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Tafel-Ausgabe in Laußig: Bedürftige nehmen zwei Stunden Wartezeit in Kauf

Lebensmittel Tafel-Ausgabe in Laußig: Bedürftige nehmen zwei Stunden Wartezeit in Kauf

Jeden Montag öffnet die Ausgabestelle der Tafel in Laußig. Schon Stunden vorher herrscht stets großer Andrang. Ausgegeben werden dann Lebensmittel aller Art, derzeit auch frisches Gemüse aus den eigenen Tafelgärten.

Cornelia Bennour, Matthias Hoffmann und Silvia Wieczorek (von links) sind das ehrenamtliche Team an der Lebensmittelausgabe bei der Tafel im Laußiger Heidecenter.

Quelle: Steffen Brost

Laußig. Die Sonne brennt unbarmherzig. Trotzdem stehen schon zwölf Menschen an der Ausgabestelle der Tafel im Laußiger Heidecenter an. Sie müssen noch zwei Stunden bis zur Öffnung warten. Ihre Taschen haben sie schon einmal vorsorglich vor die Eingangstür gestellt. „Das ist hier jeden Montag das gleiche Bild. Die Ersten kommen schon gegen 11 Uhr und die Ausgabe macht erst um 14 Uhr auf. Aber wir warten gern. Denn die fast kostenlosen Lebensmittel helfen uns zu überleben“, sagte eine 53-Jährige, die namentlich nicht genannt werden möchte.

Ehrenamtliches Team am Start

Auch viele Flüchtlinge warten darauf, dass es bald losgeht. Doch im Geschäft laufen die Vorbereitungen noch auf Hochtouren. Matthias Hoffmann von der Delitzscher Tafel hält die organisatorischen Fäden in der Hand, koordiniert die Lieferungen und das Einsortieren der Lebensmittel. Hilfe bekommt er dabei von Silvia Wieczorek und Cornelia Bennour. Alle drei gehören zum ehrenamtlichen Team der Tafel. „Die Ausgabestelle in Laußig hat im November 2011 eröffnet. Seitdem reichen wir jeden Montag von 14 bis 16 Uhr Lebensmittel für Menschen aus“, erzählt Hoffmann.

Lebensmittel aus Supermärkten

In den Stunden vor der Eröffnung werden die Lebensmittel aus den umliegenden Supermärkten zusammengetragen. Vor allem aus Bad Düben. „Wir sammeln überschüssige oder für die Vernichtung vorgesehene Lebensmittel, um sie an bedürftige Menschen zu verteilen. In der Regel handelt es sich bei den Lebensmitteln um solche, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, aber qualitativ noch einwandfrei sind, zum Beispiel Milch und Milchprodukte, Obst und Gemüse, Fertigwaren, abgepackte Fleisch- und Fischwaren kurz vor Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums sowie Fehlabfüllungen und dergleichen. Ergänzt werden diese Artikel durch vollwertige Lebensmittelspenden von Produzenten wie Backwaren, Konserven, Wurst- und Fleischwaren, Milchprodukte, Salate, Süßwaren, Frost- und Tiefkühlware“, so Hoffmann weiter. Dazu kommt frisches Obst und Gemüse aus dem eigenen Tafelgarten in Pristäblich. Hier wird alles mögliche angepflanzt.

Einkauf ist nicht umsonst

Bis die Ausgabestelle öffnet, haben die Helfer alle Hände voll zu tun. Die Zeit ist immer knapp. „Machen wir mal nicht pünktlich auf, wird oft gleich herumgemeckert. Aber viele bedanken sich auch für die fast kostenfreien Einkaufskörbe“, weiß Silvia Wieczorek. Jeder, der die Tafel nutzt, muss seinen Bescheid, dass er die Tafel nutzen darf, vorlegen. Der Einkauf ist nicht umsonst. 2,50 Euro pro Person werden fällig. Die Einnahmen müssen die Organisationskosten decken. Die Körbe mit den Waren werden vorverpackt. Von allen kommt etwas rein. Sind Kinder in der Bedarfsgemeinschaft, liegt mehr Obst und meist auch etwas Süßes mit dabei. Das Sortiment ist reichhaltig. Sogar Blumen werden regelmäßig ausgegeben. Nur an Milchprodukten wie Butter, Eier, Käse und Milch mangelt es häufig.

Spender gesucht

„Wir suchen ständig neue Spender. Denn wenn wir mehr haben, können wir auch mehr an die bedürftigen Menschen ausgeben“, so Hoffmann. Kurz vor Feierabend sind die Regale wie leer gefegt. Die ehrenamtlichen Helfer machen noch etwas sauber und bereiten alles vor. Denn am nächsten Montag um 14 Uhr öffnet die Ausgabestelle wieder.

Von Steffen Brost

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