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Bad Düben Stadt nimmt wichtige Hürde für Ölmühlen-Projekt
Region Bad Düben Stadt nimmt wichtige Hürde für Ölmühlen-Projekt
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15:41 19.05.2015
Blick auf das Gebäude der alten Ölmühle. Quelle: Nico Fliegner

Das teilte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) mit. Liegt der Fördermittelbescheid vor, soll in den nächsten drei Jahren das einsturzgefährdete Objekt neben der Obermühle saniert werden, danach Schauwerkstätten Einzug halten.

Es war eine regelrechte Kraftanstrengung, die Stadt und Verein Museumsdorf Dübener Heide in den vergangenen Jahren bewältigen mussten. Über zwei Jahre habe das Antragsverfahren für die Sanierung des Gebäudes auf dem Museumsdorfgelände gedauert, erzählt die Vereinsvorsitzende Katharina Scharr. "Das war ein sehr langes Prozedere." Stadt und Stadtrat mussten zunächst überzeugt werden, schließlich ist viel Geld im Spiel, aber auch die Aussicht auf eine großzügige Förderung, vielleicht eine der letzten, denn die Fördermöglichkeiten sind heute weitaus restriktiver als noch vor ein paar Jahren. Als alle Akteure letztlich dahinter standen, die Planung fortgeschritten war, begann das Antragsverfahren. Dass der sogenannte Einplanungsausschuss, zuständig für die Fördermittelvergabe - ein bedeutsames Gremium also - jetzt grünes Licht gegeben hat, erfuhr Katharina Scharr dieser Tage. "Die Freude ist sehr groß, wir sind froh, dass wir beginnen können." Auch Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster zeigte sich euphorisch. "Es war gut, dass wir solange am Ball geblieben sind." Denn das Verfahren sei alles andere als einfach gewesen. Es habe "etliche Nachforderungen" gegeben, so die Stadtchefin. "Die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, Museumsdorfverein und der Landesdirektion haben sich bezahlt gemacht", lobt sie.

Jetzt heißt es noch warten, bis der Fördermittelbescheid mit den Details im Rathaus vorliegt. Dann soll in den nächsten drei Jahren das einsturzgefährdete Objekt saniert werden. 1,08 Millionen Euro wird das Vorhaben insgesamt kosten, 20 Prozent davon - das sind etwa 260 000 Euro - muss die Kommune als Eigenanteil aufbringen. Die Mittel fließen aus dem Fördertopf "Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" - kurz GA. Damit soll die Kurstadt Bad Düben weiter touristisch aufgewertet werden.

Die Stadt als Eigentümerin der Immobilie wird zugleich auch Bauherrin. Wie das Vorhaben konkret umgesetzt werden soll, steht indes noch nicht fest, sei abhängig von den Vorgaben des Bescheides. Gut möglich, dass dieses Jahr noch Vorarbeiten erledigt werden können. Gebaut werden soll dann aber ab dem Frühjahr. Die Baugenehmigung liegt bereits vor.

"Uns steht viel Arbeit bevor", weiß Katharina Scharr. Und für traditionelle Veranstaltungen auf dem Museumsdorfgelände müssen ab dem kommenden Jahr Alternativen gefunden werden - das Gelände wird zur Großbaustelle.

Mit den neuen Schauwerkstätten soll dem gesamten Gelände noch mehr der Charakter eines Museumsdorfes gegeben und das ganze Areal touristisch attraktiver gestaltet werden. Ausreichend Exponate hat der Verein bereits in Aussicht: einen Eisenhammer, eine alte Schmiede und Druckwerkstatt sowie Exponate aus dem Bad Dübener Seiler- und Schuhmacherhandwerk. Ebenso ist eine Schauküche geplant, die der Vereinschefin besonders am Herzen liegt. Neben der Einrichtung von Schauwerkstätten wird auch eine Müller-Wohnung entstehen, die dann tatsächlich bewohnt wird. Diese werde allerdings von einem privaten Investor finanziert, so Astrid Münster.

Seit über zehn Jahren entwickeln die über 70 Mitglieder des Vereins den Standort rund um die Obermühle mit dem Ziel, neue Nutzungen in historischer Bausubstanz zu integrieren. Vieles ist bereits auf Basis des Entwicklungs- und Marketingkonzeptes gelungen, die Obermühle zu einem Besucher-Magnet geworden. An der historischen Wassermühle gibt es regelmäßig Kleinkunst, Kultur, Umweltbildung und Schulprojekte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.09.2013

Nico Fliegner

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