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Streit um Biber-Dämme geht weiter

Streit um Biber-Dämme geht weiter

Der Biber am Hammerbach und die Probleme mit dem Wasser sorgen weiterhin für unterschiedliche Auffassungen zwischen Stadt und Umweltschützern. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) legte am Freitag in einer Pressemitteilung nach und bezeichnete die Aussagen des Biberschutzbeauftragten des Landkreises Nordsachsen, Werner Sykora, als "Falschinformation".

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Der Biber und seine Bauten erhitzen die Gemüter in der Heide.

Quelle: Nico Fliegner

Bad Düben. Er warf der Stadtverwaltung in einem LVZ-Beitrag Versäumnisse vor. Die Stadt hätte einen Biberdamm nicht rückgebaut, obwohl dies verabredet worden war. Bereits im Juli sollte dies passieren. Sykora beruft sich auf eine Beratung im Februar, bei der dieser Termin schriftlich festgelegt wurde. Der Kreiszeitung liegt das Papier vor. Passiert ist aber in Sachen Damm-Entfernung trotz Nachfragen Sykoras im Bauamt nichts, weil die Anlaufberatung mit dem Unternehmen zur Sohle- und Dammberäumung erst am 15. September war. Münster erklärte: "Lediglich das Anpassen der vorhandenen Biberdämme durch Herunternehmen des Staumaterials war der Stadt erlaubt. Ferner wurden mehrere Bibertäuscher eingebaut, die das Bauen weiterer Dämme verhindern sollen."

Aus besagtem Protokoll der Anlaufberatung, das die Bürgermeisterin am Freitag der Kreiszeitung zur Verfügung stellte, geht hervor, dass ein Damm sehr wohl vollständig rückgebaut werden durfte. Unter Punkt 4 heißt es: "Der obere Biberdamm ist komplett zu entfernen. Der untere Biberdamm ist bis zur Erdschicht abzutragen." Die Arbeiten sollten spätestens am 27. September beginnen.

Die Stadt hätte aber schon viel eher handeln und den Damm entfernen können, wäre sie den Forderungen Sykoras nachgekommen und hätte sie die Anlaufberatung zeitiger angesetzt. Laut Münster habe aber das Unternehmen im Juli nicht zur Verfügung gestanden und Genehmigungen waren nicht da.

Die Stadtchefin räumte ein, dass es im Februar die besagte Zusammenkunft zwischen der Stadtverwaltung, dem Amt für Landwirtschaft und dem Landratsamt Nordsachsen zur Problematik gegeben hatte. "Hierbei wurde festgelegt, dass bis Ende Februar die Bäume im Uferbereich des Hammerbaches in der Höhe vom Freibad bis zur B 2 gefällt werden, so dass im August oder September mit der Sohle-Beräumung des Hammerbaches durch die Stadt begonnen werden kann", erklärte sie. Anfang dieser Woche nahm eine Firma die Arbeiten tatsächlich auf, da war das Hochwasser aber schon da. Im Zuge dessen ließ Münster schließlich eine Fischtreppe und Bauwerke des Bibers entfernen, um Schaden zu begrenzen. Aber nicht die Biberdämme hätten laut Münster zum Überströmen des Wassers im Hammerbachtal gesorgt, "zumal diese bereits auf Unter-Ufer-Niveau heruntergenommen wurden", sondern "der massive Niederschlag".

Die Sohle-Beräumung hält derweil FDP-Stadtrat Eckehard Tulaszewski für "zwingend notwendig". Diese müsse alle fünf Jahre erfolgen, sagte der Wasser-Experte. Er war am Ort des Geschehens und habe gesehen, dass jede Menge Ablagerungen und Kraut ausgebaggert wurden, die die Hochwassersituation verschärft hätten.

Münster geht derweil in einem Punkt mit dem Biberexperten Sykora mit: Die Hauptursache für die Probleme sei die Bachverlegung. Das Wasser würde sich das alte Bachbett suchen. "Aus Umweltgesichtspunkten wäre eine Renaturierung wünschenswert, jedoch wurden in den vergangenen Jahrzehnten in das ehemalige Bachbett mehrere Eigenheime gebaut, so dass diese Lösung nicht realisiert werden kann."

Biber in Tellereisen gefangen

Bad Düben. Grausiger Fund an der Mulde: Während des jüngsten Hochwassers hat ein Kurstädter ein Tellereisen in der Nähe der Stadtmühle in Bad Düben gefunden, in dem ein Biber gefangen war. Das teilte der Biberschutzbeauftragte des Landkreises Nordsachsen, Werner Sykora, am Freitag der Kreiszeitung mit.

Sykora hat das Eisen konfisziert. "Der Biber war mit der rechten Vorderhand in dem Tellereisen", erklärte der Tierschützer. Der rechte Unterarmknochen sei "stark verletzt" gewesen. Das Tier habe Mühe gehabt, ein trockenes Plätzchen in der Muldeaue zu finden. "Es gelang uns, dem Biber aus der misslichen Lage zu befreien und ihm einen Apfel zu füttern. Ob das Wildtier mit dem Leben davon kommt, ist unklar", so Sykora weiter.

Seinen Angaben zufolge sei die Anwendung der Tellereisen zum Fang von Raubwild seit 1995 in der gesamten Europäischen Union verboten. "Bei der Jagdbehörde wird deshalb eine Anzeige gegen unbekannt erfolgen", erklärte er. Außerdem sei der Fang von geschützten und nicht jagdbaren Tieren, wozu der Biber gehört, gemäß Bundesnaturschutzgesetz verboten.

Nico Fliegner

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