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Bad Dübener Öko-Beirat lädt zum Energiestammtisch ein

Steigende Strompreise Bad Dübener Öko-Beirat lädt zum Energiestammtisch ein

Eigentlich hatte sich Günter Dietzsch aus dem Öko-Beirat zurückgezogen. Doch der 86-Jährige kann nicht davon lassen, sich einzubringen, um die Erneuerbaren Energien in seiner Heimatstadt weiter voranzubringen. Und auch deshalb wirbt er offensiv für den Energiestammtisch, der am 27. April im Hotel National stattfindet.

Bad Düben ist europäische Energiekommune.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Es ist etwas ruhig um den 2009 von ihm mitgegründeten Öko-Beirat in Bad Düben geworden, sagt Günter Dietzsch. Fast schon zu ruhig. Und so meldet er sich, rund ein Jahr nach seinem Rückzug, zurück, um wieder mitzumischen. Zu wichtig ist dem 86-Jährigen das Thema Erneuerbare Energien in seiner Heimatstadt. „Einige Aktivposten sind ausgeschieden, zudem nehmen die Vertreter der Fraktionen, die bei der Gründung aktiv dabei waren, nicht mehr an den Sitzungen teil“, bedauert Dietzsch.

Doch das Dranbleiben sei immens wichtig. Zum einen habe Düben viel erreicht. Den Europäischen Energiepreis 2005 hatte die Kommune als erste in Sachsen gemeinsam mit Görlitz erhalten. Es gibt ökologische Modellprojekte wie die Wärmepumpen-Heizung im Naturparkhaus, die oberflächennahe Erdwärme nutzt und ohne Frostschutzmittel auskommt, die Wärmepumpenanlage im Klärwerk, die Wärme des Abwassers verarbeitet das erste Bürgersolarkraftwerk. Das sei gut, reiche aber nicht aus, um langfristige Strategien für eine ökologische Kurstadt entwickeln zu können.

Delitzsch macht es vor

Günter Dietzsch schaut da auch nach Delitzsch: „OBM und Stadtwerke, also die, die Einfluss haben, sind die Akteure, wenn es zum Beispiel um die Gründung einer Genossenschaft geht.“ In Düben vermisse er solche Aktivitäten. Die Kurstadt habe sich mit der Energie- und Klimaschutzkonzeption zum Ziel gesetzt, den Kohlendioxidgehalt bis 2020 um 25 Prozent zu reduzieren. „Ich bin mir sicher, dass wir das schon erreicht haben, aber die Nachweisführung fehlt.“

In der Energiepolitik hätten sich außerdem Veränderungen ergeben. So ist die Energieeinspeisevergütung von 50 auf 30 Cent pro Kilowattstunde gesunken, Steuern, Abgaben und Umlagen haben sich seit dem Jahr 2000 fast verdreifacht, der Strompreis stieg für Privathaushalte von 14 auf 29 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Trend werde sich 2017 fortsetzen. „Ökonomisch und ökologisch geändert hat sich aber auch die Technik“, so Dietzsch. Als er 2008 seine Fotovoltaikanlage aufs Dach seines Eigenheimes bauen ließ, kostete diese 12 000, heute würde sie 3000 Euro kosten. Damals sei es am besten gewesen, die erzeugte Energie ins Netz einzuspeisen. „Heute ist es sinnvoller, diese selbst zu verbrauchen.“

Tipps von Experten

Anlagen schaffen, die sich für den Verbraucher ökonomisch und ökologisch rechnen – das ist das Anliegen des Beirats. Wege, wie dies geht, soll der Energiestammtisch aufzeigen, der am 27. April im Hotel National stattfindet. Interessenten können sich über die Errichtung und Nutzung von Fotovoltaikanlagen zur überwiegenden Deckung des eigenen Strombedarfs informieren. Darüber hinaus werden Wege zur Steuerung des Eigenstromverbrauches, der Stromspeicherung und der Vernetzung von Stromverbrauchern aufgezeigt. Anwesend sind Vertreter von Fachfirmen, die Fotovoltaikanlagen mit Batteriespeicher für Privathaushalte und zudem ein System bieten, das Menschen zu einer großen Gemeinschaft verbindet, die ihren Strom selbst produzieren, selbst verbrauchen und überschüssigen Strom in einem Pool bereitstellen, aus dem auch sie sich bei Bedarf bedienen können.

Termin: 27. April, 19 Uhr, Hotel National. Anmeldungen unter Telefon: 034243 7220, Fax: 034243 72270 oder per E-Mail: krisch@bad-dueben.org

Von Kathrin Kabelitz

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