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Staffelstabübergabe im Bad Dübener Kirchenwald

Staffelstabübergabe im Bad Dübener Kirchenwald

Förster György Asztalos, der seit 22 Jahren die Geschicke in dem etwa 425 Hektar großen Gebiet rund um die Kurstadt lenkte, ist jetzt in den wohlverdienten Ruhestand getreten.

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Pfarrer Jörg Uhle-Wetler verabschiedet Förster György Asztalos (Mitte) und begrüßt dessen Nachfolger für den Dübener Kirchenforst, Andreas Schirmer (rechts).

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Seine Nachfolge tritt der 38-jährige Andreas Schirmer an. Und der kann auf eine solide Arbeit aufbauen.

Das Rentenalter hat er mit seinen 69 Jahren längst erreicht. Doch György Asztalos machte weiter. Freiwillig und unbekümmert bis Ende vorigen Jahres. Und für eine Sache, die ihm am Herzen liegt - den Kirchenforst. Dabei war der Wittenberger mit bulgarischen Wurzeln, den es 1977 der Liebe wegen in die damalige DDR verschlagen hatte, nicht nur für den Dübener Kirchenforst zuständig, sondern zuletzt für insgesamt drei sogenannte Kirchenwaldgemeinschaften - nämlich die in Wittenberg und Herzberg mit einer Gesamtfläche von über 10.000 Quadratmetern. Und eben jene in Bad Düben unter dem Vorsitz von Pfarrer Uhle-Wettler. Und die galt es zu bewirtschaften. "Das funktioniert wie ein normaler Forstbetrieb", erzählt György Asztalos. Bedeutet: Holz muss geerntet und Flächen müssen wieder aufgeforstet werden. Der Wittenberger hat dabei über die Jahre ganze Arbeit geleistet. Als er anfing, habe es etwa 110 Vorratsfestmeter auf den Hektar Fläche gegeben. Mittlerweile sind es 245 - üblich seien heute 220 Vorratsfestmeter. Eine gute Arbeit also, von die der Wald insgesamt und die Gemeinde profitieren.

Am Bad Dübener Kirchenwald hat ihm besonders eine etwa 250 Quadratmeter große Fläche gefallen, "das Herzstück", wie er sie nennt. "Das ist eine interessante Sache, weil es eine zusammenhängende Fläche ist." Interessant und selten wohl zugleich, was Kirchenwälder im Allgemeinen angeht. Denn meistens sind die zerstückelt. Die Bad Dübener verfügen also über eine Besonderheit.

Dem erfahrenen Forstmann kam es bei seiner Arbeit von Anfang an auf "Langzeitwirtschaftlichkeit" an. Auf Nachhaltigkeit setzen, stand und steht an oberster Stelle im Kirchenforst, auch für seinen Nachfolger Andreas Schirmer, der an der Fachhochschule in Schwarzburg studierte und in der Nähe von Leipzig lebt und hier eine gute Ausgangssituation vorgefunden hat. Bad Düben werde den Schwerpunkt seiner künftigen Arbeit ausmachen, erzählt er. Eben weil es hier den 250 Hektar großen zusammenhängenden Kirchenwald gebe. Mit örtlichen Dienstleistern seien pro Jahr etwa 100 Hektar Wald zu durchforsten; eine Maßnahme soll im Juni in der Nähe des alten Waldkrankenhauses beginnen. Parallel würden bis zu 15 Hektar jährlich in den Gebieten der drei Kirchenwaldgemeinschaften wieder aufgeforstet. "Ich will einen engen Kontakt zu den Leuten vor Ort halten", erzählt er. Zudem gebe es viele Berührungspunkte in den Wäldern: Schilder, Bänke, Wege und Wild. "Es geht nicht nur um den Holzeinschlag." Doch auch der sei wichtig. Derzeit werden gute Holzpreise am Markt erzielt. Allein der Bad Dübener Kirchenwald verfügt über knapp 100.000 Festmeter Holz, was ein Vermögen von etwa sechs Million Euro ausmacht. Das gilt es, sinnvoll zu verwalten im Sinne der Kirchenwaldgemeinschaft und nachfolgender Generationen.

Pfarrer Uhle-Wettler wünscht dem neuen Förster, "dass er in seine Arbeit reinwächst" und dass Förster Asztalos "den Wald jetzt genießen kann und nicht mehr die Pilze nebenbei suchen muss". Für beide gab es eine Flasche Wein als Dank und Ansporn. Und dankbar zeigte sich auch György Asztalos beim Abschied: "Ich habe das gern gemacht. Förster bleibt man ein Leben lang", erzählt er. Nunmehr wolle er sich als Ruheständler im sichtlichen Unruhestand eine neue Aufgabe suchen. Und die soll, wie es sollte es anders sein, etwas mit Wald zu tun haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.05.2013

Nico Fliegner

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