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Teures Kita-Essen: Lösung erst im neuen Jahr

Teures Kita-Essen: Lösung erst im neuen Jahr

Für Susann Schmieder und Nancy Müller, Elternsprecherinnen der Kindereinrichtungen "Märchenland" und "Spatzenhaus" in Bad Düben, ist klar: Der Gang zu den Stadträten hat sich gelohnt.

Bad Düben. Unisono lobten sie die Sachlichkeit bei dem Treffen, das vor der letzten Sitzung des Stadtrates stattfand. "Wir", zu denen sie auch die Vertreter der Heide-Grund- und der Oberschule zählen, "wurden ernst genommen", brachte Susann Schmieder das Gefühl aller anwesenden Eltern auf den Punkt.

Wie berichtet, kommen auf die Bad Dübener Eltern im nächsten Jahr erhebliche Mehrbelastungen zu. Sowohl Elternbeiträge als auch die Versorgung werden teurer. Insgesamt würden sich die Mehrbelastungen für eine Familie mit zwei Kindern auf bis zu 800 Euro im Jahr belaufen, haben die Elternvertreter der Kindertagesstätten in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt ausgerechnet.

Sie brachten daher ins Gespräch, ob die Stadt nicht zumindest beim Essen einen Teil der Kosten übernehmen könne. Beispiele dafür gibt es in Laußig, aber auch in Eilenburg. Die Muldestadt zahlt beispielsweise einen jährlichen Zuschuss von derzeit insgesamt 50 000 Euro. Martin Darweger von der Eilenburger Stadtverwaltung dazu: "Der Zuschuss wird seit 2006 für die Speise- und Getränkeversorgung gezahlt, differiert pro Kind und Jahr für Krippe/Kindergarten und Schule/Hort. Davon profitieren alle in unserer Stadt ansässigen Kindertagesstätten. In den Einrichtungen wird damit direkt die Essensportion subventioniert. Freie Träger können diesen Zuschuss auch für andere Ausgaben im Zusammenhang mit der Speiseversorgung, zum Beispiel für Personalkosten des Wirtschaftsdienstes, verwenden."

Ob das auch in Bad Düben ein Modell ist, bleibt abzuwarten. Bürgermeisterin Astrid Münster (Freie Wähler) neigt eher zu einer anderen Form der Unterstützung. Statt den Wirtschaftsdienst, der in Bad Düben übrigens jährlich mit Kosten in Höhe von 150 000 Euro zu Buche schlägt, teilweise zu fördern, favorisiert sie etwas anderes: "Höhere Priorität hat für mich eine gezielte Unterstützung der Familien, die knapp über dem Hartz-IV-Satz liegen." Doch entschieden werden könne ohnehin erst im Zuge der Haushaltsplanung für 2015.

Dafür haben auch die Elternvertreterinnen Verständnis. Eine Arbeitsgruppe, in der die Arbeiterwohlfahrt als Träger der beiden großen Kindereinrichtungen "Märchenland" und "Spatzenhaus", Mitglieder des Stadtrates und der Elternräte sowie die Bürgermeisterin vertreten sind, will sich im neuen Jahr diesbezüglich verständigen. Die Eltern sind optimistisch, dass man gemeinsam zu einer Lösung findet. Und setzt dabei auch auf Transparenz. "Die Bürgermeisterin will uns jetzt auch den Vertrag zwischen Arbeiterwohlfahrt und RWS aushändigen." Bisher hätten sie, was sicher auch den Nachwirkungen der personellen Querelen an der Awo-Spitze geschuldet ist, noch keinen Einblick nehmen können. Während die Awo-Einrichtungen und die beiden städtischen Schulen allesamt von RWS aus Eilenburg versorgt werden, haben die Kita der Diakonie und die freie Grundschule andere Versorger. Mittelfristiges Ziel der Elterninitiative ist es auch, die gemeinsame Essensversorgung wieder durch eine Küche in Bad Düben abzudecken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.12.2014
Von Ilka Fischer

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