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Bad Düben Streuobstwiesen erleben Renaissance
Region Bad Düben Streuobstwiesen erleben Renaissance
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13:46 13.10.2010
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. Der Landschaftspflegeverband (LPV) Nordwestsachsen hat dazu ein Projekt gestartet, das in den nächsten drei Jahren umgesetzt und sich intensiv mit der traditionellen Form des Obstbaus beschäftigen wird. „Wir wollen einerseits die Bürger über dieses Thema grundlegend informieren und andererseits zeigen, dass wir hier noch Bestände haben, die es lohnt, zu pflegen", sagte Veronika Leißner vom LPV.

In Sachsens Landwirtschafts- und Umweltminister Frank Kupfer (CDU) hat der Verband einen „Verbündeten" gefunden. „Die Landschaftspflegeverbände sind wichtige Partner bei der Umsetzung unserer Ziele zur Sicherung der biologischen Vielfalt und Erhaltung unserer einzigartigen Kulturlandschaft", sagte der Minister und überreichte dem LPV kürzlich einen Fördermittelbescheid in Höhe von 34 200 Euro für das Projekt „Streuobstkreisläufe in Nordsachsen". Damit will der Verein zahlreiche Umweltbildungsmaßnahmen und Projekttage für Schulen veranstalten. Demnach sollen Sortenschauen und Baumschnittseminare sowie eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit mehr Sensibilität und praktisches Wissen für die gefährdeten Biotope vermitteln. Entstehen wird beispielsweise eine Internetseite, die sich ausschließlich mit Streuobstwiesen beschäftigt. Außerdem werden mit dem Geld neue Bestände angelegt und historische Plantagen erneuert. Laut Leißner gebe es nahezu im gesamten Kreisgebiet Streuobstwiesen, die nicht weiter gepflegt würden, sowohl im privaten als auch im kommunalen Besitz. Beispiele sind Biotope in „In der Spröde" bei Delitzsch, in Hainichen bei Eilenburg, in der Gemeinde Mockrehna und „ganz viele im Dübener Bereich", so Leißner.

Laut LPV gehe aber das Anliegen, die Streuobstwiesen zu erhalten, noch viel weiter. „Wir streben an, Kreisläufe zu schaffen. Zum Beispiel ist der naturtrübe Apfelsaft eine Grundsubstanz für die Herstellung neuer Getränke. Wir wollen mit Lohnmostereien und Keltereien zusammen arbeiten. Auch Brennereien haben schon Interesse gezeigt." So will der LPV anschieben, dass beispielsweise Vereine und Institutionen ihren eigenen Saft oder Obstbrand mit eigenem Etikett herstellen können. Zudem ist der Verband an einer Kooperation mit Schulen interessiert.

Bei Streuobstwiesen stehen im Gegensatz zu Plantagenobstanlagen die Bäume verstreut in der Landschaft, daher der Name. Streuobstwiesen umgaben in früheren Jahrhunderten landschaftlich prägend die Dörfer und Städte. Sie wurden in erster Linie für die Versorgung der Bevölkerung angelegt. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft sowie des Bau- und Siedlungswesens wurden die Bestände in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark dezimiert. Laut Naturschutzbund Deutschland bieten Streuobstwiesen über 5000 Tierarten eine Heimat.

http://www.lpv-nordwestsachsen.de/

Nico Fliegner

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