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Straßenstreit in Pristäblich

Straßenstreit in Pristäblich

Pristäblich. Auf einmal war die Ernst-Thälmann-Straße in Pristäblich an der Ausfahrt zur Eilenburger Straße dicht. Sehr zum Ärger der Anwohner, die bisher über diesen ungewidmeten Abschnitt die Eigenheimsiedlung verlassen und wieder in Richtung Staatsstraße 11 fuhren.

. Jetzt müssen sie wenden und die 4,20 Meter breite Straße, die sich aufgrund ihrer Breite nicht für den Begegnungsverkehr eignet, nutzen. Die bisherige Straße ist nur noch für Fußgänger geeignet. Entsprechend hoch schlugen die Emotionen, die Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) jetzt dazu brachten, die Betroffenen zum Gespräch einzuladen.

Er kam nicht mit leeren Händen. Zunächst räumte Schneider ein, in Sachen Informationspolitik unglücklich gehandelt zu haben: „Wir haben zwar schon mal darüber gesprochen, aber ich hätte hier mit Postwurfsendungen die Anwohner über die bevorstehende Sperrung der Straße noch mal in Kenntnis setzen müssen".

Schneider hatte aber auch Vorschläge, die zur Lösung beitragen sollen. Doch erstmal zum Problem selbst: Seit Jahrzehnten sind die Häuser in der Ernst-Thälmann-Straße von zwei Seiten erreichbar. Genau genommen, sogar von drei, denn die Häuserzeile zur Eilenburger Straße ist auch von dieser befahrbar. Die Verbindung zur Eilenburger Straße war allerdings ohne Berücksichtigung der Eigentumsverhältnisse gebaut worden. Vor acht Jahren kaufte ein privater Bauherr das benachbarte Grundstück und sanierte die darauf stehenden Häuser. Ein Großteil der Straßenbreite gehört dazu. Und es sei schon damals absehbar gewesen, dass er den auch auf der Straße liegenden Bereich zum Grundstück dazuzählen würde und damit die Straße für Autofahrer nicht mehr zur Verfügung steht. „Spätestens dann hat es die Gemeinde verschlafen, das Land rauszumessen und zu kaufen", ist Anwohner Matthias Jentzsch sauer. Der Privateigentümer, so Jentzsch, hätte es der Gemeinde mehrfach angeboten. „Aber auch dann hätten wir als Gemeinde das öffentliche Interesse nachweisen müssen", so Schneider, der bestätigt, dass die Gemeinde durchaus das Vorkaufsrecht gehabt hätte.

Um die Situation zu entschärfen, gibt es seit Kurzem einen Wendehammer. Vor allem für den Lieferverkehr, so Schneider. Dieser müsse auf jeden Fall gesichert sein. Geprüft werden solle zudem, ob das hinter dem Wendeareal derzeit brachliegende Gebiet überplant und mit Baurecht versehen werden könnte (Anfragen liegen bereits vor) und somit eine Verbindung zur Thomas-Müntzer-Straße möglich ist. Denkbar wäre aber auch die Sanierung der Ernst-Thälmann-Straße, mit Kappung eines der beiden Fußwege und einer damit möglichen Verbreiterung auf

5,50 Meter. Dann ist auch der Begegnungsverkehr nicht mehr das Problem.

In der Diskussion kristallisierte sich zumindest das Projekt Straßensanierung als denkbare Alternative heraus. Bedenken aber bleiben, wie die Aussage von Matthias Jentzsch zeigt: „Ich habe Befürchtungen, dass das Provisorium Wendehammer bleibt." Alle Maßnahmen, die jetzt notwendig sind, seien zudem teurer, „als wenn die Gemeinde das Stück gleich gekauft hätte."

Kathrin Kabelitz

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