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Sinken die Elternbeiträge in Bad Düben? Stadtrat entscheidet im September

Sinken die Elternbeiträge in Bad Düben? Stadtrat entscheidet im September

So langsam kommt Bewegung in die Sache Elternbeiträge für Kinderbetreuung und Essensversorgung in der Kurstadt. Wie berichtet, hatte sich eine Elterninitiative im Dezember an den Stadtrat mit der Bitte gewandt, Möglichkeiten zu suchen, welche die Kosten der Eltern minimieren.

Bad Düben. Und stieß dabei auf offene Ohren. Inzwischen herrscht mehr Klarheit über die Vorgehensweise, wenn auch noch nicht über die Kosten.

So wird als eine erste Maßnahme der noch bis 31. Dezember 2015 laufende Vertrag mit dem Unternehmen RWS, das derzeit die beiden Kindertagesstätten in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt - Spatzenhaus und Märchenland - sowie die Kinder der Heide-Grundschule und der Oberschule mit Essen versorgt, gekündigt. "Während sich das Märchenland entschlossen hat, bei RWS zu bleiben, gibt es damit für das Spatzenhaus und die beiden Schulen die Chance auf einen anderen und eventuell günstigeren Dienstleister", so Bürgermeisterin Astrid Münster (Freie Wählergemeinschaft). Sie erhofft sich durch das getrennte Ausschreiben des Essens für Schulen und Kindertagesstätten durch die Stadt beziehungsweise die Arbeiterwohlfahrt nicht nur ein besseres Angebot, sondern sieht darin auch eine Chance für kleinere Caterer.

Damit das Ganze ab Januar funktionieren kann, müssten jetzt einige organisatorische Dinge geändert werden. So sollen ab nächstem Jahr alle Heide-Grundschüler in ihrer Schule essen. "Ziel ist es", so Münster, "dass die Erst- und Zweitklässler, die derzeit noch in ihren Horten versorgt werden, nach der 4. Stunde, die Dritt- und Viertklässler nach der 5. Stunde Mittag bekommen." Damit ist klar, dass die derzeit etwa 50 an der Mittagsversorgung teilnehmenden Oberschüler aus der Grundschule weichen müssen. Für sie soll es nach Aussage von Astrid Münster das Essen dann aus einer neuen Ausgabeküche im benachbarten Jugendhaus Poly geben.

In Sachen Elternbeiträge hat die Elterninitiative eine Sozialrichtlinie, bei der die Stadt gezielt Familien und Alleinstehende knapp über dem Hartz-IV-Satz fördern wollte, abgelehnt. Sie sprach sich vor allem gegen die notwendige Einkommensüberprüfung aus und befürwortete eine Unterstützung aller Eltern. Darauf reagiert man nun im Rathaus, so Astrid Münster: "Die Betriebskostenabrechnung der Träger für das Jahr 2014 liegt jetzt vor. Daraus werden die Kosten je Platz und Betreuungsart ermittelt." Mit den Eltern habe man sich verständigt, dass die Stadt prüft, ob sie finanziellen Spielraum hat, die prozentuale Beteiligung der Eltern an diesen Kosten generell zu senken. Im Moment schöpft die Kommune das gesetzlich Mögliche mit 23 Prozent Umlage bei Krippenkindern und 30 Prozent in Kindergarten und Hort aus. Lediglich 20 Prozent werden vom Freistaat zwingend vorgeschrieben. Eine eventuelle Senkung hat den Vorteil, dass alle Eltern profitieren und dass sich Rathausmitarbeiter und Eltern viel Papierkram in Sachen Einkommensüberprüfung sparen. Allerdings muss der Stadtrat einer Senkung der elterlichen Beteiligung an den Betriebskosten zustimmen. Diese Entscheidung dürfte im September anstehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.06.2015
Kasel, Beatrice

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