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Bad Düben Sirtaki in der Halbzeitpause - Gaudi-Fußball lockt 2000 Besucher
Region Bad Düben Sirtaki in der Halbzeitpause - Gaudi-Fußball lockt 2000 Besucher
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20:43 02.05.2013
Hermes der Götterbote alias Dirk Jost kommt vom Himmel geflogen und bringt den Ball. Wie immer haben die Spieler das runde Leder vor Anpfiff vergessen. Quelle: Steffen Brost

Es gibt in dem Ort wohl kaum ein anderes Ereignis, das so viele Zuschauer anlockt, wie das seit zwölf Jahren jeweils am 1. Mai ausgetragene "internationale Fußballspiel".

In diesem Jahr traf der mehrmalige Fußballweltmeister Brasilien auf die finanzklammen Griechen. "Wochenlang haben wir das Spektakel vorbereitet, damit es für alle Zuschauer ein Fez wird", sagte Mitinitiator Markus Heinz.

Schwemsal. Die Heidedörfer haben es drauf. Lockte im Februar Tornau zum Spaßbiathlon, pilgerten am Mittwoch rund 2000 Zuschauer auf die Akropolis zu Schwemsal. Besucherzahlen, von denen hiesige Fußballvereine nur träumen können.

Und so standen schon eine Stunde vor dem eigentlichen Kick die Menschen dichtgedrängt um das Spielfeld. Der Schiedsrichter betrat das Feld an einem Rollator. Er könne in diesem Jahr nicht spielen. Der Arzt hatte ihm eine Kur nach Mykonos verschrieben. Dann marschierten die Brasilianer ein. Vornweg brauste Formel-1-Legende Ayrton Senna im roten Bobbycar. Dahinter folgten die Spieler mit dunkelhäutigen Schönheiten und Sambaklängen. Kurz darauf schlenderten die Griechen auf das Feld, verteilten Wein und Aphrodite-Blumen. Die Spieler kamen schließlich im trojanischen Pferd angeritten. Für olympisches Flair sorgte Dimostenes Zampakus, der als Fackelläufer die olympische Flamme brachte. Nach Abspielen der Nationalhymnen konnte es eigentlich losgehen. "Wir spielen solange, wie der Schiedsrichter durchhält. Geplant sind allerdings maximal zweimal 30 Minuten", formulierte Heinz. Doch das Spiel konnte nicht beginnen, der Ball fehlte. Plötzlich schwebte Götterbote Hermes am Kran hängend auf das Spielfeld. Wie bei jedem richtigen Paketdienst rückte er den Karton mit dem Ball erst gegen eine Unterschrift raus. Jetzt konnte es endlich losgehen. Doch plötzlich verließen die griechischen Spieler das Feld. Der Trainer wollte mit seinem Team nur gegen Bares erneut auflaufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kam daraufhin höchstpersönlich vorbei und brachte einen Scheck in Höhe von 27 Milliarden Euro. Fast schon blitzartig standen die Griechen wieder an der Mittellinie. Los ging's. Im Fünf-Minuten-Takt lagen die Griechen zurück. Halbzeitstand 3:0 für Brasilien. Da half auch der größte Sirtakikreis nördlich von Bad Düben in der Halbzeitpause nicht weiter. In der zweiten Spielhälfte trafen die Griechen nicht und Brasilien führte mit neun Toren. Erst in der Schlussphase versenkten sie zwei Bälle. Endstand 10:2 für Brasilien. "Das war wieder eine Gaudi. Das Spiel ist da Nebensache. Nur wegen des Drumherums kommen die Leute", sagte Markus Geheeb, der mit Tochter Fina zuschaute.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.05.2013

Steffen Brost

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