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So würden die Bad Dübener ihre Stadt gern verändern

LVZ-Umfrage So würden die Bad Dübener ihre Stadt gern verändern

Bad Düben möchte mit dem Kurortentwicklungskonzept die Kleinstadt besser vermarkten. Sie soll in den nächsten zehn Jahren zu einer starken überregionalen Marke werden. Doch würden die Bürger ihre Stadt verändern? Wir haben uns auf der Straße umgehört.

Bad Düben. Mithilfe des neuen Kurortentwicklungskonzepts soll Bad Düben besser überregional vermarktet werden. In den nächsten zehn Jahren sind diverse Baumaßnahmen, eine bessere Vernetzung aller Akteure und ein abgestimmtes Marketingkonzept anvisiert. „Bock auf Bad Düben“ – so lautet die Innenmarketing-Kampagne. Doch was bewegt die Einwohner wirklich? Was würden sie an ihrer Stadt verändern? Die LVZ fragte nach.

Obwohl ihnen Bad Düben allesamt ans Herz gewachsen ist, sehen viele Verbesserungs- und Handlungsbedarf. Elf Bad Dübener verraten, was sie in der Stadt verändern würden. Einen Schüler nerven beispielsweise die Einbahnstraßen in der Innenstadt. Eine Angestellte kritisiert den urbanen Leerstand, zum Beispiel in der Altstädter Straße. Auch für die Jugend, finden einige Befragte, sollte sich etwas tun.

Maria Hiersemann (19) findet

Maria Hiersemann (19) findet: Es müsste eine Zuganbindung nach Leipzig geben.

Quelle: Melanie Steitz

Maria Hiersemann sagt: „Es müsste hier eine Zuganbindung geben. Busse fahren zwar, aber man kommt ganz schlecht aus Bad Düben weg.“ Wolfgang Daum (78) macht sich Gedanken über die Ticketpreise: „Eine einfache Fahrt von Bad Düben nach Leipzig kostet 5,80 Euro. Die Anbindung an Leipzig ist einfach zu teuer. In Westdeutschland zahlt man dafür die Hälfte, obwohl die Menschen dort mehr verdienen als hier,“ beschwert er sich. Der 20-jährige David Hensel merkt an: „Der Bus in Richtung Leipzig fährt zwar stündlich, aber nur vom Paradeplatz ab.“ Der Görschlitzer Azubi wünscht sich daher mehr Haltestellen in der Innenstadt. „Gerade Rentner gelangen dort nicht immer einfach hin“, hat er beobachtet.

David Hensel (20)

David Hensel (20): Wünscht sich mehr Haltestellen in der Innenstadt.

Quelle: Melanie Steitz

Auch für die Jugend müsste eine Lösung gefunden werden, findet die 19-jährige Hiersemann. Zwar gebe es das Jugendhaus, aber insgesamt zu wenig Freizeitangebote. „Für Kinder und Jugendliche ist in der Stadt kein Geld da“, so der Vorwurf der Auszubildenden.

Ingrid Ulrich (81)

Ingrid Ulrich (81): „Veranstaltungstechnisch könnte es mehr Möglichkeiten für junge Menschen geben.“

Quelle: Melanie Steitz

Für Ingrid Ulrich ist das kleinstädtische Flair genau richtig. Die 81-Jährige merkt jedoch ebenfalls an, dass abends nicht so viel los ist. Freizeit- und Kulturangebote würden in Bad Düben fehlen. „Für mich ist das gut, weil ich es geruhsamer habe, für junge Menschen jedoch nicht,“ urteilt sie. Hensel stimmt zu: „Veranstaltungstechnisch könnte es mehr Möglichkeiten in Bad Düben geben, zum Beispiel einen Club oder eine Disco.“

Neben der Busanbindung und den wenigen Veranstaltungsangeboten hofft der 51-jährige Torsten Mazanec , Verkäufer aus Bad Düben, dass der Ort als Kurstadt weiter gestaltet wird. Silvia Luderer sorgt sich dabei um den urbanen Leerstand. Die 54-jährige Angestellte beklagt: „Das Kurstadtviertel geht ja eigentlich noch. Aber gerade in der Altstädter Straße sollte sich etwas ändern: Die Mieten sind zu hoch und die leerstehenden Gebäude müssten saniert werden.“

Silvia Luderer (54)

Silvia Luderer (54): Macht sich angesichts des urbanen Leerstands und den teuren Mieten in der Altstädter Straße ihre Gedanken.

Quelle: Melanie Steitz

Luderer sieht die Stadt in der Pflicht, die privaten Eigentümer anzusprechen oder anzuschreiben. Azubi Hiersemann findet, dass die Innenstadt wieder belebt werden sollte, da einige Läden abgewandert sind.

Helga Gall sieht die Problemlage ähnlich: „Ich finde, dass die Supermärkte, Discounter und der riesige Baumarkt den kleinen Geschäften in der Innenstadt das Wasser abgraben. Als Privatbürgerin leide ich nicht darunter – im Gegenteil – ich habe mehr Einkaufsmöglichkeiten. Aber für die Ladeninhaber ist das traurig“, bekennt die 77-jährige Bad Dübenerin.

Krankenschwester Katrin Müller geht in Bad Düben gern am Markt einkaufen. Allerdings stört die 35-jährige Mutter: „Die Eingangstüren zu den Geschäften in der Innenstadt sind meistens nicht barrierefrei, wenn ich mit meinem Baby im Kinderwagen über eine Eingangsschwelle fahren möchte.“

Benjamin Schwarzjirg ist öfter in der Stadt unterwegs. Allerdings nicht immer zu Fuß, sondern mit dem Auto. Daher findet der 17-jährige Schüler, dass es in Bad Düben zu viele Einbahnstraßen gibt. „Mit dem Auto ist das nervig. Man muss an den Kreuzungen und Abbiegungen ganz schön weit ausholen“, bemerkt er. Per Rad ist hingegen Eberhard Thiele unterwegs. Ihm missfällt die Landschaft. „Wenn man von Leipzig in den Ort hinein fährt, sieht die Muldenbrücke und die umgebende Grünanlage so verwüstet aus, als wäre der Sturm von vor zwei Jahren erst gestern über das Land gefegt.“ Der 63-jährige Laußiger rät, die abgebrochenen Baumstämme wegzuräumen und das Areal wieder zu pflegen, denn das werfe ein schlechtes Bild auf die Stadt, wenn Gäste über die Brücke in den Ort hinein fahren. Zudem beklagt der Rentner: „An der Burg sollten die Bänke wieder gestrichen werden.“

Alexander Goryunov (39)

Alexander Goryunov (39): „Es gibt hier wenig Arbeitsmöglichkeiten.“

Quelle: Melanie Steitz

Das ruhige Leben in der schönen Kurstadt genießt der 39-jährige Alexander Goryunov in vollen Zügen. Seit zehn Jahren lebt der selbstständige Autoreifen-Exporthändler in Bad Düben. Allerdings missfällt ihm das Jobangebot: „Es gibt hier wenig Arbeitsmöglichkeiten. Meine Frau Julia pendelt als Buchhalterin zum Beispiel jeden Tag mit dem Auto nach Leipzig,“ unterstreicht er.

Das Fazit: Es sind viele kleine Dinge, an die sich die Bad Dübener stören und für die sie sich Verbesserungen in der Zukunft wünschen. Bad Düben indes als starke überregionale Marke entwickeln, bewegt die Menschen nicht wirklich.

Von Melanie Steitz

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Markt, 04849 Bad Düben
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