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Bad Düben Symphonie des Grauens in der Presseler Kirche
Region Bad Düben Symphonie des Grauens in der Presseler Kirche
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19:30 26.11.2018
Nosferatu flimmerte in der Kirche Pressel über die Leinwand, an der Orgel Peter Michael Seifried. Quelle: Kathrin Kabelitz
Pressel

Eine Symphonie des Grauens konnte erleben, wer am Wochenende die Presseler Kirche besuchte. Nosferatu aus dem Jahr 1922 flimmerte da über die Leinwand. Der vom Münchner Filmmuseum in aufwendiger Bastelarbeit rekonstruierte Streifen zog die Besucher trotz der Kälte in seinen Bann. Zu den Bildern des 20. Jahrhunderts, die sich unauslöschlich in das kulturelle Gedächtnis eingegraben haben, spielte Peter Michael Seifried, Kreiskantor aus dem Kirchenkreis Zossen-Fläming, eindrucksvoll an der vor einigen Jahren restaurierten Rühlmann-Orgel – je nach Situation mal fröhlich-locker und volkstümlich, mal dramatisch und düster.

Ungewöhnliche Kultur-Kombination

Seifried, in Pressel schon einige Male zu hören, hatte vor einigen Jahren die Idee zu dieser ungewöhnlichen Kultur-Kombination Stummfilm – Orgel. Stummfilme wurden immer mit improvisierter Klavierbegleitung aufgeführt und Orgeln waren die Instrumente, mit denen man in den 1920er-Jahren die meisten Stimmungen darstellen konnte. Warum also nicht beides kombinieren, dachte sich Seifried.

Plötzlich gab es noch „Mord in der Orgel“

Die Idee kam auch in Pressel gut an, wenn auch, warum auch immer, DVD oder Laptop nach der Glühwein-Pause streikten. Gelegenheit für den Mann aus Jüterborg, kurzerhand einen in seiner Kirche selbst gedrehten Stummfilm mit dem nicht weniger verheißungsvollen Titel „Mord in der Orgel“ zu zeigen. Und auch den vertonte der Meister gekonnt, bis Ersatz herbeigeschafft und die Besucher das Ende des Nosferatu-Dramas schließlich doch noch erleben konnten. Ein Film, der von Erlösung und Liebe erzähle, deshalb könnte man ihn auch in der Kirche zeigen, sagte Pfarrer Andreas Ohle. Er vermittele aber auch: Je mehr man gegen die Grenzen seines Lebens anläuft, desto unfreier wird man.

Viel Applaus zum Schluss

Zum Schluss gab es viel Applaus. Und auch Seifried ist voll des Lobes. Vor allem über Christian Schmidt, selbst Organist und im Kirchspiel Authausen für die Orgeln verantwortlich, „ohne dessen fachliche Kompetenz als Sachverständiger die Rühlmann-Orgel in der heutigen perfekten Gestalt nicht überlebt hätte.“

Von Kathrin Kabelitz

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