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Städtebund stärkt Münster den Rücken für S-Bahn-Pläne

Städtebund stärkt Münster den Rücken für S-Bahn-Pläne

Zum ersten Mal im neuen Jahr trafen sich dieser Tage die Bürgermeister des Städtebundes Dübener Heide in der Kurstadt. Sie zogen eine positive Bilanz über die zurückliegenden zwölf Monate.

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Blick auf den winterlichen Bahnhof in Bad Düben. Geht es nach dem Städtebund, steht der nicht länger auf dem Abstellgleis.

Quelle: Steffen Brost

Bad Düben. Dass die Zusammenarbeit des Bundes funktionierte, hat unter anderem auch das Juni-Hochwasser gezeigt. Bis auf Bad Schmiedeberg waren alle Städte mehr oder weniger betroffen. "Es war eine gute Zusammenarbeit.Dübener Sandsäcke gingen unkompliziert nach Kemberg und Dommitzsch. Die Bad Schmiedeberger Feuerwehr half wiederum bei der Wasserbekämpfung bei Profiroll mit", lobte Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) das Zusammenspiel.

Für das neue Jahr haben sich die Verantwortlichen zahlreiche Punkte auf die Agenda geschrieben. So soll eine gemeinsame Informationsplattform für den Katastrophenschutz geschaffen werden, um bei neuerlichen Ereignissen wie Hochwasser schneller Hilfe zu organisieren und die Menschen früher mit Informationen versorgen zu können. "Ziel ist ein besserer Austausch zwischen den Kommunen, um sich gegeneinander zu unterstützen. Auf der Plattform sollen Ansprechpartner für Bürger, Wasserstände, Evakuierungswege und andere Sachen hinterlegt werden", erklärte Kembergs Stadtoberhaupt Torsten Seelig (CDU).

Einstimmigkeit herrschte indes auch beim Vorstoß von Astrid Münster, die Region um Bad Düben ans S-Bahn-Netz von Leipzig anzuschließen. Sie lobte das rund 1,2 Milliarden teure Projekt in der Messestadt in den höchsten Tönen. Man gelange so über den City-Tunnel in 40 Minuten von Leipzig nach Hoyerswerda. Auch Eilenburg und Delitzsch sind gut an das Netz angeschlossen. "Die Investition hat sich in meinen Augen gelohnt. Aber 40 Kilometer vor den Toren Leipzigs hört das ganze auf. Bad Düben hat davon nicht profitiert, obwohl hier funktionierende Gleise liegen", so Münster. Die Bad Dübener Bürgermeisterin bemängelte zudem, dass man tagsüber nahezu im Stundentakt nach Eilenburg und Leipzig käme, aber abends und an den Wochenenden die Verbindungen ausgedünnt sind. "Eine Anbindung an das S-Bahn-Netz würde sich schon deswegen lohnen, da beispielsweise Arzttermine mittlerweile in Leipzig auch nachts vergeben werden. In der Radiologie am Johannisplatz werden bis zwei Uhr nachts Patienten behandelt. Mit der bisherigen Situation ist eine Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr nicht möglich", so Münster. Der Städtebund will jetzt das Jahr nutzen, um Varianten zu prüfen, die Bahnstrecke wiederzubeleben. Man wolle sich im Laufe des Jahres mit den Verantwortlichen an einen Tisch setzen. "Die Verbindung ist notwendig für die Menschen in unserer Region. Dafür sollten wir alles mögliche tun", erklärte Bad Dübens Stadtchefin.

Ein weiteres Schwerpunktthema war der länderübergreifende Busverkehr, der noch nicht so funktioniert, wie er sollte. So kritisierte Gräfenhainichens Bürgermeister Harry Rußbült (Die Linke) den Schülerverkehr zwischen Bad Düben und seiner Stadt. Die Busverbindungen funktionierten "längst nicht reibungslos". Immer wieder müssten die Schüler auf den nächsten Bus warten oder sich von Eltern in die Schule fahren lassen, weil die Busse nicht aufeinander warten. "In Zukunft werden wir noch mehr Einfluss nehmen, wie wir die Ländergrenzen für den Schülerverkehr besser durchgängig machen. Es kann nicht sein, dass ein Busunternehmen nicht auf den Anschluss wartet oder umgekehrt. Wir werden eine runden Tisch initiieren und mit den Unternehmen reden", so Rußbült.

Auch der Verlauf der geplanten Bundesstraße 6 neu spielte im vergangenen Jahr eine Rolle im Städtebund. Dessen Positionierung ist eindeutig. Die neue Verbindung soll nicht unmittelbar durch den Naturpark Dübener Heide führen. Bei der Anbindung an die Trasse sollen vorhandene Straßen genutzt werden, um möglichst wenig Eingriff in die Natur vorzunehmen. Die Vorzugsvariante führe dann nicht direkt an Bad Düben vorbei, wie ursprünglich geplant, sondern weiter nördlich bei Kemberg.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.02.2014
Steffen Brost

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