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Streit um Schnaditzer Wiesen-Bolzplatz vorerst beigelegt

Kompromiss Streit um Schnaditzer Wiesen-Bolzplatz vorerst beigelegt

Noch haben die Schnaditzer Mädchen und Jungen keinen Ball auf der Wiese direkt neben dem Spielplatz getreten. Trotzdem hatte das Thema Ballspielplatz in den vergangenen Tagen und Wochen für reichlich Gesprächsstoff in dem 300 Einwohner zählenden Bad Dübener Stadtteil gesorgt.

Sylvio Grahle (Zweiter von rechts) und Mitglieder des Verwaltungsausschusses des Stadtrates informierten sich dieser Tage vor Ort über das Spielplatz-Problem in Schnaditz.

Quelle: Ilka Fischer

Schnaditz. Noch haben die Schnaditzer Mädchen und Jungen keinen Ball auf der Wiese direkt neben dem Spielplatz getreten. Trotzdem hatte das Thema Ballspielplatz in den vergangenen Tagen und Wochen für reichlich Gesprächsstoff in dem 300 Einwohner zählenden Bad Dübener Stadtteil gesorgt. Denn während sich gefühlt 99 Prozent der Schnaditzer hinter das Projekt Spielplatz stellten und das auch mit 102 Unterschriften innerhalb weniger Tage belegten, gab es von der Anlieger-Familie Sterna massive Bedenken. Diese führte insbesondere Lärmbelästigung auf ihrer dem Bolzplatz zugewandten Terrasse ins Feld.

Doch nach einem Vor-Ort-Termin in Schnaditz, bei dem sich Rathaus-Mitarbeiter, Stadt- und Ortschaftsräte sowie Anlieger trafen, werden wohl im kommenden Jahr die ersten Tore auf der Wiese geschossen werden können. Das Fußballspielen auf der Straße, bei der die Kinder die Tore bei jedem ankommenden Auto immer wegräumen, könnte damit der Vergangenheit angehören.

Ortschaftsrätin Steffi Wemme, die in den vergangenen Wochen in dieser Sache das Sprachrohr des Ortschaftsrates war, fasste es so zusammen: "Ich bin froh, dass wir zu einer Lösung gekommen sind." Denn das letzte, was Schnaditz wolle, sei ein Nachbarschaftsstreit.

Dass es zu einer Lösung kam, daran hat Sylvio Grahle, der das Streitgespräch souverän leitete, großen Anteil. Noch vor Ort fasste der Kämmerer der Stadt Bad Düben das Ergebnis so zusammen: "Wir wollen, dass die Kinder auf der Wiese neben dem Spielplatz Fußball spielen können. Dieser Bolzplatz wird rund 16 Meter Abstand zum Grundstück der Familie Sterna haben." Dieser 16-Meter breite Streifen, über dessen Verkauf an die Familie Sterna es in der Vergangenheit zu einigen, das Ganze nicht einfacher machenden, Irritationen kam, bleibt damit zunächst im Eigentum der Stadt. Familie Sterna, die das Ende eines Pachtverhältnisses für den Kauf nutzen möchte, bekommt ab sofort ein Wegerecht. Ende 2016, wenn der Wiesen-Bolzplatz sowie eine Seilbahn und eine Korbschaukel aufgebaut sind, steht der Verkauf des 490 Quadratmeter großen Wiesenstücks zwischen ihrem Grundstück und dem künftigen Bolzplatz noch einmal auf der Agenda.

Steffi Wemme sagte: "Prinzipiell können wir uns den Verkauf schon vorstellen, denn eigentlich wird dieser Streifen ja nicht gebraucht. Doch wir wollen uns mögliche Optionen für die Erweiterung des Spiel- und Ballplatzes nicht verbauen." Eine Rückstellung des Grundstücksverkaufes und eine spätere Entscheidung sei aber eine akzeptable Lösung. Klar müsse aber auch sein, dass der Ballplatz dann direkt an das vergrößerte Grundstück der Familie Sterna grenzen würde. Inwieweit sich mit Fangnetzen verhindern lasse, dass ein Ball zu ihr auf das Grundstück fliegt, blieb eine an diesem Abend nur angerissene Frage.

Bettina Sterna hatte zuvor ihrerseits gesagt, dass "wir mit spielenden Kindern kein Problem haben". Das Ganze müsste aber über eine Benutzerordnung geregelt sein. Eine solche schlossen die Vertreter des Ortschaftsrates nicht aus, verwiesen aber darauf, dass sich nicht alles regeln und schon gar nicht kontrollieren lasse. Doch sie machten klar, dass es sich in Schnaditz nicht um einen ausgebauten Bolzplatz, sondern "um eine Wiese mit Toren drauf", handeln wird.

Ilka Fischer

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