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Sperrmüll: Bad Düben will Bringe-System statt Straßen-Sammlung

Sperrmüll: Bad Düben will Bringe-System statt Straßen-Sammlung

In der Kurstadt bleibt vorerst (fast) alles beim Alten, was die Entsorgung des Sperrmülls betrifft. Der Antrag von SPD/Bürgerkreis auf Umstellung auf das in Delitzsch praktizierte Standort-System ging zwar am Donnerstag zur Sitzung des Stadtrates als bestätigt durch.

Bad Düben. Letztlich ist dies aber mehr als Auftrag an die Verwaltung zu sehen, am Problem dranzubleiben.

Alle sechs Monate wird das Stadtgebiet massiv verschmutzt, wenn Sammlung ist. In regelmäßiger Wiederkehr ist das Problem deshalb in der öffentlichen Diskussion - bisher allerdings ohne Ergebnis. SPD und Bürgerkreis stellten deshalb den Antrag, die Sammel-Art zu ändern und zum nächstmöglichen Termin auf das Delitzscher Prinzip umzustellen, bei dem an sechs Tagen im Jahr städtisch überwachte Standorte eingerichtet werden, an denen Einwohner ihren Sperrmüll abgeben können. In der Übergangszeit und bei Erfolg dann endgültig solle die Selbstanlieferung auf dem Containerplatz Enge erfolgen. "Wir haben den Eindruck, dass es immer schlimmer wird und sehen es nicht als Aufgabe des Landkreises oder der Stadt, den Müll aus Sachsen-Anhalt zu entsorgen", begründete Stadtrat Werner Wartenburger.

Doch ganz so einfach ist es eben nicht, wie Antje Brumm, Leiterin des nordsächsischen Umweltamtes, den Stadträten mitteilte. Die Ausgestaltung der Sperrmüllsammlung sei Aufgabe des Landkreises. Die für alle Gemeinden verbindliche Art der Abfallerfassung sei in Satzungen geregelt, die wiederum vom Kreistag beschlossen wurden. Das trifft auch für das in Delitzsch gestartete Pilotprojekt zu. Deshalb sei es auch nicht auf andere Ortschaften übertragbar. Das Landratsamt warnt zudem vor einer möglichen Benachteiligung einzelner Bürger, vor allem jener, die nicht über geeignete Transportmittel verfügen. Damit bestehe die Gefahr der Ungleichbehandlung. Diese wäre rechtswidrig genau wie die Nicht-Durchführung einer Straßensammlung.

Die Düben-spezifischen Probleme sind indes in ihrer Behörde bekannt, sagte Brumm. Zwischen Stadt und der kreiseigenen Abfall Service Gesellschaft habe es Gespräche gegeben, wie die bisherige Sperrmüllsammlung verbessert werden kann. Demnach wird geprüft, inwieweit zeitweise Stellplätze für eine einzelne Wohnanlage geschaffen werden können. Der Tourenplan wird künftig nach Straßen erstellt, um die Sammlung zielgenauer zu gestalten. "Die Anwohner sollen intensiv informiert werden, was in den Sperrmüll gehört und was nicht", so Brumm. Die Stadt Bad Düben wiederum stellt sicher, dass Ablagerungen außerhalb der festgelegten Termine oder von nicht zum Sperrmüll gehörenden Abfallarten sowie von auswärtigen Personen strafrechtlich verfolgt werden. Der Landkreis prüfe, ob ein vergleichbares System wie in Delitzsch auch in Düben umgesetzt werden könne. Dafür seien aber die Ergebnisse aus dem Modellversuch auszuwerten.

Die angeforderte Unterstützung sagte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) zu, bleibt aber skeptisch: "Ich glaube nicht, dass sich das entschärfen wird." Perspektivisch drängt die Stadt auf eine Satzungsänderung, will von der Straßensammlung weg und hin zum Wertstoff-Hof-System. Dabei helfe der Blick nach Eilenburg: "Der Erfolg dort zeigt, es funktioniert." SPD/Bürgerkreis bleiben deshalb bei ihrem Antrag. "Wir haben ja vom nächstmöglichen Zeitpunkt gesprochen", so Wartenburger.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.06.2015
Kathrin Kabelitz

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