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Bad Düben „Spaßfahrt“ zum MDR? Bad Dübener Frauenverein wehrt sich
Region Bad Düben „Spaßfahrt“ zum MDR? Bad Dübener Frauenverein wehrt sich
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15:50 08.07.2016
Petra Petersohn (links) leitet seit drei Jahren den Frauenverein „Elfriede Richter“ in Bad Düben. Den Vorsitz übernahm sie von der Namensgeberin des Vereins Elfriede Richter (rechts), die noch heute im Verein Mitglied ist. Quelle: Steffen Brost (Archiv)
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Bad Düben

Der verweigerte Zuschuss für den Bad Dübener Frauenverein „Elfriede Richter“ sorgt für Unmut. Umgehend reagierte Petra Petersohn, die Vorsitzende, auf den Ausgang der Entscheidung im jüngsten Verwaltungsausschuss. Wie berichtet, hatten die Mitglieder vorigen Dienstag dem Frauenverein als einzigen von acht Vereinen aus Bad Düben keine Unterstützung gewährt. Er hatte laut Beschlussantrag 400 Euro Zuschuss für eine „Bildungs- und Informationsfahrt nach Leipzig zum MDR und Besuch des Panometers“ gewünscht, was insbesondere von Stadtrat Mike Kühne (CDU) als „Spaßfahrt“ moniert wurde. Man verständigte sich im Ausschuss aber darauf, später über einen gegebenenfalls modifizierten Antrag erneut zu entscheiden.

Vereinsarbeit nicht unter Aspekt Hobby abtun

Petra Petersohn verweist dagegen in einem Schreiben, das die LVZ am Freitag erreichte, dass der Verein, der inzwischen 109 Mitglieder zählt und damit mehr als die 95, die im Verwaltungsausschuss genannt wurden, mit der Seniorenförderung die geltende städtische Richtlinie bei der Vereinsförderung erfüllt. „Wenn man davon ausgeht, dass von unseren Mitgliedern 80 Prozent Senioren, und von diesen wiederum 54 Prozent alleinstehend sind, sollte man die soziale Bedeutung des Vereins nicht unter dem Aspekt ‚Hobby’, wie von Herrn Mike Kühne in der Ausschusssitzung geäußert, abtun. Für viele dieser Frauen sind gerade der soziale Zusammenhalt und das kommunikative Miteinander wichtig.“

Mitglieder als Leseomas und kulinarische Weltreisende aktiv

Weiter heißt es: „Wie wichtig Letztgenanntes heute ist, zeigt sich besonders bei der Integration der Flüchtlinge, wo durch aktive Vereinsmitglieder für ein friedliches Miteinander von Bad Dübenern und den Neuankömmlingen gesorgt wird. Von dieser Arbeit profitiert der Sozialraum Bad Düben in hohem Maße.“ Konkret würden beispielsweise seit zwei Jahren kulinarische Weltreisen mit Flüchtlingen und Migranten durchgeführt.

Kein Hobby, bei dem man die Treffer zählt

Zudem verweist Petra Petersohn unter anderem auf das soziale Engagement im Kinderheim Biesen, auf das Besuchen kranker Mitglieder und auf die Zusammenarbeit mit der Kita „Spatzenhaus“, wo sie als Vorleseomas und beim Stricken für die Puppen helfen. Sportliche Aktivitäten wie Tanzgruppe und Fahrradtouren, aber auch Buchlesungen und Bildungsreisen würden das Vereinsangebot abrunden. Am Ende ihres Schreibens betont Petersohn im Namen des gesamten Vereins und auch mit Anspielung auf das Vereinsmitglied der Schützengilde: „Im Gegensatz zu anderen Vereinen und Selbsthilfegruppen finanziert sich der Bad Dübener Frauenverein aus eigenen Mitteln ohne Sponsoren. Bei einem so vielseitigen Vereinsleben dürfte es auch Herrn Mike Kühne einleuchten, dass es sich dabei nicht nur um ein ‚Hobby’ handelt, bei dem man die Treffer zählt. Mit solchen Aussagen werden ehrenamtlich Tätige vor den Kopf gestoßen und man überlegt, ob man überhaupt noch etwas für die Gemeinschaft tun sollte.“

Von Ilka Fischer

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