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Stadt will mit Naturparkhaus bei Bundeswettbewerb punkten

Stadt will mit Naturparkhaus bei Bundeswettbewerb punkten

Das Naturparkhaus in Bad Düben ist nicht nur für Naturfreunde ein Schatz, sondern auch für Technikfans. Dafür steht die moderne Heizungsanlage, die Erdwärme nutzt - und das auf besondere Weise: Das System verzichtet nämlich auf den Einsatz eines Frostschutzmittels, was normalerweise gängig ist.

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Das Naturparkhaus ist im Grunde auch ein Energiesparhaus: Dank moderner Heiztechnik fallen weniger Kosten an

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Die Stadt hat nunmehr das moderne Haus als Beitrag für einen bundesweiten Wettbewerb eingereicht.

Dass das von der Kommune sanierte Gebäude überhaupt auf Erdwärme zurückgreifen kann, geht auf Günter Dietzsch und seinen Mitstreitern im Ökologischen Beirat zurück, darunter auch Markus Krisch vom Bauamt. Das Gremium hatte sich im Zuge der Sanierung des Dreiseitenhofes am Stadteingang maßgeblich dafür stark gemacht, zukunftsweisende Heiztechnik einzusetzen. Eigentlich ist die Nutzung von Erdwärme keine große Sache. Immer mehr Häuslebauer setzen bereits darauf, weil sie dadurch langfristig erhebliche Energiekosten einsparen. Doch die Sache am Naturparkhaus war anfangs nicht unproblematisch. Das Areal liegt nämlich im Trinkwasserschutzgebiet. Und das bedeutet: Erdwärmeanlagen haben keine Chance. Denn das dafür verwendete Frostschutzmittel, das quasi die Wärme transportiert, könnte bei technischen Problemen das Grundwasser gefährden.

Also hatte sich der Öko-Beirat schlau gemacht, wie Erdwärme trotzdem zum Einsatz kommen könnte - und hat eine gut funktionierende Alternative gefunden. "Wir nutzen die oberflächennahe Erdwärme durch eine bivalent arbeitende Wärmepumpe zur Abdeckung des Grundwärmebedarfs", erläutert Günter Dietzsch das Vorhaben. Zusätzlich deckt ein Pelletkessel die Spitzenlasten ab. Als Wärmequelle wurden zehn Erdsonden in jeweils 43 Metern Tiefe gebohrt. "Die Besonderheit ist, dass die Anlage ohne Frostschutzmittel betrieben werden kann", so Dietzsch weiter. Die Technik habe deshalb einen gewissen Modellcharakter. Und sie passt auch inhaltlich zum Naturparkhaus, in dem es ja in der Dauerausstellung auch um den Klimawandel geht.

Die Zahlen aus dem Jahr 2012 sprechen dann auch für sich: Etwa 1,8 Tonnen CO2-Emissionen aus Stromverbrauch durch die Pumpe und Pelletanlage sind entstanden. Wäre aber Heizöl zum Einsatz kommen, wären 18.000 Tonnen CO2 emittiert worden. Die Differenz ist dann sozusagen der direkte Beitrag zum Klimaschutz: Satte 16,8 Tonnen CO2 sind eingespart worden. Insgesamt hat die Wärmepumpenanlage 5705 Kilowattsunden Strom verbraucht, die Pelletanlage 12.300 kWh. Die Anlage rechnet sich also. Und sie dient Bad Düben als Energiesparstadt außerdem als Besichtigungsobjekt. Denn der ehrenamtlich tätige Öko-Beirat gibt Interessenten an erneuerbaren Energien gern Auskunft und zeigt den Einsatz der speziellen Technologie, wie Günther Dietzsch erzählt. Von dieser könnten dann auch andere partizipieren, die im Trinkwasserschutzgebiet liegen, aber auf Erdwärme setzen wollen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2013

Nico Fliegner

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