geschmückte Bad Düben. Den groben Veranstaltungskalender für das kommende Jahr hat die Betreuerin ebenfalls gefüllt. Auf dem Plan stehen Fasching, Frühlingsfest und Terrassenfest sowie der Besuch des Tierparks in Delitzsch. Dieser Tage war erst einmal ein ganz besonderer Gast bei den Senioren zu Besuch.

Kochen wie bei Luther

Im Rahmen von 100 Jahre Bibliothek in Bad Düben präsentierte Schriftstellerin Regina Röhner als Katharina von Bora ihr neues Buch. „Frau Röhner brachte im Lutherjahr im Rahmen 500 Jahre Reformation ihr Buch ‚Zu Gast bei der Lutherin – Die Kochkunst der Katharina von Bora’ heraus. Das wird vorgestellt. Dazu gibt es kleine Kostproben aus der damaligen Zeit zu essen“, erzählte Bibliotheksleiterin Bettina Beska. Regina Röhner hatte eine kleine Küche im Aufenthaltsraum der Senioren aufgebaut und die leckeren Köstlichkeiten aus einem früheren Jahrhundert köchelten vor sich hin. „Ich habe lange in alten Büchern über solche Rezepte recherchiert. Heute gibt es als Vorspeise Rote Beete mit Ei und Petersilie, danach Spanferkel mit Semmelknödel, denn Luther war ein Liebhaber von Schweinefleisch. Als Abschluss kredenze ich süße Semmeln mit Kirschmus“, zählte Röhner auf.

Auf der Grundlage von Luthers Briefen, Tischreden und archäologischen Funden auf dem Grundstück des Wittenberger Lutherhauses rekonstruierte die Schriftstellerin den lutherschen Haushalt mitsamt der vom Reformator geschätzten Hausmannskost. Während das Essen köchelte, erfuhren die rund 40 Zuhörer vieles rund um Katharina von Bora. „Luther pflegte zu seiner Frau immer Herr Käthe zu sagen. Damit war im 16.Jahrhundert eigentlich schon alles gesagt. Sie hatte die Hosen zu Hause an. Wer die Historie kennt, weiß, dass von Bora eigentlich für etwas ganz anderes vorgesehen war. Sie sollte ihr Leben als Nonne im Kloster verbringen. Sie floh und heiratete Martin Luther. Dass die Klosterzeit nicht ganz umsonst war, zeigte sich nun. Katharina von Bora wusste, wie man eine Gutsherrschaft verwaltete, Gärten und Felder bewirtschaftete und kocht“, so Röhner.

Von Steffen Brost

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