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Sperrmüll-Sammlung in Bad Düben: neues Abholsystem - alte Probleme

Sperrmüll-Sammlung in Bad Düben: neues Abholsystem - alte Probleme

Die Sperrmüllentsorgung und Bad Düben - so richtig passt beides nicht zusammen. Standen bisher die Termine im Frühjahr und Herbst an, hagelte es immer wieder harsche Kritik, weil in der Stadt über mehrere Tage teils chaotische Zustände herrschten.

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Der Schalmweg an diesem Montag. Letzte Woche wurde beräumt, nur Reste lagen noch da. Übers Wochenende wuchs der Berg wieder erheblich an.

Quelle: Stdatverwaltung

Bad Düben. Anno 2015 gibt es ein neues Abhol-System - die Beschwerden sind geblieben. "Genau genommen verlagert sich das, was wir in einer Woche an Problemen hatten, auf drei", sagt Gabriele Leibnitz vom Ordnungsamt der Stadt.

Seit Jahresbeginn kümmert sich die zum 1. Januar gegründete Abfall- und Servicegesellschaft des Landkreises Nordsachsen mbH (ASG) um Restmülltonnen, Altpapier, aber auch um Sperrmüll. Bad Düben wurde in drei Entsorgungsgebiete unterteilt. Der Start vor einer Woche im Gebiet zwischen Ackerstraße, Hüfnermark und Windmühlenweg verlief gut, wenn auch nicht ohne Start-Schwierigkeiten. "Montag ging es los, bis Mittwoch sollte alles beräumt, sein, bis Freitag hat es gedauert", so Leibnitz. Denn zu kämpfen haben die Entsorger vor allem mit einem Düben-typischen Phänomen: dem Mülltourismus aus dem nahen Sachsen-Anhalt. So wie im vergleichsweise kleinen Ortsteil Alaunwerk. Schon jetzt türmt sich dort ein riesiger Haufen, obwohl der Termin erst Montag ist. Mitarbeiter der Entsorgungsfirma, die außerplanmäßig bereits gestern beräumten, fanden in dem Berg allein über 150 Radkappen, die offenbar aus einer Werkstatt stammen. Anwohner hatten registriert, das in Abendstunden ganze Lkw-Ladungen abgekippt wurden. Auch am Schalmweg, wo nur wenige Wohnhäuser in der Nähe sind, türmten sich riesige Berge, die vermuten lassen, dass hier nicht nur Einheimische ihren Müll abgeladen haben, sondern dass dieser aus Gegenden jenseits der nahen Landesgrenze gebracht wurde. "So lange wir die Verursacher nicht kennen, können wir nichts tun", sagt Leibnitz. Angaben wie Kennzeichen, Ort und Zeit könnten aber hilfreich sein. Denn die Kosten gehen an alle: Je nach Menge erfolgt die Rechnung an den Landkreis, der die Pauschalen berechnet, die jeder zahlt.

Die Hoffnung, dass es wegen der seit Januar bestehenden und gut genutzten Möglichkeit, bei der Firma Containerservice Bernd Enge sonnabends und mittwochs Sperrmüll loszuwerden, insgesamt weniger wird, erfüllte sich bisher nicht. Problematisch sei zudem, dass nicht alles in einem Zug abgeholt würde. "Wir sind eine relativ kleine Firma, können nicht wie bisher Remondis mehrere Fahrzeuge einsetzen. Deshalb haben wir die drei Gebiete eingeteilt, entsorgen nach und nach", sagt ASG-Geschäftsführerin Anke Dusi. Farbtöpfe, Bauschutt, Reifen, TV-Geräte bleiben zunächst liegen, würden ein, zwei Tage später abgeholt. Die Folge: Die Reste animieren dazu, dass, obwohl verboten, neuer Müll abgeladen wird. So wie eben am Schalmweg. Übers Wochenende hatten sich erneut große Berge angesammelt. Das Wetter sorgte für ein weiteres Problem. Am Montag wehte ein recht forscher Wind, Papier, Pappe und andere leichte Gegenstände flogen durch die Gegend.

ASG-Führung, Fahrer und Stadt stünden in engem Kontakt, es gab viele Kontrollen, konkrete Hinweise hätten jetzt Anschreiben des Ordnungsamtes an die Betroffenen zur Folge. Ein Ende ist erst nächste Woche abzusehen. Bis gestern waren zwar die Fuhren für das Gebiet zwischen Altstädter Straße, Körbitzweg, Markt, Torgauer Straße und Wirtschaftsweg weitgehend erledigt. Am Montag geht es im dritten Gebiet weiter.

Gabriele Leibnitz sieht ihre Befürchtungen indes bestätigt: "Ich war skeptisch, dass es so funktioniert." Das System Straßensammlung halte sie für gescheitert, sie tendiere zum Wertstoff-Hof und damit dem Bringe-Prinzip. In der Diskussion seien auch andere Verfahren wie das Abhol-System auf Bestellkarte oder das derzeit in Delitzsch praktizierte Standort-System. Zu Antje Brumm, Amtsleiterin Umweltamt beim Landratsamt Nordsachsen, so Leibnitz, habe sie bereits Kontakt aufgenommen und ihr die Problem geschildert, Eine Sachbearbeiterin der Umweltinspektion war in dieser Woche vor Ort. Eine Stellungnahme aus der Torgauer Behörde dazu war bis gestern Nachmittag nicht zu bekommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.03.2015
Kathrin Kabelitz

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