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Stadtrat beschließt Mehrkosten für Naturparkhaus

Stadtrat beschließt Mehrkosten für Naturparkhaus

Der Stadtrat von Bad Düben hat am Donnerstagabend nach einer stundenlangen nicht öffentlichen Debatte die aufgetretenen Mehrkosten für das Naturparkhaus in Höhe von 50000 Euro bestätigt.

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Das neue Naturparkhaus in Bad Düben

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Insgesamt macht die Schlussrechnung 76824,91 Euro aus, liegt damit innerhalb der Plankosten in Höhe von über 80000 Euro.

Es war eine Stadtratssitzung, die eine gewisse Brisanz hatte. Tage im Vorfeld diskutierten die Räte intern über die aufgetretenen Mehrkosten für Zimmererarbeiten und die Umstände, die dazu führten, zumal Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) in der Kreiszeitung erklärt hatte, der Stadt sei kein Schaden entstanden. Die Abgeordneten wollten Klarheit. Deshalb wurden sie von der Bürgermeisterin eineinhalb Stunden vor der Ratssitzung eingeladen. Münster hatte zudem das verantwortliche Architekturbüro und das Unternehmen, das die Zimmererarbeiten ausführte, hinzugezogen. Das Ergebnis der gemeinsamen Beratung war für die Räte ernüchternd. Am Ende herrschte offenbar genau so viel Klarheit, wie davor: nämlich gar keine. Deshalb wurde der öffentlich angesetzte Tagesordnungspunkt in der Stadtratssitzung zum Thema Naturparkhaus kurzerhand an das Ende der Tagung verlegt und dann zum nicht öffentlichen Beratungspunkt erklärt.

„Warum wir den Punkt nicht öffentlich behandeln, hängt einfach damit zusammen, dass weder Verwaltung, Baufirma noch Planer in den letzten Stunden zur Aufklärung beigetragen haben“, sagte CDU-Stadtrat Mike Kühne Richtung Publikum. Die CDU/SPD-Fraktion sah sich deshalb außerstande, eine Entscheidung zu treffen. Anders sah das Stadträtin Edith Scheeren von den Freien Wählern. „Wir sind uns durchaus einig, aber stimmen auf Wunsch der CDU zu, den Punkt nicht öffentlich zu beraten“, erklärte sie.

Folglich verließen Gäste und Pressevertreter den Sitzungssaal. Hinter verschlossenen Türen ging dann eine hitzige Debatte los, bei der es mitunter so laut zuging, dass man Stadträte im Foyer des Rathauses akustisch wahrnahm. Als die Öffentlichkeit wieder hergestellt wurde, waren die Minen einzelner Volksvertreter und Verwaltungsangestellter alles andere als zum Lächeln aufgelegt. Münster las den knapp gefassten Beschlusstext vor, wonach die Stadt die 76800 Euro an die Zimmerei zahlen wird. Bis auf Stadtrat Kühne, der sich der Stimme enthielt, votierten alle anderen dafür.

Nachfragen der Presse im Nachhinein zu den Gründen und Ursachen für die Mehrkosten waren eher unerwünscht. Münster und einzelne Stadträte zeigten sich dann aber doch noch auskunftsfreudig. So wiederholte die Stadtchefin, dass Bad Düben kein Schaden entstanden sei, die Kosten würden im Plan liegen und wären „so und so entstanden“. Es habe ein Protokoll gegeben, auf dem lediglich das Wort Winterbaustelle gestanden habe. Die Mehrkosten seien dagegen nirgendwo aufgetaucht und der Verwaltung erst später bekannt gemacht worden. Da waren die Leistungen bereits erbracht, sprich der alte Dachstuhl  wie vom Denkmalschutz gefordert erneuert worden, was zu den erhöhten Kosten letztlich führte. Gegenüber den Verantwortlichen Regressansprüche zu stellen, habe die Stadt zwar zwischenzeitlich geprüft, dann aber wieder verworfen.

Nico Fliegner

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