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Bad Düben Technisch veraltet: Bundespolizei mustert Einsatzschiff „Bad Düben“ aus
Region Bad Düben Technisch veraltet: Bundespolizei mustert Einsatzschiff „Bad Düben“ aus
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00:18 05.02.2016
Die „Bad Düben“ war eines der beiden Schiffe, die für die ZDF-Serie „Küstenwache“ im Einsatz waren, hier ein Bild von der Film-Besatzung. In der vergangenen Woche lief die letzte Folge. Quelle: dpa
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Bad Düben

Das ZDF hat die Crew der Vorabend-Serie „Küstenwache“ in der vergangenen Woche nach 17 Staffeln von Bord geschickt. Das Aus für die Film-Schiffe stand bereits zuvor fest. Denn im November hat der Bundestag Mittel freigegeben, um veraltete Boote der Bundespolizei See zu ersetzen. Neben der „Neustrelitz“, die neben dem Bundespolizeischiff 23 „Bad Düben“ als „Albatros II“ in der TV-Serie über die Ostsee schipperte, geht es noch um die „Bad Bramstedt“ .

Die Boote der Sassnitz-Klasse wurden Ende der 1980er-Jahr von der Peene-Werft in Wolgast gebaut. Die „Neustrelitz“ und die „Bad Düben“, ehemals die „Ostseebad Binz“, wurden nach der Wende grundlegend umgebaut und zunächst von der Deutschen Marine, dann vom Bundesgrenzschutz und seither von der Bundespolizei genutzt. Einsatzhafen des einstigen Raketenschnellbootes der NVA war bis 2003 Cuxhaven. Seit dem liegt sie in Neustadt in Holstein vor Anker und versieht ihren Dienst. Das Schiff ist fünf Tage die Woche unterwegs und kontrolliert die Seegrenze auf rund 700 Kilometern. Die 14 Mann starke Besatzung ist für polizeiliche Aufgaben zuständig, an Rettungseinsätzen beteiligt oder beseitigt Hindernisse aus dem Meer, die Schiffen gefährlich werden können. Auch die Abwehr von Terror und Piraterie spielt eine Rolle.

Gründe für die Ausmusterung gibt es laut einer Mitteilung des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags einige: Die Patrouillenschiffe sind technisch in einem maroden Zustand. Aufgrund des Alters ist eine Behebung dieser Mängel nicht gegeben. Schäden führen zu langen Ausfallzeiten und steigenden Instandhaltungskosten. Zudem erfüllen die Schiffe nicht mehr die seetechnischen Anforderungen, auch die Doppelbelegung von Kammern, die Sanitäreinrichtungen und beengte Sozialräume entsprechen nicht mehr den Standards. Ebenso laufen die Seetüchtigkeitszulassungen 2017 und 2018 aus. Für die avisierten 61 Millionen können zunächst zwei Schiffe finanziert werden.

In der Kurstadt stößt die Meldung auf unterschiedliche Reaktionen. Denn unklar ist, ob mit der BP 23 auch der Schiffsname „Bad Düben“ vom Meer verschwindet. Bei der Bundespolizeiabteilung besteht großes Interesse, dass ein neues Schiff erneut auf diesen Namen getauft wird. „Informationen dazu gibt es aber noch nicht“, so Sprecher Michael Marx. Auch zum Zeitplan liegen derzeit keine Details vor.

Die jahrelange Partnerschaft der Stadt zum Patrouillenboot und dessen Besatzung kann durchaus als innig bezeichnet werden. Heimatfreund Otto Koltermann hat sie von Beginn an begleitet und eine Dokumentation erstellt, die über 500 Seiten stark ist. Zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Eckehard Tulaszewski war er sowohl beim Stapellauf nach dem Umbau, der Jungfernfahrt als auch der Taufe am 15. Mai 1996 in Wolgast dabei, danach folgten viele gegenseitige Besuche. Beim Treffen des Heimatvereins mit Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) hörte Koltermann erstmals vom geplanten Ende des Schiffes: „Das hat mich hart getroffen.“ Ganz spontan geäußerte Vorschläge, das 48,90 Meter lange und 8,65 Meter breite Boot nach Bad Düben zu holen, hält er allerdings mit Verweis auf Kosten und Größe für undurchführbar.

Von Kathrin Kabelitz

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