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Stadtrat entscheidet über Bibliothek

Stadtrat entscheidet über Bibliothek

Bad Düben. Leseratten können aufatmen. Für die Stadtbibliothek der Kurstadt, die aus ihrem derzeitigen Domizil, dem sogenannten Würfel im Windmühlenweg, weichen muss, gibt es eine Lösung.

. Der Stadtrat hat auf seiner Sitzung am 26. August abschließend darüber zu befinden, ob er den Komplettumzug in das nicht weit entfernte Jugendhaus Poly mitträgt. Verbunden damit wäre ein Wechsel der Trägerschaft.

Kathrin Enders, Geschäftsführerin des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Nordsachsen, kann sich jedenfalls gut vorstellen, diese Einrichtung von der Stadt in ihre Fittiche zu nehmen. „Dass Bibliotheken von freien Trägern betrieben werden, dafür gibt es bundesweit durchaus Beispiele", sagt sie. Und die Idee, die sich nach ihren Angaben in Gesprächen einfach so entwickelte, hat Charme. Denn damit wäre auch die von den Bad Dübenern heftig kritisierte Aufteilung der Stadtbibliothek auf verschiedene Standorte vom Tisch. Das Jugendhaus Poly könnte komplett in die zweite Etage ziehen, womit für die Bibliothek das Erdgeschoss frei wäre.

„Gemeinsam mit den beiden Bibliothekarinnen, die wir von der Stadt übernehmen würden, haben wir ein Konzept erarbeitet", so Enders. Sie spricht dabei von „einer zielgruppenorientierten Arbeit". Es wäre sicher künftig etwas einfacher, Jugendliche für das Lesen zu begeistern. So könnten PC-Kabinett, Beamer und Leinwand des Hauses für Veranstaltungen mit genutzt werden. „Außerdem wären Lesenächte denkbar", wirft Enders einen Blick voraus. Das ging in der bisherigen Bibliothek, die für knapp 1000 aktive Leser rund 17 000 Medien bereithält, gar nicht. Doch auch ältere Leser dürften bei dem barrierefrei zugänglichen Haus keine Probleme haben. Enders, die eine Übernahme zum 1. Januar anstrebt, weist darauf hin, dass aber erst noch der Stadtrat das o.k. für diese Konzept geben muss. Zumindest eine Stimme ist sicher. Denn Bürgermeisterin Astrid Münster (Freie Wähler) erklärte auf Nachfrage, dass dies eine gute Lösung sei. „Maßstab ist der Kunde, also der Leser. Und auch bei der Awo bleibt es ja eine öffentliche Stadtbibliothek."

Ilka Fischer

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